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Guatemala

Ein Ärzteteam operiert zwei Patienten.
Rund 1'600 Graue-Star-Operationen werden in der Augenklinik Visualiza jährlich durchgeführt.

Guatemala ist der bevölkerungsreichste Staat auf der zentralamerikanischen Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Guatemala grenzt im Norden an Mexiko, im Süden an El Salvador und Honduras und im Westen an Belize.

Der Pazifikküste entlang zieht sich ein breiter, sehr fruchtbarer Küstenstreifen, der als Grossgrundbesitz bewirtschaftet wird. Das nach Nordosten anschliessende zentrale Hochland ist die am dichtesten besiedelte Region und stark von der indigenen Bevölkerung und Kultur der Nachkommen der Mayas geprägt. Mehrere teils aktive Vulkane überragen das Hochland und stellen Risiken für die umliegenden Gemeinden dar. Das nördliche Tiefland hin gegen die mexikanische Halbinsel Yucatan ist tropisch und weniger dicht besiedelt, bildet aber immer noch Wanderungsziel von indigenen Kleinbauernfamilien. Guatemala hat eine Bevölkerung von 17 Millionen Menschen, an der die Angehörigen der Maya-Volksgruppen wohl über 50 Prozent stellen. Gemäss der nationalen Armutsquote gelten 59 Prozent der Bevölkerung als arm, in ländlichen Gebieten sogar 76 Prozent. Beim Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index) rangierte Guatemala 2017 auf Rang 127 von insgesamt 188 Ländern. 

CBM verbessert augenmedizinische Versorgung und unterstützt Kinder mit Behinderungen

Die medizinische Versorgung der Menschen auf dem Land und in den Vorstädten ist schlecht. Die CBM arbeitet mit der Augenklinik Visualiza zusammen. Die Klinik unternimmt regelmässig Aussendienste im tropischen Tiefland von Petén und in den Armenvorstädten der Hauptstadt Guatemala-Stadt, damit Menschen mit Augenkrankheiten, die dort leben, erfasst und augenmedizinisch versorgt werden können. Visualiza übernimmt auch eine führende Rolle in der nationalen Augengesundheitskommission und setzt sich auf dieser Ebene für die Verbesserung der augenmedizinischen Versorgung und die Reduktion der Blindheit ein.

Im trockenen Grenzgebiet zu Honduras, der Region Chiquimula, arbeitet ein Team de CBM-Partnerorganisation ADISA in der Betreuung von Kindern mit Behinderungen. Familien und Betroffene werden beraten und begleitet in der Rehabilitation, zum Beispiel bei notwendigen Operationen. In der Zusammenarbeit mit Gemeinde- und Elternkomitees setzt sich das Projekt ebenfalls für die Verbesserung der Situation von Familien mit Kindern mit Behinderung ein, etwa im Bereich der Einschulung oder bei Präventionskampagnen gegen Unterernährung. 

Guatemala in Kürze

Guatemala ist noch heute von einer grossen Ungleichheit geprägt zwischen einer Mestizen-Oberschicht und der breiten indigenen Bevölkerung. Der Gini-Index, ein Mass zur Messung von Ungleichheit innerhalb einer Gesellschaft, liegt bei 48 (Mexiko: 42, Schweiz: 32, Niederlande: 28). Guatemala hat die tiefste Steuerquote aller Länder Lateinamerikas. Die Gegensätze zwischen der dünnen Schicht der wirtschaftlich Bestimmenden und der indigenen Mehrheit hat die Geschichte des Landes immer wieder geprägt. Der Unternehmerverband CACIF und die militärische Offiziersschicht haben sehr hohen Einfluss auf die Geschicke des Landes.

Die demokratischen Perioden in der Geschichte des Landes waren kurz. Zwischen 1944 und 1954, unter den Präsidenten Arevalo und Arbenz, wurde eine Landreform angegangen. Diese Periode wurde durch eine auch von den USA unterstützten Militärdiktatur abgelöst. Die schlimmsten Jahre der Gewaltherrschaft waren die Bürgerkriegsjahre 1960 bis 1996, als die Armee Massaker an der indianischen Bevölkerung verübte, die heute als Genozid gelten. Nach dem Friedensschluss 1996 begann eine prekäre demokratische Entwicklung. Etliche der bisherigen Präsidenten wurden der Korruption angeklagt. Drogenmafia und Banden können durch den Staat kaum kontrolliert werden. In der Hauptstadt Guatemala-Stadt sind Gewalt und Unsicherheit weit verbreitet.

Wirtschaftlich ist Guatemala heute einerseits bestimmt durch die Geldüberweisungen der grossen Anzahl an Personen, die einst in die USA ausgewandert sind. Dann hat das Land durch zollfreie und bezüglich Arbeitsbedingungen liberalisierte Zonen eine wichtige Textilbilligproduktion für den Weltmarkt aufgebaut. Bei den traditionellen landwirtschaftlichen Exportprodukten stehen Kaffee, Bananen und Kardamom an der Spitze. Landschaftliche Vielfalt und Kultur ziehen wachsende Touristenzahlen nach sich. 

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