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Augengesundheit für alle

7. Oktober 2019

Der Graue Star ist heilbar. Dennoch ist er die weltweit häufigste Ursache für Blindheit. Von den 36 Millionen blinden Menschen sind 13 Millionen am Grauen Star erblindet. Zum Welttag des Sehens vom 10. Oktober 2019 fordert die CBM Christoffel Blindenmission deshalb, augenmedizinische Behandlungen für alle Menschen zugänglich zu machen.

Porträt eines Jungen mit Down Syndrom, der eine Brille trägt.
Unterstützt durch eine Korrekturbrille sieht Navraj nach der Operation wieder klar.

Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse bis zur Erblindung immer mehr ein. Die Augenkrankheit ist in der Regel eine Alterserscheinung. In Armutsgebieten jedoch tritt der Graue Star im Vergleich etwa zur Schweiz durchschnittlich zehn Jahre früher ein, vor allem wegen Mangelernährung und des Ultravioletts des stärker und länger strahlenden Sonnenscheins. Zudem sind auch Kinder betroffen, aufgrund von Infektionen während der Schwangerschaft, Vererbung, Mangelernährung oder Verletzungen.

Der Graue Star ist bei mehr als einem Drittel der rund 36 Millionen blinden Menschen für deren Erblindung verantwortlich und stellt damit die global häufigste Blindheitsursache dar. Fast alle 13 Millionen Menschen, die deswegen ihr Augenlicht verloren haben, leben in Armutsgebieten. Hauptgründe für die hohe Anzahl an Erblindungen durch den Grauen Star sind die für die erkrankten Personen vielfach zu hohen Behandlungskosten und der grosse Mangel an Augenchirurginnen und -chirurgen in Armutsregionen. Bisweilen muss eine Ärztin oder ein Arzt ein Gebiet mit einer Bevölkerung von zwei Millionen Menschen abdecken. 

Barrieren abbauen

Für Menschen mit Behinderungen ist der Zugang zum Gesundheitssystem zusätzlich erschwert. Neben den oft mangelnden finanziellen Ressourcen der Familien und der schlechten ärztlichen Versorgung sind physische und Kommunikationsbarrieren, gesellschaftliche Stigmatisierungen sowie Fehleinschätzungen durch das Gesundheitspersonal weitere Gründe. Die CBM Christoffel Blindenmission fördert den Zugang für Menschen mit Behinderungen zu Gesundheitsdienstleistungen im Allgemeinen, und damit auch zur Augengesundheit. Der Bedarf ist ungebrochen: «Nach wie vor sind zahlreiche Menschen mit Behinderungen von der augenmedizinischen Versorgung ausgeschlossen. Mit unseren Partnern arbeiten wir daran, die augenmedizinische Versorgung für alle zugänglich zu machen und generell mit unseren Entwicklungsvorhaben zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen beizutragen», berichtet Mark Schmid, Leiter Internationale Programme bei der CBM Schweiz.

Eines der inklusiven CBM-Augenprojekte befindet sich im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh in dessen Hauptstadt Bhopal. Die Zugänglichkeit der Klinik wird gefördert, um auch Menschen mit anderweitigen Behinderungen oder älteren Menschen den Zugang zur Augengesundheit zu ermöglichen: So wurden zum Beispiel Rampen und Geländer angebracht. Klinikmitarbeitende erhalten Aufklärung über die Anliegen und Rechte von Menschen mit Behinderungen. Überdies werden die Informationen über die Klinikdienstleistungen derart vermittelt, dass auch sehbehinderte oder gehörlose Menschen sie verstehen können. Die Klinik führt ausserdem regelmässig mobile Einsätze durch, um Menschen in abgelegenen, stark von Armut betroffenen Gebieten auf Augenprobleme hin zu untersuchen und, falls notwendig, zur Behandlung oder Operation an die Klinik weiterzuverweisen. Das können Reihenuntersuchungen in Schulen oder in Dörfern sein, wo sie vorher angekündigt werden. Bei solchen Ausseneinsätzen werden besonders auch Menschen mit anderweitigen Behinderungen gezielt gesucht. Dadurch sollen auch Menschen ihr Recht auf Augengesundheit geniessen, die sonst einen erschwerten Zugang dazu haben.

Mobile Einsätze fördern Zugang zu Gesundheit

Bei einem mobilen Einsatz der CBM-geförderten Klinik wurde auch Navraj entdeckt. Der 13-jährige Junge lebt mit Down Syndrom und wohnt in einem Waisenheim in einem Vorort von Bhopal. Rasch bemerkte der Mitarbeiter des mobilen Klinikteams die Ursache von Navrajs Sehbehinderung: Navraj hat in beiden Augen den Grauen Star und sollte unverzüglich operiert werden. Zwei Tage danach wurde er kostenlos am rechten Auge operiert, wobei die trübe Linse durch eine klare ersetzt wurde. Nach dem Abheilen folgte einige Wochen später der Eingriff am anderen Auge. Bereits nach der ersten Operation hörte Navraj nicht auf zu strahlen. Seine Betreuerin freute sich mit ihm: «Vorher war er still und ängstlich. Jetzt lächelt Navraj ständig und redet mit den anderen Kindern. Er bastelt ohne Pause und hält sich die Dinge nicht mehr dicht vor Augen. Durch die Augenoperation ist sein Leben um ein Vielfaches leichter geworden.»

Im Jahr 2018 führten CBM-geförderte Kliniken 819'000 Augenoperationen durch. 605'000 waren Graue-Star-Operationen, hiervon 20'000 an Kindern. Insgesamt wurden 10,5 Millionen Menschen augenmedizinisch untersucht. «Erhalten Menschen das Augenlicht zurück, ist dies eine Investition in ihre Zukunft und diejenige ihrer Familie. Denn gerade in Armutsgebieten ist eine berufliche Tätigkeit eng an das Sehvermögen geknüpft», konstatiert Schmid.

 

Über die CBM
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Armutsgebieten. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt. Sie erbringt Entwicklungs- sowie Nothilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und integrativ gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das ZEWO-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

Kontakt
Michael Schlickenrieder
Fachverantwortlicher Medien und Online
Tel. 044 275 21 65
michael.schlickenrieder@STOP-SPAM.cbmswiss.ch

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