Den Ärmsten Hoffnung bringen
DIE BOTSCHAFT. – Nicht wie üblich auf einem Bauernhof fand der Auffahrtsgottesdienst statt, sondern in der Nikolauskirche. Dennoch war es ein besonderer Gottesdienst. Er stand im Zeichen der ChristoffelBlindenmission, deren Erlebnismobil vor der Kirche stand.
In ihren Begrüssungsworten sprach die Gemeindeleiterin Ursula Schmidt: «Der Himmel, ja der fasziniert uns Menschen von alters her.» Doch noch immer gelte das Wort: «Wer nicht die Erde zuerst als sein Zuhause geordnet hat, wird am Himmel keine Freude haben.» Hier und jetzt hätten die Menschen ihre Aufgaben, wo sie ihren Blick darauf richten sollen. Das hätten auch die Frauen und Männer um Jesus zu hören bekommen, als sie von Engeln gefragt werden, warum sie da so stehen und zum Himmel emporschauen. Ursula Schmidt fuhr fort: «Wir wollen heute unsere Blicke auf jene Menschen richten, die nicht hochsehen können, weil sie gar nichts sehen. Wir wollen dabei den Blick auf die richten, denen man nach heutigem Wissensstand recht einfach helfen könnte, ihr Augenlicht wiederzubekommen – ganz oder teilweise. Sie sind aber zu arm,
um sich das leisten zu können.»
Blindheit verhüten und heilen
Ein Vertreter der ChristoffelBlindenmission, kurz CBM, in der Person von Hannes Stüssi, stellte dann die Organisation eingehend vor, deren Auftrag es ist, den Ärmsten Hoffnung zu bringen. Sie ist ein unabhängiges christliches Hilfswerk und weltweit in Entwicklungsgebieten tätig. Seit über 100 Jahren setzt sich die CBM für blinde und anders behinderte Menschen ein – ungeachtet von Nation, Ethnie, Geschlecht oder Religion. Die CBM fördert in rund 80 Ländern über 800 Hifsprojekte und emöglicht das Verhüten und Heilen von Blindheit sowie anderer Behinderungen. Sie bildet auch einheimische Fachkräfte aus. Zudem werden blinde, sehbehinderte, gehörlose, körperlich und anders behinderte Kinder und Erwachsene sowohl in ihr Lebensumfeld integriert als auch schulisch und beruflich gefördert.
Der Gründer dieses Hilfswerks ist Ernst Christoffel, der 1876 in Deutschland geboren wurde. Er folgte seiner Berufung und wurde Pfarrer. Mehrmals stand er in seinem Leben an einem Punkt, an dem es nicht mehr weiterzugehen schien. Eine Menschengruppe aber rückte für ihn während seines ersten Auslandeinsatzes in Armenien deutlich in sein Blickfeld: die Blinden.
Ein berührendes Beispiel
Im Anschluss an seine Ausführungen zeigte Hannes Stüssi einen eindrücklichen, berührenden Film über den kleinen Isaac, der bereits mit drei Jahren stark sehbehindert war. Sein tristes Dasein in seinem ärmlichen Haus in einem Dorf im Kongo erschütterte. Er hatte keine Freunde, die mit ihm spielten, er selber konnte kaum etwas anderes tun, als he rumzusitzen. Schliesslich wurde eine Mitarbeiterin der CBM auf den Jungen aufmerksam. Mit einer relativ kleinen Operation konnte ihm geholfen werden. Der Ausdruck in seinem Gesicht, das Strahlen nach dem geglückten Eingriff, das unbeschreibliche Glück wieder zu sehen berührte einen sehr. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, wo die Hilfe der CBM Wertvolles leistet.
Bevor die Gemeindeleiterin alle zum Kaffee einlud, erbat sie im abschliessenden Segensgebet: «Mögen deine Erwartungen und deine Gebete wie Haken sein, die du in den Himmel wirfst. Du kannst dann an ihnen schaukeln, wenn dir jemand den Boden unter den Füssen wegzieht. Seid heute einmal zu dieser Leichtigkeit eueres Glaubens gesegnet.»
Dankbarkeit
Der besondere Gottesdienst wurde durch das wunderschöne Orgelspiel von Britta Schmidt bereichert. Es bestand dann die Möglichkeit, mit einem Gang durchs Erlebnismobil am eigenen Leib zu erfahren, wie es ist, wenn man fast nichts mehr sieht. Mit undurchsichtiger Brille und Blindenstock «ausgerüstet» konnte man auf fünf Metern spüren, wie ein Sehbehinderter die Welt anders und eingeschränkt wahrnimmt. Dankbarkeit erfüllte die Besucher für das Geschenk des vollen Augenlichts.
- Dateien:
Die_Botschaft_Auffahrtsgottesdienst.pdf [0.9 M]







