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Flächendeckende und inklusive Gesundheitsversorgung

3. April 2019

Für den Weltgesundheitstag vom 7. April 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die flächendeckende Gesundheitsversorgung als Thema bestimmt. Sie fordert, dass jeder Mensch Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen hat. Die CBM Christoffel Blindenmission betont die Relevanz von inklusiven Gesundheitsdiensten und -systemen. Nur so können auch Menschen mit Behinderungen Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch nehmen.

Eine Ärztin in Indien behandelt in einer mobilen Klinik einen Patienten am Auge.
CBM-Augenkliniken organisieren wie hier in Indien regelmässig mobile Gesundheitsposten, damit auch Menschen in entlegenen Gebieten Zugang zu augenmedizinischen Behandlungen erhalten.

Jeder siebte Mensch lebt laut der Weltgesundheitsorganisation WHO mit einer Behinderung. In Armutsgebieten ist es gar jeder fünfte Mensch. Zwischen Armut und Behinderung besteht ein Teufelskreis: Familien in Armut können sich Gesundheitsdienstleistungen und eine gesunde Lebensweise nicht leisten. Auch sind sie höheren Risiken ausgesetzt durch prekäre Wohnverhältnisse und ungeschützte Arbeitsplätze. Gleichzeitig führt eine Behinderung dazu, dass bei Erwachsenen die Erwerbs- und bei Kindern die Bildungschancen sinken, die Familien wegen der Betreuungsarbeit weniger Zeit für die berufliche Tätigkeit finden sowie zusätzliche Kosten für Gesundheit und Hilfsmittel anfallen. Als Folge verharren die betroffenen Menschen in der Armut – oder fallen gar noch tiefer hinein.

Fehlender Zugang zum Gesundheitssystem

In Armutsgebieten haben Menschen mit Behinderungen oft keinen Zugang zum Gesundheitssystem. Neben den mangelnden finanziellen Ressourcen der Familien sind die schlechte ärztliche Versorgung, physische und Kommunikationsbarrieren, gesellschaftliche Stigmatisierungen sowie Fehleinschätzungen durch das Gesundheitspersonal weitere Gründe. Darüber hinaus werden Menschen mit Behinderungen oftmals ihrer politischen und gesellschaftlichen Rechte beraubt. Auch dadurch fehlt der gleichberechtigte Zugang zu bezahlbaren Gesundheitsdienstleistungen, und zu behinderungsspezifischen Leistungen.

«Möchte man in Armutsgebieten Gesundheit für alle erreichen, müssen inklusive Gesundheitssysteme entwickelt werden. Sie ermöglichen, dass Menschen mit Behinderungen denselben Zugang zu Prävention und Gesundheitsversorgung haben wie alle anderen. Genau das tun wir mit unseren Partnern vor Ort», sagt Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Christoffel Blindenmission Schweiz. Die CBM fordert deshalb zum Weltgesundheitstag vom 7. April, ebensolche Gesundheitssysteme zu fördern, welche die Anliegen von Menschen mit Behinderungen gezielt berücksichtigen. Dies in Einklang mit mehreren internationalen Übereinkommen, die das Recht auf Gesundheit für alle Menschen ausdrücklich festschreiben. Ebenso wurden in der Agenda 2030 konkrete Massnahmen formuliert, die sämtliche UNO-Mitgliedsstaaten zu einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung verpflichten. 

Damit Gesundheitssysteme behinderteninklusiv werden, müssen die verantwortlichen Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Institutionen ihre rechtlichen Verpflichtungen anerkennen und Massnahmen wie diese ergreifen:

  • Anpassung von Aus- und Weiterbildungen für das medizinische Personal im Hinblick auf die Inklusion von Menschen mit Behinderungen.
  • Erweiterung der barrierefreien Kommunikation (Print, Radio, Bilderinformationen) bei der Prävention sowie bei der Bekanntmachung und Nutzung von Gesundheitsdienstleistungen.
  • Bauliche Massnahmen und Dezentralisierung von Dienstleistungen, damit die physische Zugänglichkeit gewährleistet ist.
  • Nutzung neuer Technologien und deren Weiterentwicklung zur besseren Versorgung in entlegenen Gebieten (zum Beispiel zur Ferndiagnose oder Therapieempfehlung).
  • Übersektorales Zusammenarbeiten im Sinne des One-Health-Ansatzes, beispielsweise in der Vermeidung und Prävention von Krankheiten, die zu Behinderungen führen können (Wasser, Tiere, Landwirtschaft, Klima).

Stärkung des Gesundheitssystems in Burkina Faso

In Burkina Faso unterstützt die CBM ein Projekt zur Stärkung des nationalen Gesundheitssystems, besonders im Bereich der psychischen Gesundheit, für die in Burkina Faso, wie in anderen Entwicklungsländern, eine immense Versorgungslücke besteht. Durch das Projekt sollen Menschen mit psychischen Behinderungen die ihnen zustehenden medizinischen Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Dies geschieht einerseits durch die Weiterbildung von Gesundheitspersonal, die Stärkung von Referenzsystemen und durch Supervisionen. Andererseits werden Menschen mit psychischen Behinderungen begleitet und gefördert, damit sie in ihren Familien oder ihrem angestammten sozialen Umfeld leben und nach Möglichkeit einer existenzsichernden Arbeit nachgehen können. So können sie sich die medizinische Behandlung leisten, weil Medikamente noch nicht gratis zur Verfügung stehen, und auch am kulturellen und sozialen Leben teilnehmen. Gleichzeitig setzen sich Menschen mit psychischen Behinderungen gegenüber von politischen Entscheidungsträgern selbständig für die Gewährleistung ihrer Rechte ein.

 

Über die CBM
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Armutsgebieten. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt. Sie erbringt Entwicklungs- sowie Nothilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und integrativ gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das ZEWO-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

Kontakt
Michael Schlickenrieder, Fachverantwortlicher Medien und Online
Tel. 044 275 21 65
michael.schlickenrieder@STOP-SPAM.cbmswiss.ch

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