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Corona-Krise: Menschen mit Behinderungen akut bedroht

4. Juni 2020

Im Kampf gegen das Coronavirus hat die CBM in ihren Projektländern eine umfassende Nothilfe initiiert. Sie engagiert sich dafür, dass Menschen mit Behinderungen in der Krise nicht zurückgelassen werden. Sie und ihre Familien sind besonders gefährdet.

Eine Mutter, ein Vater sowie ihre zwei Söhne, der eine von ihnen ist im Rollstuhl, schauen in die Kamera. Der Vater trägt eine Gesichtsmaske und vor dem Jungen im Rollstuhl liegt ein Nahrungsmittel-Paket.
In Nepal erhalten Menschen mit Behinderungen, ihre Familien und andere gefährdete Personen Nothilfe-Pakete.

In Armutsgebieten verschlechtert sich die Lage mit jedem Tag. Die Zahlen von am Coronavirus erkrankten Personen steigen weiter steil an. Die ohnehin schon schwachen Gesundheitssysteme in Armutsgebieten sind alarmiert. Doch vor allem die wirtschaftlichen Folgen sind bereits jetzt gravierend: Durch die Lockdowns haben unzählige Menschen keinen Verdienst mehr erzielen können, wodurch sich deren Armut noch vergrössert hat, und vielerorts sind die Lieferketten unterbrochen. Dadurch verschärft sich in diesen Gebieten auch die Hungersnot. Laut der UNO könnte sich die Zahl der hungernden Menschen dieses Jahr weltweit verdoppeln.

Menschen mit Behinderungen besonders gefährdet

In Krisen gehören Menschen mit Behinderungen generell zu den gefährdetsten Gruppen. Häufig werden sie von den üblichen Nothilfemassnahmen vergessen. In der gegenwärtigen Corona-Krise verschärft sich ihre Situation in vielerlei Hinsicht: Der Zugang zu Informationen zu Schutz- oder Nothilfemassnahmen bleibt ihnen vielfach ebenso verwehrt wie der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Zahlreiche Menschen mit Behinderungen sind auf Personen ausserhalb der Familie angewiesen, die sie unterstützen. Dadurch ist das Social Distancing von vornherein nicht möglich. Zudem leben überdurchschnittlich viele Menschen mit Behinderungen in Armut.

CBM-Nothilfe

Die CBM hilft in Krisen wie dieser allen betroffenen Menschen. Allerdings legt sie in ihrer Hilfe den Fokus auf Menschen mit Behinderungen und ihre Familien. 

Die CBM Schweiz erbringt ihre Nothilfe schwerpunktmässig über bewährte Partner in Indonesien, Bangladesch, Nepal und Simbabwe, wo sie mit zusätzlichen Mitteln neue Projektaktivitäten lanciert hat. Gleichzeitig unterstützt sie ihre Partner in bestehenden Projekten in Indien, Pakistan, Vietnam sowie in Burkina Faso, Madagaskar und Niger. In diesen Ländern haben die CBM-Länderbüros und -Partnerorganisationen ihre Projektaktivitäten angepasst, um nun mit den ihnen bereits überwiesenen Mitteln einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Krise und ihren Folgen zu leisten. Zu diesen Aktivitäten gehören:

  • Zugang von Gemeinschaften zu einer nachhaltigen und barrierefreien Wasser- und Sanitätsversorgung
  • Abgabe von Schutz- und Hygieneartikeln
  • Sensibilisierung der Bevölkerung zu Schutzmassnahmen
  • Bereitstellung von medizinischem Material
  • Trainings für Gesundheitspersonal und Selbstvertretungsorganisationen
  • Nahrungsmittelhilfe
  • Cash Transfer. Diese Bargeldzahlungen sind eine in der humanitären Hilfe erprobte und wirkungsvolle Massnahme: Sie sind schnell und sicher, wahren die Entscheidungsfreiheit sowie die Würde der Menschen und sie stärken die lokalen Märkte. Mit dem erhaltenen Geld können sich die Familien in Not das besorgen, was sie am dringendsten benötigen.

