Nepal

Ein Mädchen aus Nepal mit einer Beinprothese sitzt auf einer Matte vor einem Haus, neben ihr sitzt eine CBM-Helferin.
In Nepal werden Kinder dank CBM-Unterstützung vor bleibender Immobilität bewahrt.

Nepal ist ein Binnenland in Südasien. Es grenzt an die zwei bevölkerungsreichsten Staaten der Welt: an China im Norden und Indien im Westen, Süden und Osten. Im Norden und im Osten liegt ein grosser Teil des Himalaya-Gebirges, unter anderem der Mount Everest und sieben weitere der zehn höchsten Berge der Erde. Der tiefste Punkt dagegen liegt auf 70 Meter bei Kencha Kalan im Süden Nepals.

Von den über 28 Millionen Nepalesinnen und Nepalesen leben fast 40 Prozent unterhalb der Armutsgrenze, das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt 18 Franken. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts liegt mit 2,6 Prozent pro Jahr nur wenig unterhalb des sehr hohen Bevölkerungswachstums. Nepal belegte beim Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index) im Jahr 2015 Rang 145 von 188 Staaten. Ein verheerendes Erdbeben forderte im April 2015 über 9'000 Tote, Tausende Verletzte und enorme Schäden.

CBM engagiert sich für bessere Gesundheitsversorgung und Inklusion

CBM-Partner konnten nach dem starken Erdbeben 2015 rasch Camps in den betroffenen Gebieten realisieren, Verletzte versorgen und zur Behandlung an Spitäler überweisen. Der nun laufende Wiederaufbau, der auf dieser Arbeit fusst, stärkt die lokalen Gesundheitsposten in den abgelegenen Gegenden und verbessert die Überweisungsbeziehungen. Zudem werden die Betroffenen im Wiederaufbau ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten unterstützt. Dass dabei Menschen mit Behinderungen ebenfalls einbezogen werden, ist ein wichtiges Kriterium.

Eine langjährige Partnerschaft pflegt die CBM mit dem kinderorthopädischen Spital HRDC, das viele Kinder vor bleibender Immobilität bewahren kann. Der Partner INF betreibt gemeindenahe Rehabilitation in abgelegenen Regionen und integriert damit Betroffene in das lokale Leben. Die CBM unterstützt ausserdem eine Selbsthilfeorganisation von Frauen mit Behinderungen. Die Frauen erhalten Ausbildung und Starthilfen für ein kleines eigenes Gewerbe. 

Seit dem Erdbeben 2015 setzt die CBM zudem mit zwei neuen Partnerorganisationen einerseits ein Projekt der Betreuung und sozialen Eingliederung von Menschen mit psychischer Erkrankung um und andererseits ein Projekt zur Einkommensförderung von Menschen mit Behinderungen.

Nepal in Kürze

Nepal ist geprägt von ethnischer und kultureller Vielfältigkeit mit über 100 verschiedenen ethnischen Gruppen und Kasten und über 124 Sprachen und Dialekten. Hinduismus, mit rund 80 Prozent Angehörigen, ist die am weitesten verbreitete Religion. Der Hinduismus war Staatsreligion, bis das Parlament sich nach der Entmachtung des Königs 2006 der Trennung von Staat und Religion bekannte. Weiter sind 9 Prozent der nepalesischen Bevölkerung Buddhisten, 4 Prozent Muslime und 1,4 Prozent Christen.

2007 wurde die Monarchie in Nepal abgeschafft und das Land im April 2008 offiziell zu einer konstitutionellen demokratischen Bundesrepublik erklärt. Jahrelang wartete die nepalesische Bevölkerung anschliessend auf eine neue Verfassung. Die neue Verfassung sieht die Aufteilung des Himalaya-Staats in sieben Provinzen vor. Vor allem die ethnischen Minderheiten der Tharu und Madhesi im Süden Nepals fühlen sich dadurch ausgegrenzt. Sie befürchten, durch den neuen Zuschnitt der Provinzen künftig noch weiter an den Rand gedrängt und nicht angemessen politisch repräsentiert zu werden. Das nepalesische Parlament wählte im August 2016 den Maoisten und Ex-Guerillero Pushpa Kamal Dahal zum Ministerpräsidenten. Er muss versuchen, die zerstrittenen Parteien und Landesgegenden im Land zusammenführen.

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