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Neubeginn


Ihre Familie unterstützte sie nicht mehr, als sie den Unterschenkel verlor. Heute hilft Aruna Boro anderen Menschen, die wie sie mit einer oder mehreren Behinderungen leben. Ihre Geschichte bringt Familien und Dörfer zum Nach- und Umdenken. Durch den gemeindenahen therapeutischen Dienst des CBM-Partners Adwr, dankt die junge Frau, «habe ich ein neues Leben erhalten».

Gebannt lauschen die Dorfbewohner von Bagantola im Nordosten Indiens dem sechsköpfigen Adwr-Team von Aruna Boro. Die Familien hören, welche Behinderungen und vorbeugenden Massnahmen es gibt. Heftiger Applaus ertönt, als der 5-jährige Suraj vorgestellt wird. Wegen einer halbseitigen zerebralen Lähmung konnte er nur auf dem Hosenboden rutschen. Heute, nach zwei Jahren täglicher Therapieübungen, geht er zu Fuss zur Schule und spielt mit seinen Kameraden.

Aruna Boro erzählt, wie sie mit ihrer körperlichen Behinderung Hausbesuche macht. Danach bringt sie den Dorfkindern bei, Indiens Landeshymne in Gebärdensprache vorzutragen. Als Höhepunkt zum Schluss spielt Aruna Boro in einem kurzen Theaterstück eine Frau mit Behinderung, die selbstständig lebt und für ihr Umfeld ein Gewinn ist.

Eine Frau und zwei Männer aus Indien sprechen vor einem Publikum in Gebärdensprache.
Verständnis wecken für die Nächsten mit Behinderungen: Unterhaltsam stellen Aruna Boro und ihr Team die Gebärdensprache vor.

Falsche Vorstellungen machten Aruna Boro zu schaffen: «Die meisten Menschen, auch meine Familie, verhielten sich mir gegenüber abwertend. Wie ich mit einer solchen Behinderung je etwas verdienen sollte, zweifelten sie. Ich könne in meinem Leben ja nichts erreichen. Für immer sei ich von anderen abhängig. All diese Aussagen machten mich sehr traurig und niedergeschlagen. Bei einem solchen Umfeld ist ein Leben mit Behinderung hart.»

Mittlerweile allerdings ist alles anders geworden: «Es überrascht mich, wie die Leute meine Arbeit inzwischen anerkennen und mir Respekt entgegenbringen. Ich bin froh, für meine Arbeit beim gemeindenahen Dienst Adwr meine Familie verlassen zu haben.»

«Gezielt wenden sich unsere Partner an den sozialen Raum, das heisst an das direkte Umfeld einer betreuten Person», so der CBM-Fachberater für gemeindenahe inklusive Entwicklung Jörg Weber. «Wie die Menschen in den Institutionen und Familien Barrieren beseitigen, entscheidet darüber, wie gut sich jemand mit Behinderung entfalten und am Leben teilhaben kann.» Das soziale Umfeld sieht als erstes ein, dass ein Mensch mit Behinderung gleichwertig ist und dieselben Rechte hat. In der Folge erkennt es, welche Barrieren in Arbeit, Schule, Gesundheit, Sicherheit und Freizeit bestehen. Die Basis für Veränderung ist gelegt.

Eine Frau aus Indien sitzt neben einem Jungen mit Downsyndrom, den sie am Arm berührt. Zusammen schauen sie auf eine Tafel mit aufgemalten Objekten.
Aruna trainiert mit einem Jungen mit Downsyndrom das Erkennen von Objekten.

Mit 22 Jahren verlor Aruna durch einen Velounfall den linken Unterschenkel. Nach rund einem Jahr erzählte ihr eine Freundin vom CBM-Partner, und Aruna suchte dessen Therapiezentrum auf. Nach Behandlung des Beinstummels erhielt Aruna eine Prothese. Zwei Jahre lang arbeitete sie als Freiwillige, danach wurde sie als Mitarbeiterin bei Adwr fest angestellt und ausgebildet.

Unvergesslich ist Aruna Boro die Begegnung mit einem kleinen Jungen: «Tikendrajit wurde von seiner Mutter erstmals ins Therapiezentrum gebracht, als ich eben als Freiwillige begann. Wegen einer zerebralen Bewegungsstörung konnte er weder stehen noch gehen. Wir brachten bei ihm zu Hause Barrenholmen an, was ihm erlaubte, täglich zu üben. Einige Monate später traf ich ihn erneut. Er ging fast mühelos, ich konnte es kaum glauben. Seine Mutter umarmte mich voller Dank. Seine Fortschritte in zwei Jahren Förderung waren fantastisch. Solche Veränderungen bei Kindern spornen mich an!»

CBM fördert Inklusive Entwicklung

Menschen mit Behinderungen sollen sich am Leben gleichberechtigt beteiligen können. Damit deren Gemeinwesen sich dahin entwickeln, klärt die CBM auf, berät und begleitet. Gleichzeitig fördert und ermutigt sie die Betroffenen.

Projekte der gemeindenahen inklusiven Entwicklung (Community Based Inclusive Development/CBID) fördert die CBM Schweiz in Indien, Nepal, Pakistan, Madagaskar, Burkina Faso, Guatemala, Ecuador, Peru und Bolivien.

Ziel ist, inklusive und widerstandsfähige Gemeinschaften aufzubauen und gesamtgesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Zum einen werden Gemeinschaften motiviert, sich zum Vorteil aller – auch der Schwächsten – zu entwickeln. Zum anderen bewegen die einheimischen CBM-Partner regionale und nationale Instanzen dazu, Verordnungen und Gesetze anzupassen: Niemand soll zurückgelassen werden!

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