15’857 Schulkinder für drei Minuten blind

29.11.2017

Was es heisst, keine Sehkraft mehr zu haben, das erfuhren seit dem Start des CBM-Erlebnismobils vor sieben Jahren 15’857 Schülerinnen und Schüler aus der Deutschschweiz und Liechtenstein.

Im Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission geht es auch darum, die anderen Sinne zu testen.
Im Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission geht es auch darum, die anderen Sinne zu testen.

Wie findet sich eine blinde Person zurecht? Welchen Herausforderungen steht sie im Alltag gegenüber? Was nehme ich allein über das Tasten, Hören und Schmecken wahr? Antworten auf diese Fragen erhalten Schülerinnen und Schüler im Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission. Im Mobil tasten sie sich, ausgerüstet mit einem Langstock und einer die Graustarblindheit simulierenden Brille, durch einen 12 Meter langen Gang. Und erleben so selbst, wie es ist, sich ohne Sehsinn zu orientieren. Seit Beginn des Angebots im Jahr 2010 machten insgesamt 15’857 Schulkinder aus der Deutschschweiz und Liechtenstein diese besondere Erfahrung.

Vielseitiges Programm

Der Erlebnisgang simuliert alltägliche Hindernisse, die blinde Menschen bewältigen müssen: Der Boden im Mobil verändert sich mehrmals, die Oberfläche der Wände ebenfalls. Die Schulkinder ertasten, erriechen und erlauschen unterschiedliche Gegenstände. «Am Anfang war es sehr schwierig, ohne zu sehen durch das Erlebnismobil zu gehen. Doch schnell wurde es immer einfacher und vertrauter», berichtete ein Schüler. 

Auf dem Schulgelände zeigt der Erlebnismobil-Verantwortliche Beat Schneider den Kindern, wie sie im Alltag blinden Menschen begegnen und ihnen assistieren können. «Viele Menschen sind unsicher, wenn sie eine blinde oder anders behinderte Person sehen, die Hilfe braucht. Deshalb möchten wir den Kindern zeigen, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollen», erklärt Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Schweiz. In der Doppellektion soll den Schulklassen aber auch vermittelt werden, dass blinde Menschen in der Schweiz ihren Alltag dank gezieltem Training selbständig meistern und geniessen können. Hinzu kommen altersgerecht verpackte Informationen zu den Ursachen von Blindheit – in der Schweiz und in Armutsländern.

Blindsein hier und dort

Die Kinder mit Behinderungen, die auf der Aussenwand des CBM-Erlebnismobils abgebildet sind, schlagen denn auch den Bogen zu augenkranken Menschen in den Entwicklungsgebieten. Kurzfilme illustrieren die Unterschiede zwischen dem Leben blinder Menschen in der Schweiz und in den Armutsgebieten: Zum Beispiel, dass es dort nur wenige öffentliche Gebäude und Einrichtungen gibt, die barrierefrei sind, sowie kaum Kliniken, Blindenschulen und -verbände. Oder dass sich augenkranke Menschen in den Entwicklungsgebieten die rettenden Behandlungen in der Regel nicht leisten können. Welchen Folgen sie dadurch ausgesetzt sind, thematisiert der Verantwortliche des Erlebnismobils zusammen mit den Schülerinnen und Schülern. 

Die Doppellektion rund um das Erlebnismobil ist kostenlos. Sie sensibilisiert für die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen und macht die weltweite CBM-Arbeit bekannter, ohne dass um Spenden geworben wird. Das Angebot findet auf Seiten der Schulkinder und Lehrpersonen gleichermassen Anklang: «Meiner Klasse gefiel das Programm des Erlebnismobils sehr gut. Auch einige Zeit danach haben sich die Kinder positiv zum Thema geäussert», freute sich eine Primarlehrerin.

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