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Alle Rechte für alle Menschen mit Behinderungen

2014 hat die Schweiz die UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) ratifiziert und sich verpflichtet, Massnahmen zu treffen, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen sicherzustellen. 

Die Umsetzung der UNO-BRK in der Schweiz ist im Gange, doch es bestehen weiterhin Lücken, gerade auch in den Bereichen der humanitären Hilfe (Art. 11) und der Entwicklungszusammenarbeit (Art. 32). Um diese Lücken zu schliessen und den wichtigen Grundsatz der Partizipation von Menschen mit Behinderungen zu stärken, arbeiten AGILE.CH und die CBM Schweiz seit Anfang 2021 für das Projekt «Alle Rechte für alle Menschen mit Behinderungen» zusammen.

Inklusive schweizerische Internationale Zusammenarbeit

Das Ziel des Projekts besteht darin, eine inklusive schweizerische Internationale Zusammenarbeit zu fördern, die für alle Menschen zugänglich ist und im Einklang mit der UNO-BRK steht. Dafür ist es wichtig, Organisationen von Menschen mit Behinderungen und Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter zu stärken, damit sie sich aktiv und sachkundig in die Umsetzung der UNO-BRK einbringen können.  Die Partizipation von Menschen mit Behinderungen fördert die Qualität der Umsetzungsmassnahmen. Gleichzeitig sollen die Solidarität und der Austausch zwischen Organisationen von Menschen mit Behinderungen im Globalen Süden und Globalen Norden gefördert werden. 

Aktivitäten 2021

Dafür laufen im Jahr 2021 diverse Vorarbeiten, um die Grundlagen für das mehrjährige Projekt ab 2022 zu schaffen:

Mittels einer Umfrage wird ein Mapping aller Schweizer Organisationen erstellt, die sich für die Rechte und Anliegen von Menschen mit Behinderungen engagieren. Das ermöglicht es, einen Überblick über die verschiedenen Organisationen und ihre Strukturen zu erhalten und zwischen Organisationen für und von Menschen mit Behinderungen zu unterscheiden. Des Weiteren wird es auch eine Umfrage für Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter geben, um zu erfahren, was es braucht, damit sich Selbstbetroffene engagieren können und wollen. Es wird spannend sein zu sehen, was für Anliegen und Prioritäten Menschen mit Behinderungen haben. Schliesslich dient eine dritte Umfrage bei Schweizer NGOs aus dem Menschenrechtsbereich dazu, zu erfahren, inwiefern die Rechte von Menschen mit Behinderungen und die Umsetzung der UNO-BRK auch ein Thema bei diesen Organisationen ist. Inklusion ist ein gesamtgesellschaftliches Thema und muss daher auch von anderen Organisationen gelebt und umgesetzt werden.

Auch soll 2021 bereits ein erster Austausch mit Selbstvertretungsorganisationen aus dem Globalen Süden und dem Globalen Norden stattfinden. Aufgrund der aktuellen Lage wird das sehr wahrscheinlich eine Mischung aus online und Face-to-Face Aktivitäten sein. Dieser Austausch wird in enger Zusammenarbeit mit der International Disability Alliance (IDA) und dem European Disability Forum (EDF) durchgeführt. Beide sind enge Partner der CBM. Gleichzeitig ist AGILE.CH Mitglied des EDF. Basierend auf all diesen Ergebnissen wird ab September dieses Jahres das Mehrjahresprojekt erarbeitet. 

Ansatz und Grundsätze

Das Projekt verfolgt einen menschenrechtsbasierten Ansatz und gründet insbesondere auf den allgemeinen Grundsätzen der UNO-BRK (Artikel 3). Des Weiteren steht das Projekt in Einklang mit dem Ansatz und den Grundsätzen der Kapazitätsentwicklung der CBM:

  1. Verantwortlich: Kapazitäten werden im Einklang mit den Menschenrechtsprinzipien der vollen und wirksamen Partizipation, der Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung aufgebaut, um die Identifikation von und die Rechenschaftspflicht gegenüber Menschen mit Behinderungen und ihren repräsentativen Organisationen zu fördern.

  2. Angeführt von Menschen mit Behinderungen: Als aktive Akteure bei der Ausarbeitung, Überwachung und Evaluation von Programmen zur Kapazitätsentwicklung, im Advocacy und im Bereich der Fortbildung und Beratung im Einklang mit der UNO-BRK.

  3. Transformativ: Ein Ansatz zum Aufbau von Kapazitäten, bei dem es nicht nur darum geht, Aufgaben kompetent zu erfüllen, sondern auch darum, einen Systemwandel in Strukturen, Einstellungen und Denkweisen herbeizuführen, die Ursachen von Diskriminierung anzugehen und sicherzustellen, dass niemand zurückbleibt.

  4. Partnerschaftliches Arbeiten mit einem inklusiven und hybriden Ansatz: Die Technologie ermöglicht eine engere Zusammenarbeit über Netzwerke, verschiedene Wissensplattformen und Gemeinschaften hinweg. Aus diesem Grund sind durchdachte hybride Ansätze erforderlich, um verschiedene und zugängliche Austausch- und Lernmedien zu nutzen und zu optimieren und den Zugang und die Möglichkeiten für Selbstvertretungsorganisationen zu verbessern. In Zeiten der Corona-Pandemie ist ein solcher inklusiver und hybrider Ansatz notwendiger denn je.

  5. Anpassungsfähig und relevant: Der Aufbau von Kapazitäten ist kein vorbestimmter Prozess, sondern baut auf echten Partnerschaften auf, die eine flexible, anpassungsfähige und relevante Unterstützung im Einklang mit dem Länderkontext und den Prioritäten der Selbstvertretungsorganisationen ermöglichen.

  6. Gegenseitig: Kapazitätsaufbau ist ein wechselseitiger Lernprozess, der es allen Beteiligten ermöglicht, zu wachsen, die Arbeit des anderen herauszufordern und weiterzuentwickeln. Selbstmotivation und aktive Beteiligung sind wichtige Eckpfeiler beim Aufbau von Kapazitäten.

  7. Fortschrittlich und inspirierend: Kapazitätsentwicklung braucht Zeit und muss mit einem realistischen Zeitrahmen, inspirierenden, aber erreichbaren Zielen gefördert und unterstützt werden. Gleichzeitig müssen praktische Ressourcen und Unterstützungssysteme, die motivieren und befähigen, zur Verfügung stehen.

  8. Zeit für eine offene, unterstützende und reflektierende Praxis: Aufbau von Vertrauen und einer Kultur der reflektierenden Praxis und der Offenheit, aus Fehlern zu lernen.

  9. Learning by doing und Lokalisierung: Die Verpflichtung, Zeit zu investieren und flexibel zu sein, um wirklich befähigende Ansätze zur Kapazitätsentwicklung zu schaffen. Lokales vielfältiges Fachwissen wird geschätzt und Selbstvertretungsorganisationen und Partner auf allen Ebenen entwickeln, lernen und steuern lokale Entwicklungsinitiativen, die relevantes lokales Wissen generieren, um transformative Veränderungen zu unterstützen.

«Alle Rechte für alle Menschen mit Behinderungen» ist ein von AGILE.CH und CBM durchgeführtes Projekt der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Bei Fragen zum Projekt stehen Ihnen Raphaël de Riedmatten und Mirjam Gasser zur Verfügung. 

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