Ohrengesundheit nachhaltig fördern

An der Tagung wurde auch die erste spanische Ausgabe der Fachzeitschrift «Community Ear and Hearing Health» lanciert.
An der Tagung wurde auch die erste spanische Ausgabe der Fachzeitschrift «Community Ear and Hearing Health» lanciert.

In Lima führte die CBM Christoffel Blindenmission einen Planungskurs zum Thema «Öffentliche Gesundheitsvorsorge für Hörbehinderungen» durch. Und legte so erfolgreich den Grundstein für zukünftige Aktivitäten in einem Bereich, der in vielen lateinamerikanischen Ländern ein Schattendasein fristet.

Oft kann eine Hörbehinderung vermieden werden durch eine richtige und frühzeitige Behandlung. In Peru und anderen lateinamerikanischen Ländern bestehen aber keine entsprechenden Vorsorgeprogramme. So leiden in Peru über 500‘000 Personen an einem Hörverlust. Deshalb machte die CBM Christoffel Blindenmission mit Unterstützung der Hear the World Foundation und der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) den Anfang, und führte in Lima einen fünftägigen Kurs durch zum Thema «Öffentliche Gesundheitsvorsorge für Hörbehinderungen». Ein Thema, das weltweit allzu oft in Vergessenheit gerate, so Andrew Smith von der LSHTM, der den Kurs koordiniert hatte.


Bereichsübergreifend zusammenarbeiten
Ziel des Workshops von Mitte November war es, Kenntnisse in den Bereichen hörmedizinische Versorgung, Audiologie, Sprech- und Sprachtherapie, Bildung sowie Rehabilitation in der Gemeinde zu vermitteln. Insgesamt 34 hörmedizinische Fachpersonen und Gemeindehelferinnen und -helfer nahmen teil.

Dr. Beatriz Novaes von der Hear the World Foundation (v.l.)
Dr. Beatriz Novaes von der Hear the World Foundation (v.l.)

Mit dabei war auch Dr. Beatriz Novaes, Audiologie-Expertin und Mitglied des Stiftungsbeirats von der Hear the World Foundation. Auch sie unterstrich, wie wichtig eine angemessene gesundheitliche Vorsorge, etwa durch Impfungen, sei. Genauso zentral sei aber das Zusammenarbeiten von verschiedenen Fachbereichen. «Wenn zum Beispiel ein Arzt bei einem Patienten eine Mittelohrentzündung diagnostiziert, die hygienischen Rahmenbedingungen und entsprechenden Gesundheitseinrichtungen aber fehlen, wird dieser Patient in einigen Monaten wieder mit demselben Leiden beim Arzt auftauchen», erklärte Novaes.


Verschiedene Ebenen einbeziehen

Die Schulung hatte deshalb auch die Vernetzung von einzelnen Fachbereichen im Fokus, wie Diego Santana-Hernández, leitender Berater für Ohrengesundheit bei der CBM, ausführte: «Wir berücksichtigten möglichst alle Akteure und Ebenen: Ohrenärzte, Logopädinnen, Sprachtherapeuten, verschiedene Gemeindeebenen sowie die Primärversorgung. Dem Gesundheitspersonal sowie den Gemeindehelferinnen und -helfern gaben wir auf sie zugeschnittene Anleitungen, wie sie Menschen mit Hörbehinderungen helfen können.»

Am Workshop wurde eifrig diskutiert.
Am Workshop wurde eifrig diskutiert.

An der Schulung zu Gast waren auch zwei Mitglieder des peruanischen Parlaments, um die Lancierung einer nationalen Strategie für die Ohrengesundheit in Peru voranzutreiben. Der Austausch der verschiedenen Akteure sollte aber nicht an den Landesgrenzen Halt machen, weshalb drei Fachpersonen aus Bolivien dem Kurs ebenfalls beiwohnten.

 

 

Drei Projekte lanciert

Die Teilnehmenden stellten dem Kurs ein hervorragendes Zeugnis aus: Praktisch alle empfanden die Qualität der Schulung als gut oder sehr gut. Ebenso viele meldeten zurück, die vermittelten Inhalte seien für ihre Tätigkeit nützlich oder sehr nützlich.

 

Während des Workshops wurde auch an konkreten Projekten gefeilt: entsprungen sind Pläne für ein Programm zur Erkennung von Hörverlust bei Neugeborenen in Limas Distrikt San Juan de Lurigancho, ein weiteres Programm zur Reduzierung von Hörverlusten bei Kindern im Distrikt Villa María del Triunfo (ebenfalls Lima) sowie ein Programm für die Förderung der Ohrengesundheit in Bolivien. Im Zuge der einwöchigen Schulung lancierte die CBM ausserdem feierlich die erste spanische Ausgabe der Fachzeitschrift «Community Ear and Hearing Health».

Porträt Hear the World Foundation

Mit der Unterstützung der gemeinnützigen Hear the World Foundation setzt sich Sonova für Chancengleich­heit und erhöhte Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust ein. Als führender Hersteller von Hörlösungen übernimmt das Unternehmen soziale Verantwortung und leistet einen Beitrag zu einer Welt, in der jeder Mensch die Chance auf gutes Hören hat. So engagiert sich die Hear the World Foundation weltweit für bedürftige Menschen mit Hörverlust und ist in der Prävention tätig. Besonders werden Projekte für Kinder mit Hörverlust gefördert, um ihnen eine altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen.

 

 

Statement

Gilbert Gress, Fussball-Trainer und TV-Experte

«Gutes Sehen ist ein Menschenrecht! Dass sich die CBM Christoffel Blindenmission weltweit für Menschen mit Behinderung einsetzt und dabei einen starken Fokus auf Blinde und Sehbehinderte Menschen legt, finde ich toll und unterstützenswert.»

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