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80 Prozent der weltweiten Blindheit könnte verhütet werden

11. Oktober 2022

Mehr als jede dritte Person der 43 Millionen blinden Menschen weltweit leidet am Grauen Star. Dabei könnte dieser korrigiert werden, wenn die notwendigen Mittel bereitstünden. Auf diesen Missstand möchte die CBM Christoffel Blindenmission am Welttag des Sehens vom 13. Oktober 2022 aufmerksam machen.

«Sie haben mich in der Pause nicht mitmachen lassen», erzählte Vivian aus Uganda nach der Schule oft. Die 5-Jährige sah nur noch mit einem Auge. Doch es schien eine Frage der Zeit, bis sich die Sehkraft ohne Behandlung auch auf diesem Auge weiter verschlechtern würde. Denn das Regionalspital hatte bei diesem Auge unkontrollierbare Augenbewegungen diagnostiziert, und einen Grauen Star im bereits erblindeten Auge. «Erblindet Vivian ganz, fällt sie aus der Schule. Dann sehe ich eine Zukunft voller Not vor ihr», seufzte ihr Vater Moris. «Mein Einkommen aus dem Reparieren von Schuhen ist karg, wir können die nötigen Behandlungen nicht bezahlen.»

Grauer Star ist häufigste Blindheitsursache

Millionen von Menschen ergeht es in den Armutsgebieten wie Vivian: 80 Prozent der weltweiten Blindheit könnte verhütet werden, wenn die notwendigen Mittel bereitstünden. Die global häufigste Ursache für Blindheit ist der korrigierbare Graue Star. Rund 17 Millionen der insgesamt 43 Millionen blinden Menschen weltweit haben deswegen ihr Augenlicht verloren. Hauptgründe für die hohe Anzahl an Erblindungen durch den Grauen Star sind die Behandlungskosten, die für viele erkrankte Personen zu hoch sind, sowie der grosse Mangel an Augenchirurginnen und -chirurgen in Armutsregionen. Bisweilen muss eine Ärztin oder ein Arzt ein Gebiet mit einer Bevölkerung von zwei Millionen Menschen abdecken. 

Der Graue Star ist primär eine Alterserkrankung. Im Vergleich zu Ländern wie der Schweiz tritt er in Armutsgebieten jedoch häufig um zehn oder mehr Jahre früher auf, vor allem weil Menschen dort vermehrt UV-Strahlen ausgesetzt sind. Doch auch unzählige Kinder sind in Armutsgebieten am Grauen Star erkrankt. Die häufigsten Ursachen hierbei sind Vererbung, Infektionen in der Schwangerschaft oder Mangelernährung.

Es braucht ganzheitliche Hilfe

Die CBM Christoffel Blindenmission geht in ihren Augenprojekten mehrere Bereiche an: Durch die Spendengelder ermöglicht sie für möglichst viele in Armut lebende Familien die Behandlung, ebenso den Auf- und Ausbau von Augenkliniken, die Durchführung von Sensibilisierungskampagnen sowie von Ausseneinsätzen, um augenkranke Menschen auffinden und weiterverweisen zu können. Ausserdem fördert die CBM die Ausbildung lokaler Fachkräfte und die Früherkennung. Denn eine rechtzeitige Behandlung ist bei Kindern entscheidend. Die Sehregion des Gehirns muss noch lernen, die Nervenimpulse aus dem Auge zu verarbeiten. Das gelingt mit jedem Jahr Blindheit weniger.

Auch bei Vivian eilte die Zeit. Auf Anraten des Augenarztes des Regionalspitals brachten die Eltern Vivian umgehend in die CBM-geförderte Mengo-Augenklinik. Die dortige Operation wurde aus dem Fonds für in Armut lebende Patientinnen und Patienten finanziert, der aus Spenden der CBM gespeist wird. Die Operation am Grauen Star verlief erfolgreich und ohne jegliche Komplikationen. Ihr Vater Moris ist überglücklich über das Resultat: «Jetzt, da der Graue Star korrigiert ist, sehe ich eine Zukunft für meine Tochter!» Um die unwillkürlichen Bewegungen im anderen Auge zu korrigieren und zur Unterstützung der Sehkraft wird Vivian auch eine auf ihre Situation angepasste Korrekturbrille erhalten. Ihrem Schulbesuch steht nun endlich nichts mehr im Wege.

2021 wurden in den CBM-Projekten 1,4 Millionen Personen an den Augen behandelt. Durchgeführt wurden 285'000 Operationen am Grauen Star, davon 11'500 an Kindern.


Über die CBM

Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Ländern des Globalen Südens. Sie leistet Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und inklusiv gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das Zewo-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

Kontakt

Michael Schlickenrieder
Co-Leitung Kommunikation und Fundraising
Tel. 044 275 21 65
michael.schlickenrieder@STOP-SPAM.cbmswiss.ch

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