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Wenn der Durchblick fehlt

6. November 2018

Ein Mann erklärt einigen Schulkindern etwas zum Thema Blindheit
Beat Schneider von der Christoffel Blindenmission hatte viele neugierige Fragen zu beantworten. Bild: Annemarie Keusch

Wohler Anzeiger - Hören, fühlen und das, was geht, beobachten. Sehen geht nicht. Wie schwierig ein Leben als blinder oder sehbehinderter Mensch ist, lernten Auwer Schüler in einer ganz speziellen Doppellektion. Dafür kam gar das Mobil der Christoffel Blindenmission auf den Schulhof.

Die Augenbinde nimmt dem 5.-Klässler jedes Augenlicht. Vor ihm auf dem Tisch liegt ein Spiel, das normalerweise Kinder im Vorschulalter spielen. Es gilt, die richtigen Formen am richtigen Ort des Steckwürfels zu platzieren. Anspruchsvoll ist das nicht. Die anderen Kinder rundherum schmunzeln und schauen ihm zu. «Schwierig», sagt der Schüler. «Es geht ums Sensibilisieren», sagt Lehrerin Natascha Frei. Seit einem Jahr gibt sie in Auw Schule und behandelt mit ihrer Klasse aktuell das Thema Behinderungen.

Weltweiter Einsatz für beeinträchtigte Menschen

Beat Schneider freuts. Er ist mit dem Erlebnismobil der Christoffel Blindenmission auf dem Pausenplatz in Auw. Mitgebracht hat er eine ganze Kiste voller Brillen. Aber nicht solche, die einem zu mehr Durchblick verhelfen, sondern milchige. Die Augenkrankheit grauer Star simulieren diese. Eine solche Brille aufgesetzt, machen sich die Schüler auf durch das Mobil. Holzbretter, die beim Durchlaufen ein wenig einsinken, steiniger Untergrund, Pflanzen, die beim Passieren ins Gesicht ragen. «Wer an grauem Star leidet, sieht solche Hindernisse oft nicht», erklärt Schneider den Schülern, bevor sie dies am eigenen Leib erfahren.

Lehrerin Natascha Frei betont, wie wichtig dieses Thema ist. «Viele haben keine Ahnung davon, ausser sie sind selber betroffen oder jemand aus ihrem engsten Umfeld.» Ihr ist wichtig, dass die Schüler nicht nur theoretisch mit einem Thema in Kontakt treten. «Sie sollen spüren, wie es ist, blind zu sein», sagt sie. Darum hat sie Kontakt mit der Christoffel Blindenmission aufgenommen.

Wie schwierig Lippenlesen ist

Zwei Mädchen versuchen, sich durch Lippenlesen zu verständigen.
Mit Lippenlesen Wörter zu verstehen führt auch zu lustigen Situationen. Bild: Annemarie Keusch

Diese ist ein weltweit tätiges Hilfswerk und hilft Menschen mit Behinderung – vor allem in armen Ländern. «Dort sind die Menschen mit Behinderung oft noch mehr benachteiligt als in reicheren», weiss er. Dank der Christoffel Blindenmission erlangen viele Blinde das Augenlicht wieder. Oder die Organisation setzt sich für die Prävention ein. 64 Projekte in 27 Ländern gehören aktuell zum Tätigkeitsfeld der Blindenmission Schweiz und Liechtenstein.

Spielerisch erfahren die Kinder, welch massive Einschränkungen Blinde haben – etwa beim Spielen von «Vier gewinnt». Ohne zu sehen, wo sie ihre Steine platziert haben, sollen sie vier davon aneinanderreihen können. Vorstellungsvermögen ist gefragt. Genau so ist es auch beim Lippenlesen. Die Christoffel Blindenmission setzt sich zwar primär für Blinde ein – wie es der Name sagt. Aber nicht nur. Die Schüler wurden beispielsweise auch darauf sensibilisiert, wie sie mit Gehörlosen umgehen. «Pausenplatz» oder «Mein Lieblingsfach in der Schule ist Rechnen» so zu sagen, dass es nur anhand der Lippenbewegungen erkennbar ist, entpuppte sich als ganz grosse Schwierigkeit – vor allem wenn das Gegenüber einen Gehörschutz trägt und wirklich nichts hört. «Die Arbeit an Schulen ist für uns ein wichtiger Aspekt», sagt Beat Schneider. «Nur wer weiss, wie schwierig ein Leben mit Einschränkung ist, hilft, sich für solche Menschen einzusetzen.»

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