Onchozerkose (Flussblindheit)
Vorkommen
In Afrika, Südamerika und Teilen der arabischen Halbinsel. Zirka 37 Millionen Menschen sind infiziert und rund 300'000 erblindet. Dank vereinter Bemühungen von WHO sowie privater und staatlicher Institutionen (seit 1974) ist die Krankheit in Westafrika seit 2002 überwunden. Die Zahl der Erblindeten sank von einer halben Million im Jahr 1995 auf gegen die Hälfte.
Ursachen
Übertragen wird Onchozerkose durch Stechmückender Gattung Simulium (Schwarze Fliege genannt), die an Fliessgewässern brüten. Winzige Larven gelangen in die Blutbahn und werden zu Fadenwürmern, die sich in der Unterhaut einnisten und bis zu 15 Jahre alt werden können. Täglich erzeugen sie tausende Mikrofilarien. Diese Masse überfordert die Körperabwehr. Ohne Behandlung durchziehen über Jahre Millionen winziger Wurmparasiten (von blossem Auge nicht sichtbar) das Unterhautgewebe und gelangen mit der Zeit ins Auge, wo sie den Sehnerv zerstören. Quälender Juckreiz, fleckige Haut sowie sichtbare Beulen, in denen sich die Erreger vermehren, sind weitere Auswirkungen dieser Krankheit.
Behandlung
Ab 1974 ging die WHO in Westafrika gegen die Flussblindheit vor, zunächst durch Besprühen der Flussgebiete mit Larviziden .Den Siegeszug eingeläutet hat aber der Pharmahersteller Merck. Seit 1987 stellt er das Medikament Mectizan® mit dem damals eben entdeckten Wirkstoff Ivermectin kostenlos zur Verfügung: «So lange und wo immer es benötigt wird». So ist die Zahl der weltweit Infizierten von 80 Millionen auf 37 Millionen im Jahr 2009 gesunken. In Gebieten von Senegal und Mali konnte die Krankheit sogar ganz ausgemerzt werden. Fruchtbares Land von der fünffachen Fläche der Schweiz hat in Westafrika wieder besiedelt werden können. Im übrigen Afrika jedoch bedroht die Flussblindheit die Mensche nnoch immer. Das Medikament Mectizan® tötet die Wurmlarven ab und unterbindet deren Produktion. Pro Person muss Mectizan® ein- bis zweimal jährlich und nach Körpergewicht eingenommen werden, um das Augenlicht auf Dauer zu retten.
Kosten
Rund einen Franken kostet die Abgabe pro Patient und Jahr. Der Produzent Merck stellt Mectizan® kostenlos zur Verfügung.
CBM-Hilfe
Abgestimmt mit der WHO verteilt die CBM das Mectizan® in Zentral- und Westafrika. 11,3 Millionen von Flussblindheit bedrohte Menschen sind im Jahr 2010 durch die Hilfe der CBM mit Mectizan behandelt worden.


