Ich möchte einmal Fussball spielen!
Ausgelassen spielen Buben Fussball. Seinen Klumpfuss über den Boden haltend, schaut der vierjährige Sergio sehnsüchtig zu: Könnte er doch nur mitspielen!
«Ich leide zutiefst mit ihm», seufzt seine Mutter Huruma, «zunehmend wird er bei seinen Spielkameraden zum Aussenseiter.»
Klumpfüsse richten, das kann in ihrer Heimat an der Grenze zu Sambia niemand. Miserabel habe sie sich gefühlt, als sie nach der Geburt Sergios den nach innen gebogenen Fuss erblickte.
Dann aber hören die Eltern vom Behindertenhospital in Dar es Salaam. Dieses helfe, wo es keine Hilfe zu geben scheint. Es weise niemanden weg, auch die Ärmsten behandle es tadellos. Die Eltern sparen für die Reise. Nach zwölf endlosen Stunden im Bus erreichen Sergio und seine Mutter die grosse Stadt am indischen Ozean.
Brummm! Auf Knien rutschend schiebt der vierjährige Sergio einen farbigen Muldenlastwagen aus Plastik. Seine kräftigen Bubenhände haben die Mulde voll beladen mit quaderförmigen Steinen vom Hof des Hospitals. Eine ganze Stadt möchte er aufbauen, ein neues Dar es Salaam!
Klassischer, schwerer Klumpfuss, diagnostiziert das Behindertenhospital. Im Säuglingsalter hätte der noch ‹weiche› Fuss mittels Gipsbinden korrigiert werden können. Nun aber müsse operiert werden.
36 Stunden später. Das frisch operierte Bein liegt im Gips, einige Monate Beinschiene und wöchentliche Physiotherapie stehen bevor. Mit breitem, verschmitzten Bubenlachen sitzt Sergio auf dem Bett und wünscht: «Wenn ich grösser bin, möchte ich Fussball spielen!»





