Blindenschule Promhandicam in Kamerun
Projektinhalt
Die Blindenschule Promhandicam sorgt für die Ausbildung von sehbehinderten Kindern. Schulabgängern bietet es Berufslehren sowie Studienbegleitung für Gymnasium und Universität. Ausserdem betreut das Projekt Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen an deren Wohnort (gemeindenahe Rehabilitation CBR).
Entstehungsgeschichte der Blindenschule
Die Blindenschule wurde 1977 gegründet und hat sich in den letzten Jahren zu einer integrativen Schule gewandelt. So kommen heute auf ein sehbehindertes Kind mind. zwei sehende. Dadurch lernen die blinden Kinder von Beginn weg, sich unter Sehenden zu behaupten. Seit 1982 führt die Schule Lehrwerkstätten (Schreinerei, Schneiderei, Sticker- und Strickerei, Schuhmacherei). Mit dem CBR-Dienst ist 1999 begonnen worden, und eine Druckerei für Blindenschrift (Braille) nahm 2001 den Betrieb auf. Die Druckerei fertigt Lehrbücher für Blindenschulen in ganz Kamerun und Zentralafrika. Im 2002 dazugekommen ist eine Werkstatt, die für Gehbehinderte Dreiräder mit Handpedal herstellt. Als jüngster Dienst ist 2005 eine Blindenbibliothek eröffnet worden. Die Blindenschule hat sich somit geweitet zu einem Behindertenzentrum mit ausgeprägter gemeindenaher Rehabilitation CBR.
Ein Land in grosser Armut
In Kamerun leben 16 Millionen, die meisten von ihnen in grosser Armut. Das Land belegt Rang 144 (CH Rang 9) von 177 bezüglich Lebenserwartung, Alphabetisierung und Kaufkraft pro Kopf (Human Development Index HDI).
Viele Blinde und Behinderte ohne Zukunftsperspektive
Von den gegen 1,5 Millionen Einwohnern der Hauptstadt Yaoundé alleine sind rund 10'000 Menschen blind und 40'000 stark sehbehindert. Unter ihnen befinden sich tausende Kinder. Weitere 50'000 Menschen sind schwer hörbehindert. Hinzu kommen zehntausende Körperbehinderte. Von den behinderten Kindern erhält nicht einmal jedes zehnte eine Schulausbildung, ganz zu schweigen von einer späteren Lehre. Mit Behinderung sowie ohne Schul- und Berufsausbildung sind diese Kinder doppelt benachteiligt, verurteilt zu einem randständigen Dasein im Elend. Die zumeist mittellosen Familien könnten sich medizinische Behandlung, Betreuung oder Hilfsmittel wie Brillen, Sehhilfen, Hörgeräte, Schienen oder Prothesen nicht leisten.
Was jährlich erreicht wird
Jährlich werden rund 120 Schülerinnen und Schüler in den integrativen Klassen unterrichtet, ca. 30 davon sind sehbehindert. Zudem unterstützen die Lehrkräfte ehemalige Schülerinnen und Schüler, die heute integrativ die Sekundarschule, das Gymnasium oder die Universität besuchen. Diese Studentinnen und Studenten erhalten Lehr- und Prüfungsmaterial in Brailleschrift übertragen.
Die vier Mitarbeiter der Braille-Druckerei drucken jährlich gut 200 Bücher. Gleichzeitig profitieren ungezählte Sehbehinderte von den CD’s und Kassetten der Hörbücherei.






