Ort der Hoffnung

Dr. Antonio Loro vor der CoRSU-Klinik.
Dr. Antonio Loro vor der CoRSU-Klinik.

Von 1982 bis 1992 hat Dr. Antonio Loro in Dodoma (Tansania) die erste Orthopädieklinik aufgebaut. Danach praktizierte er aus familiären Gründen bei Vicenza in seiner Heimat Italien. Seit zehn Jahren arbeitet er im CoRSU-Spital als ausgesandter Orthopädiechirurg. Ein Interview:

 

 

Wie kommen Sie dazu, in Afrika zu arbeiten?
Ich komme aus einer sehr armen Familie. Mein Vater starb, als ich sieben Jahre alt war. Als Kind habe ich meiner Mutter versprochen, einmal Arzt zu werden. Leider starb meine Mutter, einige Tage nachdem ich ins Gymnasium eingetreten war. Dank meiner Schwestern und einiger Priester, die mich dankenswerterweise alle unterstützten, konnte ich dann das teure Medizinstudium absolvieren. Während Gymnasium und Studium pflegte ich Kontakt zu Hilfswerken. Meine Schwestern schenkten mir zum Studienabschluss eine Reise nach Tansania, wo ich Spitäler besuchte. Danach wusste ich, in Afrika zu arbeiten, wird nun dein Leben sein.

Was ist speziell daran, Kinder zu behandeln?

Ihr Körper wächst noch. Das macht es einfacher für uns Chirurgen. Ausserdem behandelst du nicht nur eine Krankheit, sondern bringst das Kind in ein besseres Leben. Mein Glücksmoment ist es jeweils, wenn ein Kind zur Kontrolle kommt und mir auf einfache Fragen antwortet: «Gehst du jetzt zur Schule?» – «Ja.», «Kannst du nun Wasser holen?» – «Ja.», «Spielst du Fussball?» – «Ja.» Das gibt uns die Kraft weiterzumachen. Sodann steht hinter einem Kind, das erstmals zu uns kommt, immer eine leidende Familie. Dieses Kind ist von weit her gekommen. Um zu uns reisen zu können, hat die Familie Land verkauft oder Tiere, oder hat Geld borgen müssen.

Dr. Loro untersucht den achtjährigen Denis, der O-Beine hat.
Dr. Loro untersucht den achtjährigen Denis, der O-Beine hat.

Weshalb ist die Kinder-Orthopädieklinik CoRSU wichtig?
Jeder zweite Mensch in Uganda ist ein Kind, rund 19 Millionen. Von ihnen haben sechs bis sieben Prozent eine Behinderung, jedes zweite eine körperliche. Einige davon sind eindeutig vermeidbar. Doch Vorbeugung in einem armen Land ist anspruchsvoller als in einem reichen. Fällt in der Schweiz ein Kind vom Baum, ist es eine Stunde später im Behandlungsraum. Aber von Mbale oder Karamoja hierher dauert es fünf bis sechs Tage. Zudem gibt es laut Statistik nur rund 45 Orthopädiechirurgen in Uganda. Lediglich drei davon sind auf Kinder spezialisiert, und sie arbeiten hier bei uns im CoRSU. Unsere Klinik strahlt sogar aus nach Ostkongo, Nordruanda und Südsudan. Bis 400 Kinder jährlich kommen von dort zu uns.

Weshalb sind so viele Kinder betroffen?
Nur schon mit vererbtem Klumpfuss kommt eines von tausend Kindern zur Welt: macht für Uganda jährlich 1’500 Kinder bei 1,5 Millionen Geburten. Zusätzlich erzeugt die Armut Infektionen der Knochen und Gelenke.

Was ist mit neuen Orthopädie-Chirurgen?
In die Ausbildung einheimischer Chirurgen zu investieren, ist eines vom Wichtigsten, das wir für ein Land wie Uganda tun können. Die CBM ist eine der wenigen Organisationen, die Ärzten die gesamte vierjährige Ausbildung zum Orthopädie-Chirurgen ermöglicht. An der Makerere-Universität werden jährlich sechs bis acht Ärzte aus Uganda und aus anderen afrikanischen Ländern zu Chirurgen ausgebildet.

Dr. Loro betrachtet das Röntgenbild von Denis' Beinen.
Dr. Loro betrachtet das Röntgenbild von Denis' Beinen.

Wie hat sich das CoRSU entwickelt?
Mit riesigen Schritten: Das CoRSU ist zum Referenzspital für ganz Ostafrika geworden. Als einzige Klinik führen wir wiederherstellende und plastische Eingriffe durch, Verpflanzung und Wiederaufbau von Knochen sowie Gelenk- und Hüftimplantationen.

Welche Rolle spielen die CBM-Spenderinnen und -spender?

Ohne die Spenden müssten wir schliessen. Die CBM subventioniert die Operationen an Kindern. Sie leistet einen Dienst, wie ich ihn nirgendwo sonst angetroffen habe. Dank der CBM ist das CoRSU einmalig: erstens die subventionierten Operationen und zweitens seine Strukturen. Drittens geht es umfassend an die Lage des einzelnen Kindes heran: Braucht es eine Physiotherapie, sie ist da; ist ein Orthopädietechniker nötig, er ist da; ist eine Psychologin gefragt, sie ist da; ist Aufbaunahrung nötig, ist diese vorhanden; bedarf es einer Operation, wird sie geleistet.

 

Wie ist es, in Uganda zu arbeiten?

 

 

Helfen Sie mit: Unterstützen Sie Menschen mit körperlicher Behinderung!

Jeder Franken zählt. Herzlichen Dank!

 

Statement

Dr. Margaret Chan, Generaldirektorin WHO

«Die CBM war an der vordersten Front dabei bei der Gründung der WHO Kampagne ‹VISION 2020›. Sie arbeitet in mehr als 100 Ländern. Ich bewundere die Arbeit der CBM und ihre vielen engagierten Mitarbeitenden, welche letztes Jahr zu über 18 Millionen Menschen praktische Unterstützung gebracht haben. Sie behandelten Sehbehinderte, Hörbehinderte, körperlich- und geistig Behinderte.»

Unsere Hilfsprojekte

Adresse

CBM Christoffel Blindenmission

Schützenstrasse 7

8800 Thalwil

Kontakt

Telefon 044 275 21 71

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