Verlass das Bett und... - geh!

Zurück ins Leben! Dorthin hat CBM-Physiotherapeutin Beatrice Ammann den heute 10-jährigen Chrisant geführt. Die Luzernerin arbeitet seit anfangs 2008 im Reha-Zentrum Kachere, dem einzigen in Malawi.

 

Schwer gestürzt, Chrisant kann nur noch unbeweglich liegen. Nach einem halben Jahr intensiver Physiotherapie im Zentrum und fleissigem Üben zu Hause hat Chrisant nun seinen Rollstuhl abgegeben und die Beinschienen in die Ecke gestellt!

 

Jetzt geht es vorwärts! Beatrice Ammann mit Chrisant.
Jetzt geht es vorwärts! Beatrice Ammann mit Chrisant.

Vom Spiel ins Spitalbett

Beim Spielen anfangs August 2007 war Chrisant schwer gestürzt. Innerhalb von Stunden versagten seine Beine. Tags darauf vermochte er nicht einmal seine Arme zu bewegen. Er kam ins Spital der Stadt Mzuzu, das ihn nach einer Woche ins 300 Kilometer entfernte Spitalzentrum der Hauptstadt Lilongwe überführte. Doch auch dessen Möglichkeiten waren nach drei Wochen ausgeschöpft.

 

Liegen, liegen, liegen - wie lange noch?

Chrisant fühlte sich wie eine zusammengedrückte Feder: aufspringen wollte er, laufen, hüpfen! Stattdessen musste ihn seine Mutter alle zwei Stunden umlagern, um Druckstellen vorzubeugen.

 

Januar 2008: Endlich aus dem Bett und sich fortbewegen können!
Januar 2008: Endlich aus dem Bett und sich fortbewegen können!

Ins Reha-Zentrum per Truppensanität

Letzte Hoffnung: das Rehabilitationszentrum Kachere in Blantyre, 200 Kilometer weiter südlich. Anfangs September 2007 kamen Chrisant und seine Mutter dort an, und sogleich begann die Physio- und Ergotherapie. Zu Jahresbeginn vermochte er sich im Rollstuhl fortzubewegen. Drei weitere harte Therapiemonate später schaffte er einige Schritte mittels Beinschienen und Gehböckli. Auch zu Schreiben gelang ihm erstmals wieder! 

 

Brennendes Heimweh

Monatelang sahen Chrisant und seine Mutter weder den Vater noch Simplex und Fortune, die sieben und fünf Jahre alten Geschwister. Im Zentrum brachte die Mutter sogar den Jüngsten zur Welt. <Dass die beiden bald nach Hause wollten, verstand ich nur zu gut. Doch ich wollte sicher gehen, dass Chrisant bestmögliche Voraussetzungen hat, um auch zu Hause Fortschritte zu machen.>  

 

März 2008: Chrisant erhält auf ihn zugeschnittene Schienen.  verrät Beatrice Ammann
März 2008: Chrisant erhält auf ihn zugeschnittene Schienen. Die Mutter ist gerührt.

Trainieren, trainieren, trainieren

Ende März, nach sieben langen Monaten, ausgerüstet mit Rollstuhl, Schienen und Gehböckli, kehrten Chrisant und seine Mutter nach Hause zurück. Heiss sehnte sich Chrisant: <Ich muss wieder gehen und rennen können - Ndiyende, ndithamange!> Ist sein Traum Wirklichkeit geworden?

Chrisant und Freundin Nelia lachend im Rollstuhl.
Chrisant und Freundin Nelia lachend im Rollstuhl.

Sieg um Sieg

Anfangs August, im Jahr Eins nach dem schrecklichen Sturz, erscheint Chrisant zur Nachkontrolle. Hergebracht hat ihn wie beim ersten Mal die vom Vater organisierte Militärambulanz. Beatrice Ammans Freude ist gross: <Chrisant geht häufig ohne Schienen, selbstständig und sicher! Zwar überstreckt er seine Knie, doch wir haben die Mutter darauf aufmerksam gemacht und das Übungsprogramm angepasst. Da Chrisant zu Fuss nur 10 Minuten Schulweg hat, behalten wir den Rollstuhl - er wird einem anderen Kind gute Dienste leisten!>

 

Schweizer Physiotherapeutin in Malawi

Beatrice Ammann stammt aus Meggen (LU) und arbeitete als Physiotherapeutin im Kantonsspital Sarnen. Im Rehabilitationszentrum Kachere in Blantyre arbeitet sie seit Januar 2008. Sie entscheidet wann und welche neue PatientInnen aufgenommen werden, berät und begleitet die malawischen Fachkräfte. Was ihr besonders Freude bereitet: <Wenn ich in den riesigen, überfüllten Sälen des Zentrumsspital die Patienten das erste Mal sehe, sind sie häufig sehr verzweifelt, mutlos und hilflos. Einige haben Wochen dort verbracht, ohne je einmal das Bett verlassen zu haben. Aber kaum im Reha-Zentrum sind sie wie ausgewechselt, aufgestellt und motiviert. Mit ganzer Kraft machen sie die Therapieübungen, kämpfen und trainieren. Bei jedem kleinen Fortschritt blühen sie auf!>

Karte Malawi: in der Stadt Nkhoma befindet sich die Augenklinik, in der Stadt Blantyre die Orthopädieklinik und in der Stadt Limbe die Lehrerausbildung.
Karte Malawi: in der Stadt Nkhoma befindet sich die Augenklinik, in der Stadt Blantyre die Orthopädieklinik und in der Stadt Limbe die Lehrerausbildung.

MALAWI

Nationalparks mit wundervoller Natur, freundliche Menschen – das warme Herz Afrikas! Gleichzeitig gehört das Land mit seinen 12 Millionen Einwohnern zu den zwölf ärmsten der Welt. Von tausend Kindern sterben 125 vor dem fünften Lebensjahr, 25 mal mehr als in der Schweiz. Für die Gesundheit eines Menschen steht in Malawi hundert Mal weniger Geld zur Verfügung, nämlich rund dreissig Franken pro Jahr. Mehr als 300'000 Menschen leiden an einer schweren Behinderung, 45'000 körperbehinderte Kinder benötigen eine Operation.

Die CBM unterstützt in Malawi eine Orthopädie- und eine Augenklinik, die Ausbildung von Sonderpädagogen in der Betreuung von sehbehinderten Kindern sowie die landesweite, umfassende Behindertenhilfe.

 

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Statement

Dimitri, Clown

«Die Navajeevana-Schule in Sri Lanka ermöglicht dank der kontinuierlichen Unterstützung durch die CBM unzähligen behinderten Kindern eine Schulbildung und ein menschenwürdiges Leben. Es hat mich beeindruckt zu sehen, wie die Kinder umfassend betreut werden und durch Tanzen und Spielen lernen, mit ihrer Behinderung besser umzugehen.»

Unsere Hilfsprojekte

CBM Christoffel Blindenmission, Seestrasse 160, Postfach, 8027 Zürich, Telefon 044 275 21 71, info@cbmswiss.ch  Spendenkonto PC 80-303030-1