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13 Millionen weltweit am heilbaren Grauen Star erblindet

9. Oktober 2018

Mehr als jeder Dritte der 36 Millionen blinden Menschen weltweit leidet am Grauen Star, der global häufigsten Blindheitsursache. Dabei wäre gerade diese Augenkrankheit durch eine Routineoperation heilbar. Zum Internationalen Tag des Sehens vom 11. Oktober fordert die CBM Christoffel Blindenmission deshalb, vermeidbare Erblindungen noch stärker zu bekämpfen und so weltweit Menschen die Chance auf ihr Augenlicht zu geben. 

Ein Junge mit Augenverbänden sitzt auf einem Spitalbett, neben ihm sind sein Vater und ein Augenchirurg.
Noch trägt Hemedi die Augenverbände, doch bald wird er sehen können.

Rund 13 Millionen Menschen weltweit sind am Grauen Star erblindet. 90 Prozent von ihnen leben in Armutsgebieten. Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse langsam ein, bis die betroffene Person nur noch Hell und Dunkel unterscheiden kann. Der Graue Star tritt vornehmlich im Alter auf, in Armutsländern jedoch häufig um zehn oder mehr Jahre früher, vor allem weil Menschen dort vermehrt UV-Strahlen ausgesetzt sind. Doch auch unzählige Kinder sind in Armutsländern schon von Geburt an am Grauen Star erkrankt, aufgrund von Infektionen oder Mangelernährung in der Schwangerschaft. Und bei Kindern drängt die Zeit: «Ohne rechtzeitige Behandlung verliert das Gehirn die Fähigkeit, das Sehen zu lernen und das Kind erblindet unwiderruflich», berichtet Dr. Heiko Philippin, der bereits seit neun Jahren als Augenchirurg in der CBM-geförderten Kilimandscharo-Klinik im tansanischen Moshi arbeitet.

Eine Chance auf Zukunft

Zu seinen jungen Patienten gehörte auch der dreijährige Hemedi, dem der Graue Star mehr und mehr die Sehkraft raubte, bis er vollständig erblindete. Geld für eine rettende Operation hatte die Familie nicht. Das, was sie besassen, gaben sie für die Operation des schwerkranken Grossvaters von Hemedi aus, sogar eine Ziege mussten sie damals verkaufen. Das Einkommen, das sie durch den Anbau von Mais, Bohnen und Cashewnüssen generieren, reicht gerade so, um die Familie zu versorgen. Hemedis Schicksal ist kein Einzelfall: In Armutsgebieten können sich nur wenige die Operation am Grauen Star leisten. Vielfach sind bereits auch die Transportkosten in die nächste Augenklinik zu hoch. «Neben der schlechten ärztlichen Versorgung in ländlichen Gebieten ist Armut ein wesentlicher Grund, weshalb der Graue Star in Entwicklungsländern oft nicht behandelt wird. So erblinden jährlich hunderttausende Menschen an einer heilbaren Augenkrankheit», schildert Philippin.

Hemedi jedoch hatte Glück. Ein Feldmitarbeiter der Kilimandscharo-Augenklinik fand ihn. Gezielt hatte er in dessen Dorf und Umgebung nach Menschen mit Augenkrankheiten gesucht. Der Feldmitarbeiter überwies den Jungen an die Klinik und sorgte auch für den mehrstündigen Transfer dorthin. Dank eines Fonds für mittellose Familien wurde Hemedi kostenlos operiert. Philippin ersetzte dessen trübe Linsen durch neue, künstliche Linsen. Nur 15 Minuten benötigte er pro Auge. Bereits am Tag nach der Operation konnte Hemedi wieder sehen. Nach einer Woche erhielt er eine Brille, damit sich seine Sehschärfe gut entwickeln kann. Hemedi war sichtbar begeistert von den rosafarbenen Blüten im Garten der Klinik. Noch nie hatte er zuvor solche strahlenden Farben gesehen. Nun steht ihm auch die Zukunft offen: Hemedi wird zur Schule gehen können.

Im letzten Jahr führte die CBM-Föderation 585'000 Augenoperationen durch. 413'000 waren Graue-Star-Operationen, hiervon 41'000 an Kindern. Und die Graue-Star-Operation verändert das Leben der Betroffenen nachhaltig zum Besseren: «Die Menschen erhalten nicht nur ihr Augenlicht zurück, sondern vielfach ein Leben mit neuen Perspektiven und Chancen. Kinder können die Schule besuchen, Erwachsene wieder arbeiten und dadurch ein unabhängiges Leben führen», erklärt Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Schweiz.

 

Über die CBM
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Armutsgebieten. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt. Sie erbringt Entwicklungs- sowie Nothilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und integrativ gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das ZEWO-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

Auskünfte und Kontakt für Interviewanfragen an Dr. Heiko Philippin
(Interview per Skype, Telefon oder E-Mail)
Michael Schlickenrieder
Fachverantwortlicher Medien und Online
Tel. 044 275 21 65
michael.schlickenrieder@STOP-SPAM.cbmswiss.ch

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