CBM-Hilfe in Haiti, Bilanz nach sechs Monaten
Die CBM Christoffel Blindenmission hat im ersten Halbjahr nach dem schweren Erdbeben in Haiti 10‘000 Menschen mit Behinderung erreicht und unterstützt.
Das schwere Erdbeben vom 12. Januar 2010 in der Region von Port-au-Prince traf die Bewohner schwer. Krankenhäuser waren zerstört oder dem grossen Ansturm der Verletzten mit Brüchen und offenen Wunden nicht gewachsen. Viele konnten nicht rechtzeitig oder nur behelfsmässig versorgt werden. Die Nachkontrolle und -behandlung musste aus Platzmangel meist gekürzt oder ganz weggelassen werden. «Somit drohten Infektionen und das Zurückbleiben lebenslanger Beeinträchtigungen», betont Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Christoffel Blindenmission. Vor dem Erdbeben lebten rund 800'000 Menschen mit Behinderung in Haiti. Aufgrund des Erdbebens sind 300‘000 verletzt und laufen Gefahr, bei ungenügender Behandlung, Behinderungen davonzutragen.
Die CBM-Hilfe kommt dorthin, wo sie benötigt wird
Das Schwergewicht der CBM-Unterstützung lag in den ersten sechs Monaten auf der lebensrettenden und lebenserhaltenden Hilfe. Durch ihre lokalen Partner erreichte die CBM mehr als 10'000 Menschen mit Behinderung.
Nach wie vor unterstützen in zehn Spitälern in und um Port-au-Prince Physiotherapeuten und lokale Rehabilitationsfachkräfte die Nachversorgung von körperlich beeinträchtigten Patienten. So zeigen sie Übungen, damit keine bleibenden Schäden zurückbleiben, und versorgen mit passenden Hilfsmitteln. In sechs Kindertagesstätten finden behinderte Kinder einen sicheren Zufluchtsort. Dort können sie spielen, lernen und erhalten rehabilitative Hilfe. Zudem bilden neun gemeindenahe Gesundheitsstationen die Schnittstelle zwischen den Gemeinden und den Spitälern. Aus den Spitälern entlassene Verletzte werden hier nachuntersucht, physio- und ergotherapeutisch betreut. Viele der Versehrten könnten den Weg ins nächste Spital nicht bewältigen. An diesen Stationen erhalten sie in ihrer Umgebung die nötige Hilfe. Insgesamt haben die CBM-Partner 2‘500 Hilfsmittel wie Rollstühle oder Krücken an Menschen mit Behinderung abgegeben.
«Die Hilfe zu den behinderten Menschen zu bringen war nicht immer einfach. Insbesondere geeignete Orte für die Projekte zu finden, welche leicht zugänglich sind», bemerkt die Schweizer CBM-Nothilfekoordinatorin Valérie Scherrer.
Die Hilfe in Haiti ist noch lange nicht abgeschlossen. Die bestehenden Projekte werden weiter geführt. Zusätzlich sind weitere Kindertagesstätten und in anderen Landesregionen gemeindenahe Gesundheitsstationen geplant. Vor dem Erdbeben hat die CBM sieben Projekte in der Region unterstützt. Einige davon sind teils stark beschädigt. Die CBM und ihre einheimischen Partner evaluieren zurzeit, wo und in welcher Form diese wieder in Stand gesetzt oder aufgebaut werden sollen. Zudem begreift die CBM den Wiederaufbau als Chance, die Einstellung zu Menschen mit Behinderung zu beeinflussen und die Zugänglichkeit von öffentlichen Bauten zu fördern. Dafür macht sich die CBM stark.
- Dateien:
Medienmitteilung_CBM-Hilfe_in_Haiti__Bilanz_nach_sechs_Monaten.doc [109 K]