Indonesien und Bangladesch

Die CBM-Nothilfe in Indonesien fokussiert auf die Insel Sulawesi, wo die CBM über ihren lokalen Partner bereits die Soforthilfe und den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami im Oktober 2018 umgesetzt hat. In Bangladesch wird die Nothilfe in Sabhar, einer Stadt in der Nähe der Hauptstadt Dhaka, implementiert. Das Coronavirus-Nothilfeprojekt in den beiden Ländern hat jeweils folgende Schwerpunkte:

  • Überlebenshilfe: Menschen mit Behinderungen und ihre Familien ebenso wie andere gefährdete Personen (ältere Personen sowie schwangere und stillende Frauen) erhalten Cash Transfers. 
  • Gesundheitsförderung: In Indonesien erhalten zwei CBM-geförderte Kliniken Schutzmaterial sowie medizinische Geräte, um Personen mit schwerem Infektionsverlauf behandeln zu können. In Bangladesch werden Gesundheitsfachpersonen zu den Anliegen und Rechten von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert, damit ihre Dienste barrierefrei sind. In beiden Ländern gibt es Erste-Hilfe-Trainings in psychischer Gesundheit für Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen, in Indonesien zusätzlich noch für Gesundheitsfachpersonen sowie für Sozialarbeiterinnen und -arbeiter.
  • Psychische Gesundheit: Gerade Krisen wie diese können psychisch sehr belastend sein. Um betroffenen Menschen und den bestehenden Patientinnen und Patienten trotz der öffentlichen Einschränkungen psychotherapeutische Sitzungen anbieten zu können, werden diese, wo möglich, online durchgeführt.
  • Politisches Engagement: Gemeinsam mit ihren jeweiligen Partnern macht sich die CBM bei der Regierung, Behörden und anderen Organisationen dafür stark, deren Nothilfemassnahmen inklusiv zu gestalten, also Menschen mit Behinderungen explizit einzubeziehen.

Nepal 

In Nepal leistet die CBM in der Provinz Bagmati Pradesh wie folgt Nothilfe:

  • Überlebenshilfe: Aktuell erhalten Menschen mit Behinderungen, ihre Familien und andere gefährdete Personen direkte Nahrungsmittelhilfe. Die nepalesische Regierung lässt zurzeit keine Cash Transfers zu. Die CBM lobbyiert gemeinsam mit anderen humanitären Organisationen bei der Regierung, dass sich dies ändert. Denn die Erfahrungen zeigen, dass Cash Transfers wirksamer sind als direkte Nahrungsmittelhilfe.
  • Psychische Gesundheit: Konsultationen werden, wo möglich, online durchgeführt.
  • Trainings: Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen werden in den Bereichen öffentliche Gesundheit und Prävention, Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie in der politischen Arbeit geschult.
  • Politisches Engagement: Gemeinsam mit ihren Partnern nimmt die CBM die Regierung, Behörden und andere Organisationen in die Pflicht, dass diese ihre Nothilfe inklusiv gestalten.

Simbabwe

In Simbabwe konzentriert sich die Nothilfe auf die Provinzen Masvingo und Manicaland im Osten des Landes. In diesen Provinzen startete die CBM nach dem Wirbelsturm Idai im März 2019 und der anschliessenden Dürre ein Nothilfeprojekt. Durch das Corona-Nothilfeprojekt erhalten Menschen mit Behinderungen, ihre Familien sowie andere gefährdete Personen Cash Transfers. 


Mögliche Interviews

  • Marisa Kristianah, Leiterin CBM-Länderbüro Indonesien
  • Suraj Sigdel, Leiter CBM-Länderbüro Nepal 
  • Muhammad Wara, Leiter CBM-Länderbüro Bangladesch
  • Mark Schmid, Leiter Internationale Programme CBM Schweiz
  • Manuel Rothe, Verantwortlicher Humanitäre Hilfe CBM Schweiz

Marisa Kristianah, Suraj Sigdel und Muhammad Wara geben Ihnen gerne Auskunft über die Situation von Menschen mit Behinderungen sowie die CBM-Nothilfe in ihrem Land. Ein Interview mit ihnen wäre auf Englisch per Skype oder E-Mail möglich. Ein Gespräch mit Mark Schmid oder Manuel Rothe könnte auch telefonisch stattfinden und wäre auf Deutsch.

Kontakt für weitere Informationen und Interviewanfragen
Michael Schlickenrieder
Fachverantwortlicher Medien und Online
Tel. 044 275 21 65
michael.schlickenrieder@STOP-SPAM.cbmswiss.ch

Über die CBM
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Armutsgebieten. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist die CBM als Fachorganisation anerkannt. Sie leistet Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und integrativ gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das Zewo-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.

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