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Dürre und Hungerskrise in Madagaskar – CBM leistet Nothilfe


Im Süden von Madagaskar herrscht eine extreme Hungerskrise. Laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sind 1,3 Millionen Menschen dringend auf Hilfe angewiesen. Die CBM leistet Nothilfe.

Aufeinanderfolgende Dürrejahre, aber auch Bodenerosionen, Abholzungen sowie starke Sandstürme haben im Süden Madagaskars viele Acker- und Weideflächen unbestellbar gemacht. Die Region ist regelmässig von Dürren betroffen. Seit einigen Jahren wird die Situation durch den Klimawandel jedoch immer gravierender. Die aktuelle Dürre ist die schlimmste seit 40 Jahren. 

Die Situation ist durch die Corona-Pandemie und die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes verschärft worden und hat sich während des Jahres 2021 rapide verschlechtert. Die Personen konnten nicht reisen, um anderswo Geld zu verdienen. In manchen Distrikten ist bereits mehr als ein Viertel der Menschen akut unterernährt. Gemäss dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) brauchen 1,3 Millionen Menschen dringend Hilfe. In ihrer Not essen die Menschen Blätter und Heuschrecken. Durch die sich überlagernden Krisen und die herrschende Not verkehren in der Region zudem kriminelle Banden.

Am schlimmsten ist die Situation für Kinder. Laut Angaben des madagassischen Gesundheitsministeriums leidet jedes sechste Kind unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung. Kinder mit akuter Unterernährung haben ein viermal höheres Risiko zu sterben als gesunde Kinder. Chronische Unterernährung in den ersten Lebensjahren führt zudem zu irreversiblen Entwicklungsstörungen.

So leistet die CBM Nothilfe

Die CBM unterstützte zunächst von August bis Dezember 2021 eine Gemeinde im Distrikt Amboasary der Region Anosy im Süden der Insel. 1'100 Haushalte, die besonders stark von der Nahrungsmittelunsicherheit betroffen waren, erhielten sogenannte Cash Transfers. Unter diesen Haushalten waren sowohl Familien mit Angehörigen mit Behinderungen als auch ohne. Dank diesen Bargeldzahlungen haben sich die Familien auf dem lokalen Markt, der aus dem Landeszentrum beliefert wird, das besorgen können, was sie in ihrer Not am dringendsten benötigten. Cash Transfers sind eine wirkungsvolle und erprobte Massnahme in humanitären Krisen und stützen die lokale Wirtschaft. Umgesetzt wurde die Nothilfe durch den langjährigen CBM-Partner SAF/FJKM, der Entwicklungsorganisation der reformierten Kirche Madagaskars.

Aufgrund der noch immer gravierenden Lage hat die CBM ihre Nothilfe verlängert, nun in den Gemeinden Bekitro, Bevitiky und Antanimora der Region Androy. Von Februar bis Dezember 2022 erhalten 3’000 Haushalte mit und ohne Menschen mit Behinderungen Cash Transfers. Ebenso werden diese Personen in landwirtschaftlichen Produktions- und Tierhaltungstechniken weitergebildet. Umsetzender CBM-Partner ist Action Intercooperation Madagascar – die lokale Organisation des ehemaligen Schweizer Hilfswerks Intercooperation.

Parallel wird die Selbstvertretungsorganisation Collectif des Organisations des Personnes Handicapées (COPH) gestärkt. COPH sensibilisiert Regierungsstellen, einheimische und internationale humanitäre Organisationen sowie Gemeinden für inklusive Nothilfemassnahmen, die Menschen mit Behinderungen und andere gefährdete Personen gezielt einbeziehen.  

An die Nothilfe schliesst ein zwei Jahre dauerndes Folgeprojekt an, das eine nachhaltige Landwirtschaft und damit auch die Ernährungssicherheit fördern soll.

Hilfe, die wirkt

Liasoa verbringt den Tag auf dem Rücken ihrer Grossmutter, sei es beim Wasserholen oder auf dem Markt. Mit schwerer körperlicher und kognitiver Behinderung geboren, ist Liasoa von ihren Eltern der Grossmutter überlassen worden. Nach und nach verstand diese Liasoas Zeichen und Lautäusserungen. Die heute 9-Jährige kann weder sprechen, gehen, noch feste Nahrung zu sich nehmen. Sie benötigt eine ganztägige Betreuung, wodurch die Grossmutter kaum einer Arbeit nachgehen kann. Stattdessen verkauft die Grossmutter gesammeltes Holz und kauft mit dem Erlös Reis. «Wenn wir keinen Reis haben, geben uns Nachbarn ein wenig Essen.»

Mittels des CBM-Hilfsbetrages muss sie nun nicht mehr kilometerweit Holz sammeln und kann für sich und ihre Enkelin eine ausreichende, gesunde Ernährung sicherstellen. Wozu sie zusätzliches Geld einsetzen würde, ist ihr klar: «Mit einem Rollstuhl müsste ich Liasoa nicht mehr dauernd auf dem Rücken tragen. Und mit einer Nähmaschine könnte ich Selbstgeschneidertes auf dem Markt verkaufen.»

Manuel Rothe, Verantwortlicher Humanitäre Hilfe bei der CBM Schweiz, und Eric Rasolondranaly vom CBM-Landesbüro über die Nothilfe der CBM in Madagaskar.

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