Peru

Ein älterer Mann deckt sein linkes Auge ab und versucht, mit seinem rechten Auge die Handzeichen der stehenden Frau zu erkennen.
In Iquitos, im Tiefland Perus, wurde 2016 eine von der CBM finanzierte Augenklinik eröffnet.

Peru zieht sich der Westküste Südamerikas entlang, grenzt im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien und im Süden an Chile. Peru umfasst drei sehr unterschiedliche geografische Räume. An der Küste erstreckt sich ein wüstenartiger, niederschlagsarmer Streifen, der aufgrund des kalten Humboldt-Stroms, welcher der Küste entlang Richtung Norden zieht, mehrere Monate unter Nebel liegt. Fruchtbare Flussoasen unterbrechen die öde Steinwüste. Die Hauptstadt Lima und ihre Hafenvorstadt Callao liegen in diesem Küstenstreifen am Río Rímac. Dann steigt gegen Osten das Anden-Gebirge an, das von Hochtälern und -ebenen durchzogen ist, wo bis auf eine Höhe über 4’000 Meter über Meer eine teils karge Vieh- und Ackerbau-Wirtschaft betrieben wird. Hier hat unsere Kartoffel ihren Ursprung. Hinter dem Anden-Gebirgszug schliesst sich das noch aus viel Regenwald bestehende Tiefland an, das zum Amazonas-Einzugsgebiet gehört.

Peru hat im letzten Jahrzehnt mächtige Entwicklungsfortschritte gemacht und zählt heute zu den Schwellenländern. Die Ungleichheit konnte zwar etwas reduziert werden, noch immer leben aber etwa 10 Prozent der Bevölkerung in extremer Armut, wobei Armut vor allem unter der indigenen Bevölkerung noch weit verbreitet ist. Bezüglich menschlicher Entwicklung (Human Development Index) belegte Peru 2013 den Indexstand 84 von 187 Ländern.

Die CBM bringt Augenmedizin ins Tiefland und fördert Inklusion

Aufgrund der verbesserten Entwicklungssituation ist die CBM daran, sich aus diesem Land zurückzuziehen. Heute zählt das Land steigende eigene Ressourcen, auch die Regionen profitieren von Einkünften aus den Abgaben des Bergbaus und können diese in soziale Aufgaben investieren.
Noch abschliessen möchte die CBM den Aufbau einer augenmedizinischen Versorgung im Tiefland. In Iquitos wurde 2016 die von der CBM finanzierte Augenklinik «Diviño Niño Jesús» eröffnet. Damit können die Menschen dieser Region in Fällen von Augenkrankheiten und vermeidbarer Blindheit vor Ort versorgt werden. Nach der Aufbau- und Konsolidierungsphase wird die Partnerorganisation durch interne Quersubventionierung auch die Versorgung der Ärmsten sicherstellen können. Zudem bekämpft die CBM das Erblinden von Frühgeborenen durch Sensibilisierung, Früherkennung und Behandlung in den Neonatologie-Abteilungen der Spitäler.

Im Hinblick auf den Rückzug aus Peru unterstützt die CBM ausserdem ein Netz von mehreren Partnern im Land, welche sich dafür stark machen, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen umzusetzen. Im Grundsatz anerkennt der Staat seine Verantwortung, etwa im Bereich der Bildung oder der Rehabilitation. Damit diese Verpflichtungen aber auch erfüllt werden, braucht es weiterhin ein Zusammenspiel zwischen konkreter und exemplarischer Arbeit bei der Begleitung und Unterstützung der Betroffenen, Sensibilisierung sowie anwaltschaftliche Einforderung der Rechte gegenüber von nationalen, regionalen und lokalen Regierungsstellen.

Peru in Kürze

Peru ist das klassische Land der spanischen Eroberung zu Beginn der Neuzeit. Noch heute gibt es deutliche soziale Grenzen zwischen der weissen Bevölkerung europäischer Abstammung, der herkunftsmässig und kulturell gemischten Schicht der Mestizen und der indigenen, von der indianischen Urbevölkerung abstammenden Bevölkerung.

In der kolonialen Tradition bildete Peru lange und bis heute eine Quelle wichtiger Rohstoffe: Erze und Mineralien, Guano-Dünger, Fischmehl aus den pazifischen Fischgründen, Kaffee und andere Landwirtschaftsprodukte, seit einigen Jahren auch Gas. Entstanden ist in den letzten Jahrzehnten eine Konsumgüterindustrie für den regionalen Markt und eine auf tiefen Löhnen beruhende Textilindustrie. Prä-inkaische und Inkakultur sowie die vielfältige Natur bilden Ressourcen für eine bedeutende Fremdenverkehrsindustrie.

Seit fünfzig Jahren wankt Peru politisch hin und her zwischen einem wirtschaftsliberalen Kurs der Einordnung in die globalisierte Welt und nationalistischem und reformistischem Aufbegehren. 1968 übernahmen junge Militärs die Macht und versuchten sich an einer Landreform und einem Staatskapitalismus. Populistische Präsidenten haben wiederholt versucht, aus dem Reichtum des Landes mehr Mittel für breite Sozialprogramme herauszuholen. Präsidenten wurden aufgrund der Missachtung der Rechtsordnung entmachtet, revolutionäre Bewegungen wuchsen auf dem Nährboden der Ungleichheit und überzogen das Land mit Gewalt und Terror. Die Gegenreaktion des Staates war nicht weniger gewaltsam und antwortete zeitweise mit demselben Terror gegenüber der Bevölkerung.

Die demokratische Kultur ist wenig gefestigt, populistische Rückfälle nicht auszuschliessen. 2016 wurde der Altpolitiker und wirtschaftsliberale Oekonom Pedro Pablo Kukzynski zum Präsidenten gewählt. Seine Mutter, geborene Godard, war eine Schweizerin und verwandt mit dem Filmemacher Jean-Luc Godard. In der Stichwahl stand ihm die Tochter des wegen Korruption und Verletzung der Menschenrechte verurteilten Ex-Präsidenten Fujimori gegenüber und wurde nur hauchdünn geschlagen.

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