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Bildung für alle

Das Recht auf Bildung ist im Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und im Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen festgeschrieben. Auch die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung fordert von der internationalen Gemeinschaft, hochwertige Bildung für alle bereitzustellen.

Eine Lehrerin schreibt mit ihrem Schüler an seinem Platz auf einer Schiefertafel.
Die individuelle Förderung von Kindern mit Behinderungen ist wichtiger Bestandteil der inklusiven Bildung.

Das Menschenrecht auf freien Zugang zu Bildung und auf Chancengleichheit ist die Grundlage, um andere Menschenrechte zu verwirklichen. Durch inklusive Bildung können alle Mädchen, Jungen, Frauen und Männer mit und ohne Behinderungen ihr Recht auf Würde, Gleichheit, persönliche Autonomie und Wahlfreiheit ausüben.

Bildung ist notwendig, damit Menschen sich für die eigenen und die Rechte anderer einsetzen können. Neben der sozialen und politischen Teilhabe zahlt sich gute Bildung auch wirtschaftlich aus. Eine längere und bessere Ausbildung ermöglicht qualifizierte Tätigkeiten, führt zu höheren Löhnen und damit zu mehr Steuereinnahmen.

Bildung ist eng verknüpft mit der Entwicklung von Gesellschaften

Für die Entwicklung von Gesellschaften hin zu allgemein mehr Inklusion ist es unerlässlich, dass Menschen mit Behinderungen eine hochwertige Bildung ermöglicht wird. Es braucht ihre Perspektive dringend, denn auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft müssen Barrieren erkannt und beseitigt werden, die Menschen mit und ohne Behinderungen den Zugang zu Bildung erschweren oder verunmöglichen. Bei der inklusiven Bildung werden Kinder mit Behinderungen nicht abgesondert unterrichtet. Stattdessen nehmen sie in Regelklassen zusammen mit Kindern ohne Behinderungen am Unterricht teil. Segregierende Schulen sind nicht vorgesehen. Die inklusive Bildung unterscheidet sich dadurch von der integrativen und spezialisierten Schulform. Damit sie möglich ist, müssen einige Bedingungen erfüllt sein, zum Beispiel:

Eine Lehrerin zeigt vor der Klasse Ausdrücke in Gebärdensprache, alle Kinder üben sie.
Hier lernen alle Schülerinnen und Schüler Gebärdensprache, auch wenn sie keine Hörbehinderung haben.
  • Sämtliche Räume müssen für alle physisch zugänglich sein.
  • Alle Schülerinnen und Schüler müssen verstanden werden und sich verständlich machen können – sei das in Gebärdensprache, über Brailleschrift oder in Sprachen von Minderheiten.
  • Lehrmittel müssen barrierefrei sein.
  • Lehrpersonen müssen in der Lage sein, auf individuelle Ansprüche an den Unterricht einzugehen. Das geht nur, wenn Lehrpläne Kreativität und Flexibilität zulassen und Aus- und Weiterbildungen Lehrkräfte stärken und ihnen ermöglichen, praktische Erfahrungen im Umgang mit besonderen Ansprüchen an den Unterricht zu sammeln.
  • Zulassungstests und Prüfungsverfahren müssen barrierefrei gestaltet werden.
  • Darüber hinaus muss es möglich sein, angemessene Vorkehrungen für Einzelne zu treffen.

Inklusive Bildung ist ein Prozess, der alle einbezieht

In einer Zeit, in der internationale Vergleichbarkeit von Prüfungsleistungen gewünscht ist, ist eine auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Bildung wenig attraktiv. Um dennoch zu erreichen, dass alle ihr Recht auf Bildung ausüben können, sind Veränderungen an Einstellungen, Politik, Praxis, Ressourcen und Umgebungen nötig. Diese Veränderungen sind nur möglich, wenn zahlreiche Akteurinnen und Akteure zusammenarbeiten: Selbstvertretungsorganisationen und andere Interessengruppen, staatliche und nicht-staatliche Stellen wie auch internationale Organisationen müssen ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen und immer wieder kritisch beurteilen. Aber auch Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderungen sowie ihre Familien und Gemeinschaften sind gefragt. Alle zivilgesellschaftlichen Organisationen, Bildungseinrichtungen und Gesellschaftsgruppen müssen sich an einer inklusiven Gesellschaft beteiligen. 

Kinder mit Jacken und Mützen sitzen auf dem Boden vor ihren Schulbüchern. Der Lehrer ermutigt Ripon, zu sprechen.
Inklusive Bildung gelingt, wenn Lehrpersonen auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen können.

Es sind innovative Lösungen notwendig für Fragen der Zugänglichkeit und angemessenen Vorkehrungen, für eine erfahrungsorientierte Lehrkräfteausbildung ebenso wie für Übergänge zwischen Schulstufen und für barrierefreies lebenslanges Lernen.

Es gibt keine Patentlösung für inklusive Bildung. Je nach kulturellem Zusammenhang, Erfahrungen, Ressourcen und anderen Voraussetzungen sind die Wege dahin verschieden. Aber überall gilt, dass sie eine direkte Bedingung ist, um die Vision der CBM zu erfüllen: eine inklusive Welt, in der alle Menschen mit Behinderungen ihre Rechte wahrnehmen und ihr Potenzial voll ausschöpfen. Dieses Ziel gehen wir von zwei Seiten an. Auf die individuelle Behinderung zugeschnittene Massnahmen und Hilfsmittel stärken die Person und ermöglichen es ihr, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gleichzeitig ist an kulturellen Mustern und Strukturen zu arbeiten, um damit Barrieren abbauen.

All das passiert nicht von heute auf morgen. Dieser langwierige Prozess braucht kontinuierliche finanzielle, personelle und politische Unterstützung. 

In den Armutsgebieten fehlt mehr als 30 Millionen Kindern mit Behinderungen der Zugang zu Bildung, weitere Millionen brechen verfrüht die Schule ab oder erhalten eine minderwertige Ausbildung.

«Wir brauchen Geldgeberinnen und Geldgeber, die dranbleiben. Ein Projekt, das über zwei Jahre läuft, reicht einfach nicht aus, um eine Schule inklusiv zu gestalten.»
Margaret, Lehrerin an inklusiver Schule in Uganda, 2008

«Kein Bildungsziel sollte als erreicht angesehen werden, wenn es nicht von allen erreicht wird.»
Ann-Marit Sæbønes, norwegische Physiotherapeutin, Soziologin und erste Bürgermeisterin Oslos

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