Langfristige CBM-Arbeit in Haiti läuft an
Die CBM Christoffel Blindenmission und ihre lokalen Partner im Erdbebengebiet Haitis beginnen mit der langfristig angelegten Hilfe für Menschen mit Behinderung. Tageszentren für behinderte Kinder entstehen sowie die Nachversorgung für verletzte und körperbehinderte Menschen.
Menschen mit Behinderung gehören zu den Verwundbarsten, insbesondere die Kinder unter ihnen. Zudem werden viele Verletzte eine bleibende Behinderung davontragen aufgrund von Amputationen, schlechter hygienischer und medizinischer Situation und dem Fehlen von Nachbetreuungsmöglichkeiten. Die seelischen Wunden und Traumata lassen sich nur erahnen. Schätzungen gehen von mehreren zehntausend zusätzlich behinderten Menschen aus.
Die CBM errichtet daher mit ihrem Partner CES (Centre d’Education Speciale – Zentrum für Sonderpädagogik) in verschiedenen Stadtteilen von Port-au-Prince Tageszentren für Kinder mit Behinderung und Verletzungen. Diese Zentren bieten vor allem jenen Kindern einen sicheren Hafen, die auf sich allein gestellt sind. Mitarbeitende des CES, das beim Beben stark beschädigt worden ist, ermöglichen den Kindern durch Spiele und pädagogische Aktivitäten wieder einen geregelten, sicheren Alltag.
Schulung für Pflegepersonal und Angehörige
Einen weiteren Fokus legt die CBM auf die Menschen, die jetzt in den noch funktionierenden Spitälern und von internationalen Notfallteams medizinisch versorgt werden. Die CBM schult in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen das Pflegepersonal sowie Familienangehörige von Verletzten, dass sie einfache therapeutische Rehabilitationsmassnahmen durchführen können. Dadurch werden Langzeitschäden so gering wie möglich gehalten. Ausserdem entstehen an zehn Stellen in Port-au-Prince kleine, lokale Rehabilitationszentren. Diese behandeln Menschen mit Behinderung und Verletzte und in schweren Fällen werden sie an spezialisierte Einrichtungen weiterverwiesen.
All diese Massnahmen sind langfristig konzipiert. Sie haben auch dann noch Bestand, wenn die meisten der internationalen Nothelfer ihre Arbeit beendet haben.
Seit 1976 ist die CBM über ihre einheimischen Partner in Haiti tätig. In Port-au-Prince unterstützt die CBM fünf Projekte. Die CBM fördert ein Augenspital, je eine Abteilung für Augenarbeit und Hörgeschädigte am Universitätsspital, ein Zentrum der Früherkennung und Intervention für behinderte Kinder, mehrere Werkstätten sowie gemeindenahe Rehabilitationsprogramme in Elendsvierteln der Hauptstadt. Insgesamt 57 einheimische Mitarbeitende der CBM betreuten vor dem Erdbeben fast 2’000 Menschen mit Behinderungen und pro Jahr rund 140’000 Patienten in Krankenhäusern.
- Dateien:
Medienmitteilung_Langfristige_CBM-Arbeit_laeuft_an.doc [107 K]






