12‘500 Schulkinder für drei Minuten blind

Schülerinnen erfahren Blindheit spielerisch.
Schülerinnen erfahren Blindheit spielerisch.

Was es heisst, keine Sehkraft mehr zu haben, das erfuhren seit dem Start des Erlebnismobils der CBM Christoffel Blindenmission vor sechs Jahren 12‘500 Schülerinnen und Schüler aus der Deutschschweiz und Liechtenstein.

 

 

Welchen Herausforderungen stehen blinde Menschen gegenüber? Was nehmen sie ohne Augenlicht wahr? Antworten auf diese Fragen erhalten Schülerinnen und Schüler im Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission, einem speziell dafür konzipierten Fahrzeug mit einem 12 Meter langen Erlebnisgang. Ausgerüstet mit einem Langstock und einer den Grauen Star simulierenden Brille tasten sich die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung des Erlebnismobil-Verantwortlichen Beat Schneider und im Beisein der Lehrkraft durch den Parcours. Und erleben so hautnah, was es bedeutet, sich ohne Sehsinn orientieren zu müssen. Seit Beginn des Angebots im Jahr 2010 machten 12'500 Schülerinnen und Schüler aus der Deutschschweiz und Liechtenstein diese besondere Erfahrung.

Vielseitiges Programm

Der Tastparcours simuliert, welche Hindernisse blinde Menschen täglich bewältigen müssen: Der Boden des Mobils verändert sich, die Wände weisen mal raue, mal borstige und dann wieder andere Oberflächen auf. Die Schülerinnen und Schüler erahnen, erriechen und erlauschen verschiedene Gegenstände. «Zuerst fühlte ich mich unsicher, doch dann habe ich gelernt, dass die anderen Sinne geschärft werden, wenn man blind ist», berichtete die 12-jährige Lena. Mithilfe des Mobils soll den Kindern vor allem auch vermittelt werden, dass erblindete und blinde Menschen in der Schweiz den Alltag mittels Training unabhängig meistern und das Leben genauso geniessen können. Hinzu kommen altersgerecht verpackte Informationen zu den Ursachen von Blindheit.

Mit Langstock und einer die Graustarblindheit simulierenden Brille tasten sich die Schülerinnen und Schüler durch den mit Hindernissen und Alltagsgegenständen ausgestatteten Gang des Erlebnismobils. Foto: M. Steinemann.
Mit Langstock und einer die Graustarblindheit simulierenden Brille tasten sich die Schülerinnen und Schüler durch den mit Hindernissen und Alltagsgegenständen ausgestatteten Gang des Erlebnismobils. Foto: M. Steinemann.

Auf dem Schulgelände lernen die Schülerinnen und Schüler zudem, wie sie blinden Menschen im Alltag begegnen und diese assistieren können. Das sei notwendig: «Zu viele Menschen fühlen sich unsicher gegenüber Menschen mit Behinderung und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollten», erklärt Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Schweiz.

Blindsein hier und dort
Die auf der Aussenwand des CBM-Erlebnismobils abgebildeten Kinder schlagen den Bogen zu augenkranken Menschen in den Entwicklungsgebieten. Nach dem Erleben im Mobil zeigen Kurzfilme die Unterschiede zwischen dem Leben von blinden Menschen in der Schweiz und von Betroffenen in den Armutsgebieten: etwa, dass dort öffentliche barrierefreie Orte ebenso rar sind wie Kliniken, Blindenschulen und -verbände. Oder dass sich Betroffene in den Entwicklungsgebieten korrigierende Behandlungen in der Regel nicht leisten können. Welche Folgen das für sie hat, thematisiert der Verantwortliche des Erlebnismobils zusammen mit den Schülerinnen und Schülern.

Die Doppellektion rund um das Erlebnismobil ist kostenlos. Sie sensibilisiert für die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen und macht die weltweite CBM-Arbeit bekannter, ohne dass um Spenden geworben wird. Das gesamte Angebot wird nicht nur auf Seiten der Schulkinder geschätzt: «Sich blind durch den Gang des CBM-Erlebnismobils zu tasten, hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck bei allen Schülerinnen und Schülern. Die Erlebnisse stimmten die Kinder nachdenklich und führten zu angeregten Diskussionen», freute sich eine Primarlehrerin.

 

Statement

Hannes Jaenicke, Schauspieler

«Fünfzig Franken für eine Augen-OP», sagt Hannes Jaenicke nachdrücklich, «soviel kostet ein Kinoabend zu zweit. Hier auch mal gedankenlos ausgegeben, bedeutet es in vielen Ländern Afrikas 'Sehen-können' oder eben nicht.»

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