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Weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen mit Behinderungen

Ein Junge hält sich beim Augentest ein Auge zu.
Omaris Augen werden nach dem Eingriff am Grauen Star einem Test unterzogen.

Ein Überblick zu Zahlen und Fakten zu Behinderung, und zur globalen CBM-Hilfe.

Armut und Behinderung bedingen sich gegenseitig: Wer arm ist, hat ein höheres Risiko, eine Behinderung zu erleiden. Und wer mit einer Behinderung lebt, bei dem besteht ein höheres Armutsrisiko. Über 80 Prozent der Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsgebieten leben unterhalb der Armutsgrenze.

Neben der höheren Armutsrate haben Menschen mit Behinderungen rund um den Globus auch einen schlechteren Gesundheitszustand, ein niedrigeres Ausbildungsniveau und schlechtere Arbeitsmarktchancen.

Fakten zu Behinderung und Entwicklung

  • Über eine Milliarde Menschen leben mit einer Behinderung. Gemessen an der Weltbevölkerung sind das 15 Prozent.
  • Einerseits werden Menschen immer älter, andererseits gibt es eine weltweite Zunahme von chronischen Gesundheitsproblemen. Beides führt dazu, dass die Häufigkeit von Behinderungen steigt.
  • 80 Prozent aller Menschen mit Behinderungen leben in Entwicklungsgebieten.
  • Überproportional von einer Behinderung betroffen sind Frauen sowie ältere und arme Personen.
  • In Armutsgebieten leben schätzungsweise 65 Millionen Kinder mit Behinderungen im schulfähigen Alter. Rund die Hälfte besuchen keine Schule.  

Sehbehinderung

  • Alle 10 Sekunden erblindet aus Armut ein Mensch, unter ihnen jede Minute ein Kind.
  • Weltweit sind rund 36 Millionen Menschen blind, unter ihnen 1,4 Millionen Kinder. Von den 36 Millionen blinden Menschen leiden 13 Millionen am korrigierbaren Grauen Star, der häufigsten Ursache für Blindheit.
  • Rund 200 Millionen leben mit stark verminderter Sehkraft (Low Vision). 12 Millionen Kinder lediglich, weil die Korrekturbrille oder Sehhilfe fehlt. Deshalb müssen mehr als sieben Millionen Menschen praktisch blind leben.
  • Etwa 90 Prozent aller Menschen mit Sehbehinderungen leben in Entwicklungsgebieten. Dort tragen die Menschen ein acht Mal höheres Risiko zu erblinden.
  • Rund 1,5 Millionen Menschen sind kurz davor, an Trachom zu erblinden. Unzählige sind mit dem bakteriellen Erreger infiziert. Sauberes Wasser, verbesserte Hygiene, Augensalben oder Tabletten sowie eine Lidoperation bewahren vor unheilbarer Erblindung.
  • Vor allem in Afrika drohen Millionen Menschen an Flussblindheit zu erblinden. Die Tablette Mectizan® stoppt den Erblindungsprozess.
  • 80 Prozent der Blindheit könnte verhütet werden und bei Kindern 50 Prozent, wenn die notwendigen Mittel bereitstünden.
  • Die meisten blinden Kinder erhalten keine Schulausbildung.
  • In weiten Teilen von Subsahara-Afrika kommt auf eine Million Menschen nur ein Augenarzt (in der Schweiz 1:13'000).

Körperliche Behinderung

  • Etwa 150 Millionen Menschen weltweit haben eine körperliche Behinderung. Unter ihnen befinden sich rund zwei Millionen Kinder.

Hörbehinderung

  • Rund 450 Millionen Menschen weltweit haben eine mässige bis schwere Hörbehinderung - darunter 30 Millionen Kinder.
  • Über 70 Millionen Menschen sind gehörlos.
  • Pro Jahr werden weniger als zehn Prozent der weltweit benötigten Hörgeräte produziert. In Entwicklungsgebieten erhalten pro Jahr weniger als drei Prozent der Menschen mit Hörbehinderung ein Hörgerät.
  • Durch frühzeitige Behandlung könnte etwa die Hälfte aller Fälle von Hörverlust vermieden werden.

