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Ein unsichtbarer Grauer Star

Im gleissenden Licht kneift Ambrose aus Uganda die Augen zusammen.


Ambrose hielt im Freien oft seine Hand über die Augen und verengte sie zu schmalen Schlitzen. Die Eltern ahnten nichts vom Sehproblem des Fünfjährigen. Ambrose schien lediglich lichtempfindlicher zu sein als andere Kinder. Dann aber traf eine alarmierende Mitteilung ein.

Juliet Kiiza erzählt, sie habe nichts bemerkt, bis eines Tages ein Lehrer von der ugandischen Dorfschule auf sie zukam: «Mein Sohn könne nur mit Mühe etwas von der Wandtafel abschreiben, meinte er. Mir fiel nun selbst erstmals auf, wie Ambrose bei Tageslicht stets seine Augen halb schloss.»

Ein aussergewöhnlicher Grauer Star

Eilig brachte ihn die Mutter zur CBM-geförderten Augenklinik Mengo in Ugandas Hauptstadt Kampala, nicht weit vom Dorf entfernt. Da hoffte sie noch, dass das Problem mit Augentropfen behoben werden könne. Beidseitiger Grauer Star, lautete dort allerdings die Diagnose. Und ein besonderer noch dazu: Die graue Scheibe der trüb gewordenen Linse war nicht sichtbar, wie das normalerweise beim Grauen Star der Fall ist. Ambroses Augenlinsen waren ausschliesslich im Zentrum trüb geworden. Die kleinen Eintrübungen waren von aussen mit blossem Auge gar nicht erkennbar. Wie der anschliessende Sehtest ergab, erkannte Ambrose erst auf sechs Metern, was normalsichtige Personen aus sechzig Metern sehen. «Bald wird Ambrose vollständig blind sein und die Schule nicht mehr besuchen können», bangte seine Mutter.

La concentrazione è al massimo durante un intervento alla cataratta nell’ospedale Mengo in Uganda.
La dottoressa Christine Nabatanzi sostituisce i cristallini opacizzati di Ambrose.

Für die Eltern – sie arbeitet als Coiffeuse, er unregelmässig als Motorradtaxifahrer – erwies sich die notwendige Operation am Grauen Star als unerschwinglich. Riesig war deshalb die Freude über den Bescheid, dass die CBM dank ihren Spenderinnen und Spendern die Kosten für die Operation beider Augen übernehmen würde!

Vor der Operation untersuchte Dr. Christine Nabatanzi die Augen von Ambrose umfassend: «Die Trübung durch den Grauen Star befindet sich direkt im Zentrum der Linsen», erläuterte sie. «Deshalb vermag Ambrose einzig an den Rändern des Sichtfeldes zu sehen, wo er noch über recht gutes Sehen verfügt. Wenn er hingegen etwas gezielt anblickt, verstellt der Graue Star die Sicht. Dann blickt er nur in dieses trüb gewordene Zentrum der Linse. Genau das geschieht auch, wenn sich die Pupille bei Sonnenschein verengt.»

Wie Sie helfen können

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie unseren Partnerkliniken, Betroffene aufzufinden und zu behandeln. So kann vermeidbare Blindheit geheilt oder verhütet werden. Bei einem Kind kostet die Operation am Grauen Star samt Vollnarkose und augenoptischer Nachsorge 180 Franken. Jeder Franken zählt!


Unbändige Freude – und Komplikationen

Ein Junge aus Uganda weist seine Mutter auf etwas hin, das ausserhalb des Bildes liegt.
Fasziniert zeigt Ambrose seiner Mutter, was er alles sieht.

Am Morgen nach der Operation bat Ambrose, ihm endlich die Augenverbände abzunehmen. Als sie entfernt waren, zeigte er keinerlei Regung. Seine Mutter beobachtete ihn gespannt von der Seite. Plötzlich lächelte Ambrose strahlend! Fasziniert betrachtete und betastete er das Gesicht seiner Mutter. Danach spielte er Fangen mit einem anderen Kind. Begeistert sah ihm seine Mutter zu: Selbstständig stieg er nun die Treppen hoch- und hinunter, bevor er draussen die Blumen bestaunte. Ambrose sah erstmals wieder richtig!

Und doch war noch nicht alles überstanden. Bis zum nächsten Kontrolluntersuch eine Woche später sollte er täglich Tabletten und Augentropfen nehmen, um die Heilung zu fördern und Infektionen vorzubeugen. Tatsächlich entzündete sich das rechte Auge, wurde rot und schwoll an. Die Eltern mutmassten, dass beim Spielen mit anderen Kindern schmutziges Wasser ins Auge gespritzt war. Vielleicht wurden auch die Augentropfen nicht exakt gemäss Anweisung verabreicht. Jedenfalls war ein zweiter Eingriff nötig: Im Operationssaal wurde Ambrose ein Depot-Antibiotikum eingespritzt. «Bei Kindern muss man nach der Operation sehr aufpassen, damit es keine Komplikationen gibt. Wenn wir jetzt zuwarten würde, würde sich auf der Augenoberfläche eine undurchsichtige, die Sicht blockierende Membran bilden», erläuterte Dr. Lisbon Aliraki.

Die Sehkraft ist zurück

«Beide Augen haben sich beruhigt, obgleich sie noch empfindlich sind», ergibt drei Wochen später der nächste Kontrolluntersuch. «Bei Tageslicht», ergänzt die Mutter freudig, «kneift Ambrose nicht mehr die Augen zu.» Bald muss er die Augen nicht mehr schonen, sondern kann draussen mit Freunden herumtoben und seiner Mutter beim Waschen der Kleider helfen. Und auch in der Schule wird er gut sehen können, wenn er eine Brille bekommen hat.

Zwei Jungen aus Uganda bewundern nach ihrer Augen-OP die blühenden Pflanzen beim Spital.
Glücklich und dankbar, endlich sehen zu können!

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