Eine Milliarde Menschen weltweit sind behindert

Freitag 10. Juni 2011 12:36Alter: 343 days

Erster Weltbehindertenreport von Weltgesundheitsorganisation und Weltbank veröffentlicht - Zahl der Menschen mit Behinderungen bislang stark unterschätzt

Peter (3) aus Kenia hat das Down-Syndrom.

Die Zahl der Menschen mit Behinderung ist weltweit erheblich grösser als bisher angenommen. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des ersten Weltbehindertenreports, der von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank erstellt und am Donnerstag (9.6.) in New York vorgestellt wurde. Seit den siebziger Jahren galt allgemein die Annahme, dass zehn Prozent der Weltbevölkerung behindert sind. Dies war eine Fehleinschätzung.

 

80% der Menschen mit Behinderung leben in Entwicklungsgebieten
Aufgrund neuen Datenmaterials und des grösser gewordenen Anteils älterer Menschen und chronischer Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen muss diese Schätzung auf 15 Prozent erhöht werden. Das entspricht bei einer Zahl von fast sieben Milliarden Menschen weltweit rund einer Milliarde Betroffener. Etwa achtzig Prozent von ihnen leben in Entwicklungsgebieten – also ca. 800 Millionen Menschen. Gerade in Entwicklungsgebieten muss man davon ausgehen, dass etwa die dreifache Zahl indirekt betroffen ist, da in diesen Gebieten die Familienmitglieder oft die einzigen sind, die sich um Menschen mit Behinderung kümmern.

 

Ein Muss: Menschen mit Behinderung nehmen teil
Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Schweiz, ist daher überzeugt, dass es sich kein Land und keine Gesellschaft mehr leisten kann, über Menschen mit Behinderung hinwegzusehen: «Wenn wie bis anhin viele Regierungen wie auch nichtstaatliche Organisationen die Belange und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nicht anhören, dann schliessen sie einen grossen Teil aus der Gesellschaft aus und berücksichtigen nicht alle Sichtweisen.»

 

UN-Behindertenrechtskonvention von über 100 Staaten ratifiziert
Mittlerweile haben über 100 Staaten die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert und sich so verpflichtet, allen Menschen die gleichen Rechte zu ermöglichen. Die Schweiz hat die Konvention noch nicht ratifiziert. Der Weltbehindertenreport zeigt zum einen auf, dass die Gleichheit der Rechte für Alle vielfach noch erarbeitet werden muss; thematisiert werden dabei Diskriminierung und Barrieren für Menschen mit Behinderung. Zum anderen gibt der über 300 Seiten umfassende Report eine Richtschnur, wie zukünftig vor allem in den ärmsten Ländern dieser Welt die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung verbessert werden kann. Zu den wichtigsten Forderungen zählen, dass behinderte Menschen in alle politischen und gesellschaftlichen Belange einbezogen werden müssen, dass ihre Stimme angemessen gehört und auch berücksichtigt wird. Die Erfahrung aus inklusiven Projekten weltweit zeigt: Wer die Belange von Menschen mit Behinderung von Anfang an umsetzt, unterstützt damit die gesamte Gesellschaft.

 


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Pele, ehem. Fussballer

«Ich bin ein Mitglied des CBM-Teams.»

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