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Aus der Isolation herausgefunden


Die CBM ermöglicht Menschen mit Behinderungen, sich eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen: Die 32-jährige Rajkali Varti aus Betul im indischen Bundestaat Madhya Pradesh hat auf ökologischen Anbau umgestellt und unterstützt als Ausbildnerin inzwischen auch andere darin.

Das Projekt der CBM zur Einkommensförderung in Madhya Pradesh unterstützt Menschen mit Behinderungen und ihre Familien in ländlichen Gegenden. Partner ist die lokale Organisation Naman Seva Samiti. Madhya Pradesh ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens. Mehr als ein Drittel der ländlichen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die meisten von ihnen gehören zu den Minderheiten der sogenannten «Scheduled castes» or «Scheduled Tribes» (benachteiligte Kasten oder Volksstämme), die Unberührbaren.

Eine junge Frau, die eine körperliche Behinderung hat und in Indien lebt, sitzt auf einem Teppich, hält mit ihrer linken Hand ein Schälchen und bearbeitet mit ihrer rechten Hand Saatbohnen in diesem Schälchen.
Ihre Erfahrungen mit anderen Frauen zu teilen, ist Rajkali Varti sehr wichtig.

Rajkali Varti erkrankte als Kind an Polio, worauf eine körperliche Behinderung zurückblieb. Lange litt sie darunter, dass sich andere über ihre Behinderung lustig machten, und zog sich immer mehr zurück. Doch als sie vor drei Jahren mit dem CBM-Projektpartner Naman in Kontakt kam, erzählt sie, veränderte sich ihr Leben positiv. Sie lernte biologischen Dünger herzustellen und konnte als «Prerak», das heisst als eine Ausbildnerin von Naman, andere darin anleiten.

Sie stellte auf ökologischen Landbau um und begann Bio-Gemüse auf Wochenmärkten in umliegenden Dörfern zu verkaufen. Ein tiefer Einschnitt war der plötzliche Tod ihrer Mutter, mit der sie zusammengelebt hatte. Halt gaben ihr in dieser schweren Zeit die Frauen ihrer Selbsthilfegruppe, die sie ebenfalls angeleitet hatte. Als unverheiratete Frau allein zu leben, erläutert Rajkali Varti, sei sehr schwierig im ländlichen Indien. Und so ist sie nach dem Tod der Mutter in den Haushalt ihrer Schwester gezogen. Auch dort hat sie den ökologischen Anbau eingeführt und trägt zum Einkommen der siebenköpfigen Familie bei, worauf sie stolz ist.

Der CBM-Partner Naman widmet sich in den fünf Projektbezirken Betul, Hoshangabad, Chhindwara, Harda und Khandwa vernachlässigten Volksgruppen. Deren grösste Herausforderung ist es, aus den verfügbaren natürlichen Ressourcen einen nachhaltigen, gewinnbringenden Lebensunterhalt zu schöpfen. Das subtropisch kontinentale Klima führt zu trockenen Monaten und regenreichen Monsunzeiten. Landwirtschaft, Waldprodukte, Vieh- und Fischzucht zählen zu den wichtigsten Einnahmequellen.

Einbezug der ganzen Dorfgemeinschaft

Das Projekt der CBM zur ländlichen Einkommensförderung unterstützt Menschen mit Behinderungen und ihre Familien. Der umsetzende Partner Naman Seva Samiti bezieht die Dorfgemeinschaften von Beginn an in die Planung ein. Gemeinsam werden aufgrund der örtlichen Bedürfnisse die Aktivitäten festgelegt. Durch Selbsthilfegruppen können sich die Menschen mit Behinderungen selber stärken. Sie verwirklichen eigene Ideen zum Lebenserwerb in Landwirtschaft, Vieh- und Fischzucht, im Handwerk und Kleinhandel. Damit begünstigen sie auch die Entwicklung der Dorfgemeinschaft im Allgemeinen. Ausserdem bietet Naman zahlreiche Schulungen in biologischem Anbau, in Viehzucht, Selbsthilfegruppen-Management und im Erstellen von Geschäftsplänen. Diese Kurse werden zunächst durch Projektmitarbeitende und später durch die Preraks durchgeführt.

Eine junge Frau, die eine körperliche Behinderung hat und in Indien lebt, kauert zwischen zwei Beeten voller Bohnen-Setzlingen.
Setzlinge zu ziehen und zu verkaufen ist nur eines der Standbeine von Rajkali Varti.
Ein Mann mittleren Alters, der eine körperliche Behinderung hat und in Indien lebt, füllt vornübergebeugt einen Metalleimer mit Wasser, den er an einer Kette zu einem Brunnen hinablässt.
Sohan Chauhan hat sich dank eines Kredits einen Brunnen bauen können.

Rajkali Varti leitet als Prerak andere Dorfbewohnerinnen und -bewohner an, ebenfalls auf ökologischen Anbau umzustellen. «Bis alle Flächen umgestellt sind», schildert sie, «dauert es im Schnitt vier Jahre. Die Ernten fallen nicht geringer aus. Im konventionellen Anbau reifen die Pflanzen zwar schneller, doch ist ihre Qualität im ökologischen Anbau besser.» Daher kann Rajkali Varti ihre Produkte zu höheren Preisen verkaufen. Man kennt sie als Biobäuerin und ihre Ware ist sehr gefragt. Bei den Tomaten erzielt sie sogar den fünffachen Preis, nämlich 50 Rupien (rund 70 Rappen) pro Kilo.

Porträt einer indischen Familie in einem Haus. Der Vater sitzt auf einem Bett und hält mit seiner rechten Hand eine Holzkrücke. Links von ihm steht seine Frau. Neben den beiden stehen ihre Kinder: fünf Söhne und ein Mädchen.
Der 42-jährige Sohan Chauan lebt mit einer körperlichen Behinderung und hat zusammen mit seiner Frau eine nachhaltige wirtschaftliche Existenz für seine sechs Kinder aufgebaut.

Das Beispiel von Rajkali Varti zeigt: Wer bei der Entwicklung seiner Fähigkeiten gefördert wird, hat die Möglichkeit, eine berufliche Anstellung zu finden oder sich selbständig zu machen, unabhängig von einer Behinderung. Ein Kleinkredit über die örtliche Selbsthilfegruppe unterstützt die Unabhängigkeit. Mit der Inklusion in den Arbeitsmarkt geht auch die soziale Teilhabe einher.

Von einer Prerak bis zur Kleinunternehmerin – Rajkali Varti hat eine beeindruckende Entwicklung zurückgelegt. Nach wie vor hat sie viele Ziele, die sie verwirklichen möchte. Eine eigene Familie zu gründen, gehört nicht dazu: «Ich bin so dankbar, dass ich mit Unterstützung von Naman aus der gesellschaftlichen Isolation herausgefunden habe. Das Gelernte möchte ich noch an viele Frauen weitergeben. Ich stelle mein Leben ganz in den Dienst von Naman!»

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