Psychische Behinderung

  • Jede vierte Person entwickelt im Leben irgendwann eine psychische Behinderung.
  • Circa 250 Millionen Menschen weltweit haben eine Depression. Mit Schizophrenie leben rund 50 Millionen Menschen.
  • In Armutsgebieten bleiben vier von fünf Menschen mit psychischen Behinderungen ohne Behandlung.


Quellen: Weltbehindertenreport der Weltgesundheitsorganisation WHO, 2011; International Agency for the Prevention of Blindness IAPB, 2017

Wie die CBM hilft

Allgemein

  • Die CBM-Föderation unterstützte im Jahr 2019 540 Projekte in 51 Ländern und arbeitete mit 347 Partnern zusammen. So leistete die CBM umfassende Hilfe für 10,7 Millionen Menschen.
  • 387'000 Menschen mit Behinderungen und Angehörige engagierten sich 2019 in Empowerment-Gruppen (z.B. Selbsthilfegruppen) 
  • 118'000 einheimische Fachkräfte wurden aus- oder weitergebildet, darunter 4'300 Ärztinnen und Ärzte, 15'000 Pflegepersonen sowie Assistentinnen und Assistenten, und 24'700 Lehrpersonen.

Augengesundheit

  • In den CBM-Projekten wurden 2019 9,2 Millionen Menschen augenmedizinisch untersucht und von ihnen 1,59 Millionen behandelt.
  • Durchgeführt wurden 749'000 Augenoperationen. Dazu gehören 589'000 Operationen am Grauen Star, davon 13'200 an Kindern. 
  • Von 1966, als die erste CBM-geförderte Operation am Grauen Star stattfand, bis 2019 wurden in Projekten der CBM 15 Millionen chirurgische Eingriffe am Grauen Star durchgeführt.
  • Zudem wurden im Jahr 2019 160'000 weitere Augenoperationen vorgenommen, davon 24'300 an Kindern. 10'400 betrafen den Grünen Star (Glaukom), 26'200 waren Lid-Operationen wegen Trachom und 18'100 Laserbehandlungen von diabetischen Netzhauterkrankungen.
  • 75'000 Menschen, die blind oder sehbehindert sind, wurden eingliedernd gefördert.
  • 2019 wurden insgesamt 447'000 Brillen abgegeben.
  • 6,2 Millionen Menschen erhielten Tabletten oder Salbe gegen Trachom und 22 Millionen bekamen Tabletten gegen Flussblindheit.

Orthopädie und Rehabilitation

  • 2019 ermöglichte die CBM 113'000 Menschen mit körperlichen Behinderungen eine Behandlung und weitere 225'000 Personen wurden untersucht.
  • 186'000 Menschen mit körperlichen Behinderungen erhielten eine eingliedernde Förderung.
  • 13'900 Gehilfen, 15'800 Orthesen (z.B. Schienen) und Prothesen sowie 7'700 Rollstühle und Tricycles wurden 2019 abgegeben.

Ohrengesundheit

  • 2019 wurden in CBM-Projekten 152'000 Menschen mit Hörbehinderungen behandelt sowie 401'000 weitere Personen untersucht.
  • 36'000 Menschen mit Hörbehinderungen erhielten eine eingliedernde Förderung.
  • 3'700 Hörhilfen wurden 2019 ausgehändigt.

Gemeindenahe psychische Gesundheit

  • Im Jahr 2019 wurden 13'000 Menschen mit psychischen Behinderungen behandelt sowie weitere 33'000 Personen untersucht.
  • 21'000 Menschen mit psychischen Behinderungen erhielten eine eingliedernde Förderung.

Bildung und Existenzsicherung

  • 2019 wurden 44'000 Menschen mit Behinderungen in ihrer schulischen Bildung gefördert, davon waren 36'000 Kinder.
  • Zusätzlichen 91'000 Menschen mit Behinderungen wurde eine Berufsausbildung oder Tätigkeit zur Existenzsicherung ermöglicht.

Nothilfe

  • 2019 erhielten insgesamt 27'000 besonders gefährdete Personen Nothilfe, unter ihnen 7'800 Menschen mit Behinderungen.

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