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80 Prozent der weltweiten Blindheit könnte verhütet werden

12. Oktober 2021

Mehr als jede dritte Person der 43 Millionen blinden Menschen weltweit leidet am Grauen Star. Dabei könnten diese und weitere Augenerkrankungen geheilt werden, wenn die notwendigen Mittel bereitstünden.

Aisha Namatovu aus Uganda beobachtete schon früh, dass ihre heute fünfjährige Tochter kaum etwas sah: «Wenn Shanice nach dem Löffel griff, verfehlte sie ihn. Hielt ich ihr etwas hin, so sah sie es nicht. Beim Gehen stiess sie dauernd irgendwo dagegen. Und auf der Strasse wird sie Muzibe gerufen, ein abschätziges Wort für Blinde.» Ohne Sehkraft, habe die Dorfschule erklärt, sei der Schulbesuch sinnlos. Doch Aisha Namatovu und Shanice leben in Armut, eine medizinische Behandlung konnten sie sich nicht leisten. Ausser sie hätte das mühsam angesparte Schulgeld aufgebraucht, dann aber hätte Shanice nicht mehr zur Schule gehen können. 

Grauer Star ist häufigste Blindheitsursache

Wie der Mutter von Shanice geht es Millionen von Menschen und Familien: 80 Prozent der weltweiten Blindheit könnte verhütet werden, wenn die notwendigen Mittel bereitstünden. Wegen des heilbaren Grauen Stars zum Beispiel haben rund 17 Millionen der insgesamt 43 Millionen blinden Menschen weltweit ihr Augenlicht verloren. Der Graue Star ist die global häufigste Ursache für Blindheit.

Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse bis zur Erblindung immer mehr ein. Die Augenerkrankung ist in der Regel eine Alterserscheinung. In Armutsgebieten jedoch tritt sie im Vergleich etwa zur Schweiz durchschnittlich zehn Jahre früher ein, vor allem weil Menschen dort vermehrt UV-Strahlen ausgesetzt sind. In Armutsgebieten gibt es aber auch zahlreiche Kinder, die an der Augenkrankheit leiden. Die Ursachen können Infektionen während der Schwangerschaft, Vererbung oder Mangelernährung sein. Doch auch Unfälle wie Stichverletzungen können die Linsen trüb werden lassen.

Es braucht ganzheitliche Hilfe

Neben den Behandlungskosten, die für in Armut lebende Familien in den allermeisten Fällen viel zu hoch sind, ist auch der grosse Mangel an Augenchirurginnen und -chirurgen ein Grund, dass Millionen von Menschen in Armutsgebieten von vermeidbaren Erblindungen betroffen sind. Die CBM geht in ihren Augenprojekten deshalb mehrere Bereiche an: Durch Spendengelder ermöglicht sie für möglichst viele in Armut lebende Familien die Behandlung, ebenso den Auf- und Ausbau von Augenkliniken, die regelmässige Durchführung von Ausseneinsätzen durch mobile Klinikteams und von Sensibilisierungskampagnen sowie die Ausbildung lokaler Fachkräfte. Ausserdem fördert die CBM die Früherkennung und das Sichern der Nachkontrollen. Denn eine rechtzeitige Behandlung ist bei Kindern entscheidend. Die Sehregion des Gehirns muss noch lernen, die Nervenimpulse aus dem Auge zu verarbeiten. Das gelingt mit jedem Jahr Blindheit weniger.

Auch bei Shanice eilte die Zeit. Auf Anraten der Kindergartenlehrerin ging Aisha Namatovu mit ihrer Tochter in die CBM-geförderte Mengo-Augenklinik. Beidseitiger Grauer Star lautete die Diagnose. Als die Mutter erfuhr, dass die nötige Operation aus dem Fonds für in Armut lebende Patientinnen und Patienten, der aus Spenden der CBM gespeist wird, finanziert wird, fiel ihr ein riesiger Stein vom Herzen. Das für Shanice angesparte Schulgeld bleibt unangetastet. Bereits am nächsten Tag wird Shanice erfolgreich operiert. Bei Kindern erreicht das Sehen rund drei Monate nach der Operation das Maximum. Zur Unterstützung der Sehkraft erhielt Shanice dann auch eine passende Korrekturbrille. Die Augenoperation hat Shanice nicht nur die Sehkraft zurückgebracht, sondern auch neue Zukunftsaussichten: Dem Schulbesuch steht nun nichts mehr im Wege.

2020 wurden in den CBM-Projekten 900'000 Personen an den Augen behandelt. Durchgeführt wurden 197'000 Operationen am Grauen Star, davon 8'800 an Kindern.

 

Über die CBM
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Ländern des Globalen Südens. Sie leistet Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und inklusiv gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt. Die CBM Schweiz führt das Zewo-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

Kontakt
Michael Schlickenrieder
Co-Leitung Kommunikation und Fundraising
Tel. 044 275 21 65
michael.schlickenrieder@STOP-SPAM.cbmswiss.ch

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