2’378 Schulkinder aus dem Kanton Zürich für drei Minuten blind

29.11.2017

Was es heisst, keine Sehkraft mehr zu haben, das erfuhren 2’378 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Zürich seit dem Start des Erlebnismobils der CBM Christoffel Blindenmission vor sieben Jahren.

Im Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission geht es auch darum, die anderen Sinne zu testen.
Im Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission geht es auch darum, die anderen Sinne zu testen.

Wie findet sich eine blinde Person zurecht? Welchen Herausforderungen steht sie im Alltag gegenüber? Was nehme ich allein über das Tasten, Hören und Schmecken wahr? Antworten auf diese Fragen erhalten Schülerinnen und Schüler im Erlebnismobil der CBM Christoffel Blindenmission. Im Mobil tasten sie sich, ausgerüstet mit einem Langstock und einer die Graustarblindheit simulierenden Brille, durch einen 12 Meter langen Gang. Und erleben so selbst, wie es ist, sich ohne Sehsinn zu orientieren. Seit Beginn des Angebots im Jahr 2010 machten 2’378 Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Zürich diese besondere Erfahrung, und insgesamt 15’857 Schulkinder aus der Deutschschweiz und Liechtenstein.

Vielseitiges Programm

Der Erlebnisgang simuliert alltägliche Hindernisse, die blinde Menschen bewältigen müssen: Der Boden im Mobil verändert sich mehrmals, die Oberfläche der Wände ebenfalls. Die Schulkinder ertasten, erriechen und erlauschen unterschiedliche Gegenstände. «Am Anfang war es sehr schwierig, ohne zu sehen durch das Erlebnismobil zu gehen. Doch schnell wurde es immer einfacher und vertrauter», berichtete ein Schüler. 

Auf dem Schulgelände zeigt der Erlebnismobil-Verantwortliche Beat Schneider den Kindern, wie sie im Alltag blinden Menschen begegnen und ihnen assistieren können. «Viele Menschen sind unsicher, wenn sie eine blinde oder anders behinderte Person sehen, die Hilfe braucht. Deshalb möchten wir den Kindern zeigen, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollen», erklärt Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Schweiz. In der Doppellektion soll den Schulklassen aber auch vermittelt werden, dass blinde Menschen in der Schweiz ihren Alltag dank gezieltem Training selbständig meistern und geniessen können. Hinzu kommen altersgerecht verpackte Informationen zu den Ursachen von Blindheit – in der Schweiz und in Armutsländern.

Blindsein hier und dort

Die Kinder mit Behinderungen, die auf der Aussenwand des CBM-Erlebnismobils abgebildet sind, schlagen denn auch den Bogen zu augenkranken Menschen in den Entwicklungsgebieten. Kurzfilme illustrieren die Unterschiede zwischen dem Leben blinder Menschen in der Schweiz und in den Armutsgebieten: Zum Beispiel, dass es dort nur wenige öffentliche Gebäude und Einrichtungen gibt, die barrierefrei sind, sowie kaum Kliniken, Blindenschulen und -verbände. Oder dass sich augenkranke Menschen in den Entwicklungsgebieten die rettenden Behandlungen in der Regel nicht leisten können. Welchen Folgen sie dadurch ausgesetzt sind, thematisiert der Verantwortliche des Erlebnismobils zusammen mit den Schülerinnen und Schülern. 

Die Doppellektion rund um das Erlebnismobil ist kostenlos. Sie sensibilisiert für die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen und macht die weltweite CBM-Arbeit bekannter, ohne dass um Spenden geworben wird. Das Angebot findet auf Seiten der Schulkinder und Lehrpersonen gleichermassen Anklang: «Meiner Klasse gefiel das Programm des Erlebnismobils sehr gut. Auch einige Zeit danach haben sich die Kinder positiv zum Thema geäussert», freute sich eine Primarlehrerin.

Über die CBM
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine unabhängige, christliche Entwicklungsorganisation und weltweit in Entwicklungsgebieten tätig. Seit über 100 Jahren hilft die CBM blinden und anders behinderten Menschen – ohne Ansehen von Nation, Ethnie, Geschlecht oder Religion. Die elf Ländervereine der CBM fördern gut 600 Entwicklungsprojekte in rund 50 Ländern. Die CBM ermöglicht das Verhüten und Heilen von Blindheit sowie anderen Behinderungen und bildet einheimische Fachkräfte aus. Die CBM ist von der ZEWO anerkannt, führt das Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

Kontakt
Michael Schlickenrieder, Fachverantwortlicher Medien und Online
Tel. 044 275 21 65
michael.schlickenrieder@STOP-SPAM.cbmswiss.ch

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