Tag des Sehens 2009: Armut lässt erblinden.

Donnerstag 08. Oktober 2009 10:48Alter: 336 days

Alle zehn Sekunden erblindet aus Armut ein Mensch, unter ihnen jede Minute ein Kind. Die Armutsblindheit überwinden will die weltweite Kampagne «Vision 2020». In der Schweiz engagieren sich die CBM und das SRK für dieses Ziel.

Sarita, 9-jährig, Indien.

Tag des Sehens, 8. Oktober 2009. Weltweit sind 37 Millionen Menschen blind und weitere 124 Millionen stark sehbehindert. Weitere acht Millionen und 150 Millionen sind dies allein deshalb, weil sie keine Korrekturbrille haben. Ursachen sind der Mangel an augenmedizinischen Fachkräften sowie die herrschende Armut. Acht von zehn Blinden hätte das Augenlicht bewahrt werden können, und jeder zweite ist am heilbaren Grauen Star erblindet.

 

Das Schweizer Komitee zur Verhütung der Armutsblindheit wirbt dafür, dass Privatpersonen und Institutionen für die Umsetzung der «Vision 2020» Mittel bereitstellen. Eingesetzt werden diese Mittel von der CBM Schweiz und dem Schweizerischen Roten Kreuz SRK. Die beiden Werke fördern die Vorbeugung und Heilung von Blindheit in den Entwicklungsgebieten. Sie bauen augenmedizinische Dienste auf wie Spitäler und ambulante Augencamps. Besonders sorgen sie für die Ausbildung von augenmedizinischem Personal. Kommt doch in Afrika nur ein Augenarzt auf eine Million Einwohner!

 

Niemand soll mehr aus Armut erblinden müssen – dies verfolgt die weltweite Kampagne «Vision 2020». Im vergangenen Jahr wurden durch die weltweite CBM und das SRK rund 700'000 Operationen am Grauen Star sowie 375’000 Operationen diverser Augenleiden ermöglicht. Zusätzlich wurden 1,9 Millionen Vitamin-A-Kapseln an Kinder zur Blindheitsvorbeugung abgegeben sowie an 7,6 Millionen Menschen das Medikament Mectizan® zur Heilung von Flussblindheit. Ausserdem wurden rund 6'000 augenmedizinische und augenoptische Fachkräfte aus- und weitergebildet und damit entscheidende Schritte zur Selbsthilfe gemacht.

 

Erste Erfolge von «Vision 2020»

Hochrechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen ermutigende Erfolge: Heute gibt es 15 Prozent weniger Erblindete als vor zehn Jahren. Die grössten Fortschritte sind in Indien und anderen asiatischen Ländern erzielt worden.

  

Doch das Ziel ist noch lange nicht erreicht: Noch immer warten 17 Millionen Menschen in den Armutsgebieten auf eine Operation am Grauen Star - auf einen Eingriff, der bei uns längst Routine ist. Acht Millionen Menschen sind allein deshalb blind, weil sie keine Korrekturbrille oder andere Sehhilfe haben. Jährlich erblinden eine halbe Million Kinder, hauptsächlich aus Mangel an Vitamin A. In den Trockengebieten leiden Millionen von Frauen und Kindern an der schmerzhaften Augeninfektion Trachom, über eine Million ist daran erblindet. Unzählige Mädchen und Jungen können keine Schule besuchen, weil Brillen und Sehhilfen unerschwinglich sind. Nur das gemeinsame Engagement vermag die «Vision 2020» umzusetzen: Dass niemand mehr aus Armut erblindet.


Statement

David Plüss, Musiker und Produzent

«Bei Projektbesuchen in Indien und Brasilien konnte ich mich von der vielfältigen Arbeit der CBM überzeugen. Ich war bei Augenoperationen an Kindern anwesend und tief beeindruckt von der direkten Not-wendigen Hilfe des christlichen Werks.»

Unsere Hilfsprojekte

CBM Christoffel Blindenmission, Seestrasse 160, Postfach, 8027 Zürich, Telefon 044 275 21 71, info@cbmswiss.ch  Spendenkonto PC 80-303030-1