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Doppelte Freude zum 50. Ehejahr


«Mein Mann überragt alle im Dorf», sagt Kamla Marya augenzwinkernd. «Er hat deshalb den Hang, andere aufzuziehen.» Was sich liebt, das neckt sich – auf die 50 Ehejahre von Kamla und Rajaram trifft dieses Sprichwort zu. Doch vor fünf Jahren begann Rajaram immer weniger zu sehen, vor drei Jahren nahm die Sehkraft bei seiner Frau immer weiter ab.

Kamla sieht nun sogar schlechter als ihr zehn Jahre älterer Ehemann. Tagaus tagein sitzen sie vor ihrem Häuschen im Dorf Handia in Zentralindien. «Selbst mit dem besseren Auge kann ich kaum Gesichter erkennen», sagt Kamla. «Es ist für mich sehr schwierig, auch nur mit dem Nötigsten im Haushalt klarzukommen.» Rajaram ärgert sich: «Ich mag es überhaupt nicht, müssig herumzusitzen.»

Porträt von einen Ehepaar aus Indien
Rajaram und Kamla sind Kleinbauern. Mit ihrer schwindenden Sehkraft konnte sie kaum mehr arbeiten.

Doch Rajaram und Kamla bekamen eines Tages verheissungsvollen Besuch: Ein mobiles Team der CBM-geförderten Augenklinik kommt in das entlegene Dorf, wo es eine Reihenuntersuchung durchführt. Das Ehepaar Marya wird von der örtlichen Gesundheitshelferin eingeladen. Bei beiden wird Grauer Star festgestellt – davon hat das Ehepaar noch nie gehört. Zusammen mit über 30 anderen Betroffenen, die am Grauen Star erkrankt sind, wird das Ehepaar in die 100 Kilometer entfernte Klinik Sewa Sadan nach Bhopal gebracht. Nach eingehender Untersuchung werden beide kurz darauf am Grauen Star operiert. 

Die Kontrolle am nächsten Tag zeigt sehr gute Ergebnisse. Beim Heimfahren blickt Rajaram aus dem Bus und staunt: «Es ist wie ein Wunder. Als ich hergekommen bin, habe ich kaum etwas erkannt. Jetzt aber sehe ich die ganze Welt um mich herum!» Rajaram und Kamla können es kaum erwarten, erstmals nach Jahren wieder aufs Feld zu gehen und selbstständig ihre Kuh zu versorgen. Welch eine gemeinsame Freude zum 50. Ehejahr!

Mit ihren gegenseitigen Neckereien machten sich die beiden das gemeinsame Erblinden erträglicher. Augenlicht und Perspektiven zu verlieren, ist schon als Einzelperson schlimm genug. Viele Betroffene fallen in tiefe Niedergeschlagenheit.  

Eine medizinische Fachperson untersucht mit einer Lampe eine Frau, die am Grauen Star erkrankt ist. Neben ihr sitzen weitere Patientinnen.
Kamla nimmt nur noch Hell und Dunkel wahr. Ihr Mann sieht etwas besser.
Verschiedene erwachsene Personen aus Indien stehen in einer Reihe und warten auf ihre Untersuchung.
Auch Rajaram und Kamla haben sich eingereiht für die Untersuchung in ihrem Dorf.



 

«In den Armutsgebieten erblinden unzählige Menschen, weil nur schon eine augenmedizinische Grundversorgung fehlt. Die CBM Schweiz ermöglicht es, eine solche in der Region um Bhopal/Zentralindien aufzubauen. Dabei erhalten auch die Menschen mit Behinderungen gezielt Zugang zur augenmedizinischen Hilfe.»

Nadine Trudel, Projektverantwortliche der CBM Schweiz für Indien und Ostasien

Wie Sie helfen können

Allein in der Region um Bhopal sind mehr als 10'000 Menschen am Grauen Star bereits erblindet. In den Dörfern fehlt eine augenmedizinische Grundversorgung. Ermöglichen Sie, erblindete Menschen wie Kamla und Rajaram aufzufinden und ihnen das Augenlicht zurückzubringen.

Die Operation am Grauen Star für einen Erwachsenen kostet 50 Franken. Herzlichen Dank, dass Sie erblindeten Menschen in Armutsgebieten Augenlicht schenken! 

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