Ich möchte Schneider werden…

Weder in der Schule noch beim Spielen und Helfen dabei sein - Charles fühlt sich einsam.
Weder in der Schule noch beim Spielen und Helfen dabei sein - Charles fühlt sich einsam.

Charles träumt vom Schneidern! Allerdings bringt der Zehnjährige keinen Faden durchs Nadelöhr: Seit fünf Jahren sieht der Junge aus Uganda immer weniger. Doch dann wird sein Berufstraum von Dr. Roman Eberhard in reale Chancen gekleidet.

«Charles können wir nicht mehr zum Wasserholen schicken», berichtet seine Stiefmutter. «Er sieht weder die Öffnung des Kanisters noch den Wasserstrahl. Er verschüttet viel – die Leute jagen ihn fort von der Zapfstelle.»

Ein Wille und kein Weg
Leise schildert Charles seine Lage: «Als ich vier war, nahm meine Sehkraft ab. Ein wenig sehe ich noch mit dem rechten Auge. Eine Nachbarin bringt mir Schreiben und Lesen bei. Ich kann in einem Buch lesen, wenn ich es ganz nah vors Auge halte. Ab einer Schulwandtafel erkenne ich nichts. Darum muss ich zu Hause sitzen. Aber eines Tages will ich Schneider werden.»

Grossmutters letzter Wunsch
Halbjährig war Charles, als seine Mutter mit ihm weg in ihr Heimatdorf zog. Acht Jahre lang sah Vater Judah seinen Sohn nicht mehr. «Als meine Mutter im Sterben lag, bat sie ihren Enkel zu sehen», erzählt Judah. «Mein Junge kam und ich war schockiert – er war blind. Nach der Beerdigung meiner Mutter behielt ich Charles bei mir.»

 

Der Vater ist ratlos
«Ich war verzweifelt. Im Regionalspital erfuhr ich, Charles könnte operiert werden. Das Geld dafür bringe ich allerdings nicht zusammen.» Judah fährt Kleinlaster beim Strassenbau, und seine Frau verkauft Gebrauchtkleider. Die sechsköpfige Familie bewohnt drei bescheidene Zimmer. Nach Miete und Schulgeld bleibt nichts mehr.

Charles wird von Dr. Roman Eberhard untersucht. Hoffnung kommt auf!
Charles wird von Dr. Roman Eberhard untersucht. Hoffnung kommt auf!

Endlich die Wende
Da hört Judah vom Mengo-Spital. Es unterhält einen Fonds für Kinder armer Familien, der von der CBM gespiesen wird. So erhält Charles seinen Operationstermin. «Ich bin so glücklich», dankt Judah. Und auch Charles freut sich: «Ich gehe gerne; ich will sehen und lernen können!»

Charles trifft Dr. Eberhard

Im Mengo-Spital wird Charles von Dr. Roman Eberhard untersucht und operiert. Der Augenchirurg am Zürcher Unispital leistet hier mit Unterstützung der CBM Schweiz einen achtmonatigen Einsatz. Die meisten der rund 35 Personen,
die er monatlich operiert, leben in armen Verhältnissen.

Das Gehirn holt auf
«Wenn bei Kindern eine Sehbeeinträchtigung längere Zeit vorliegt», erläutert Dr. Eberhard, «hat das Gehirn nicht gelernt, den Seheindruck zu verarbeiten. Dies wird umso schwieriger, je älter das Kind wird. Dennoch wird Charles Sehkraft nach der Operation besser sein. Wir versuchen die Linsen so zu wählen, dass er für die Weite möglichst ohne Korrektur auskommt. Mindestens zum Lesen wird er mit den starren Kunstlinsen allerdings eine Brille brauchen.»

Der langersehnte Moment: Dr. Eberhard löst am Tag nach der erfolgreichen Operation zusammen mit Charles dessen Augenklappen.
Der langersehnte Moment: Dr. Eberhard löst am Tag nach der erfolgreichen Operation zusammen mit Charles dessen Augenklappen.

Das Sehen kommt zurück
Am Morgen nach dem Eingriff sitzt Charles lächelnd am Bett: «Ich fühle mich prima und spüre keine Schmerzen.» Nun werden die Verbände entfernt, und Charles blinzelt. «Noch ist das Licht zu stark. Die Augen müssen erst heilen», erklärt Dr. Eberhard, Charles Augen untersuchend. «Doch alles sieht gut aus.» Der anschlies­sende Sehtest zeigt: Rechts sieht er mehr als doppelt so gut, und mit dem erblindeten linken Auge kann er nun grosse Buchstaben lesen. Charles freut sich: «Ich sehe jetzt viel mehr!»

«Sie nennen es ein Wunder»
Begeistert erzählt Vater Judah bei der Nachkontrolle einen Monat ­später: «Charles erkennt Autos, Mopeds und Schilder. Er liest auch viel besser in seinen Heften. Er kann die Schuhe putzen und spült die Teller nun flink und sauber. Beim Spielen schicken ihn die Kinder nicht mehr weg, er kann jetzt mitmachen. Die Nachbarn meinen, es sei ein Wunder – ich bin so froh!»

Mit Brille in der ersten Reihe!
Zwei Monate nach der Operation erhält Charles seine Brille. Sie korrigiert für die Ferne und die Nähe. Nun kann er in die Schule eintreten. Damit Charles vorne an einem hellen Platz sitzen wird, gibt der Sehtherapeut einen Brief für den Lehrer mit. Charles strahlt: «Mir gefällt die Brille, und ich freue mich sehr auf die Schule!»

Unsere Bitte: Schenken Sie Augenlicht!

Eine rettende Staroperation für ein Kind samt Vollnarkose und augenoptischer Nachsorge kostet lediglich 180 Franken.

Statement
Silvia Harnisch, Pianistin

Silvia Harnisch, Pianistin

«Mir ist bei der CBM wichtig, dass sie sich für die Ärmsten in der ganzen Welt einsetzt.»

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