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Kellie sieht die Blumen wieder

Als wäre sie hier zu Hause, streift Kellie vor der Augenklinik herum. Von einem Hibiskusstrauch zupft die Dreijährige eine rosafarbene Blüte. Dicht hält sie sich diese vor die Augen und betrachtet sie. Vor einem Monat ist ihr rechtes Auge vom Grauen Star befreit worden. Die Graue-Star-Operation des zweiten Auges steht kurz bevor.

Im Empfangsraum der CBM-geförderten Klinik in Kabgayi/Ruanda drängen sich die Patienten. Kellie grüsst lächelnd einen nach dem anderen. Neugierig streckt sie ihren Kopf ganz nah vor das jeweilige Gesicht. Nur so kann sie es genau erkennen. Ihr unwiderstehlicher Charme entzückt alle.

Hoffnung und Schatten

Ein Mädchen aus Ruanda spielt in einem Klinikflur
Verstecken spielen im Klinikflur – das gelingt Kellie bereits mit nur einem, vorläufig noch schwach sehenden Auge recht gut!

Schmunzelnd beobachtet Mutter Marie ihre Tochter. Kellie spielt gerade Verstecken mit anderen Kindern. Das gelingt ihr mit nur einem und noch schwach sehenden Auge bereits gut. Die anderen Kinder rufen ihren Namen, und sie folgt den Stimmen. Sobald Kellie eines entdeckt hat, kichert sie vergnügt. Derweil äussert sich Marie nachdenklich zur Zukunft: «Ich möchte noch mindestens so lange leben, bis Kellie zur Schule geht.» Marie ist HIV-positiv.

Mutter Marie muss alleinstehend für Kellie und ihren siebenjährigen Jungen Prince sorgen. Sie schlägt sich mit Arbeiten auf dem Bau durch sowie mit Putz- und Waschaufträgen. Ihre Kinder kann sie währenddessen Nachbarsfamilien anvertrauen.

Allmählich erblindet

Ein Kleinkind, das gleich die Narkose erhält, liegt auf dem OP-Bett.
Kellie unmittelbar vor ihrer Operation. Bald wird sie auch auf dem zweiten Auge gut sehen können.

«Kellie war ein Jahr alt. Um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, bewegte ich einen Löffel vor ihren Augen», erinnert sich Mutter Marie. «Doch sie reagierte überhaupt nicht.» Später, Kellie lief inzwischen, schickte sie ihre Tochter einen Becher holen. Selbst bei späteren Versuchen brachte Kellie stets etwas anderes. Alarmiert begab sich Marie mit ihr ins Distriktspital, das zur CBM-Augenklinik riet. Doch Geld für die 55 Kilometer lange Fahrt zu sparen, vermochte Mutter Marie nicht. Schlussendlich legten es die Nachbarn zusammen.

In der Klinik stand die Diagnose schnell fest: beidseitiger Grauer Star. Der belgische CBM-Augenarzt Dr. Piet Noë entfernte die trüb gewordene Linse zunächst aus Kellies rechtem Auge. Dadurch empfing das Sehzentrum des Gehirns erstmals wieder verwertbare Impulse, trotz der noch ausstehenden künstlichen Linsen. Sogleich begann sich die Sehfähigkeit aufzubauen. Je eher operiert wird, umso stärker entwickelt sich die Sehkraft. «Kellies Augenlicht hat sich nach und nach verbessert», bestätigt Mutter Marie vier Wochen später. «Aber noch erkennt sie Dinge nur aus kurzer Distanz.»

Sorgfalt und Geduld

Ein Mädchen aus Ruanda hält einen Hibiskusstrauch in den Händen und lächelt.
Kellie kann die Farbenpracht um sie herum wieder wahrnehmen!

Neben Kellie operiert Dr. Noë an diesem Tag noch vier andere Kinder am Grauen Star. Das Herauslösen der Linse bei einem Kleinkind dauert inklusive Anästhesie rund 45 Minuten. Noch sehr zart sind die Gewebe, wodurch das Operieren höchste Sorgfalt und grosses Fingerspitzengefühl verlangt. Wenn immer möglich, werden nicht beide Augen gleichzeitig operiert. Sollte sich zu Hause bei der Wundheilung eine Infektion ergeben, bleibt diese ziemlich sicher auf das eine Auge beschränkt. Die künstlichen Linsen werden Kellie erst in rund einem Jahr eingesetzt, wenn ihre Augen ausgewachsen sind.

Tags darauf kontrolliert Dr. Noë das frisch operierte Auge und freut sich über das gute Resultat. Anschliessend wird Kellies Sehkraft gemessen, um eine passende Korrekturbrille herzustellen. Fröhlich winkt das Mädchen ihrer Mutter zu. Marie lächelt befreit und glücklich zurück. Ihrer kleinen Tochter öffnen sich die Perspektiven!

Wie Sie helfen können

Die Operation am Grauen Star kostet 50 Franken. Für ein Kind samt Vollnarkose und Nachbetreuung 180 Franken. Schenken Sie Augenlicht!

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