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Corona-Krise: Aktuelle Infos der CBM


Die CBM ergreift in ihren Projektländern weitreichende Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Und sie setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen nicht zurückgelassen werden. Sie sind in der aktuellen Krise besonders gefährdet.

Wir alle befinden uns angesichts der Corona-Krise in einer schwierigen Lage, in der vor allem eines gefragt ist: Solidarität mit unseren Mitmenschen, besonders mit denjenigen, die zu einer Risikogruppe gehören.

Massnahmen in der Schweiz

Wir halten uns deshalb strikt an die Empfehlungen des Bundesrats und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), um den Schutz unserer Mitarbeitenden, ihrer Familien sowie von weiteren Personen jederzeit zu gewährleisten und um die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen: 

  • Die Präsenz in unserem Büro ist auf ein Minimum beschränkt, fast alle unserer Mitarbeitenden arbeiten im Home Office. Aus diesem Grund ist unsere telefonische Erreichbarkeit zurzeit eingeschränkt. Kontaktieren Sie uns gerne via E-Mail oder Kontaktformular.
  • Besuche von externen Personen sind nicht möglich.
  • Sämtliche nationalen und internationalen Reisen unserer Mitarbeitenden wurden bis auf weiteres abgesagt.
  • Workshops und Trainings werden virtuell durchgeführt oder abgesagt.
  • Unseren CBM live-Event vom 6. Juni 2020, der Spenderinnen und Spendern sowie interessierten Personen einen Einblick in unsere Arbeit ermöglicht hätte, haben wir abgesagt.

Massnahmen in unseren Projektländern

Die Corona-Pandemie hat bereits in China, den USA und in Europa hohe Opferzahlen gefordert. Doch auch Armutsgebiete melden stark steigende Zahlen von erkrankten Personen mit schwerem Infektionsverlauf. Während bereits das Schweizer Gesundheitssystem angesichts der Corona-Krise an seine Grenzen gestossen ist, ist es eine Frage der Zeit, bis die ohnehin schon schlechte medizinische Versorgung in Armutsgebieten komplett überlastet sein wird. Es ist absehbar, dass die Folgen der Corona-Krise dort noch gravierender sein werden als bei uns. Dies trifft auch auf die wirtschaftlichen Folgen zu. Denn durch die Lockdowns können unzählige Menschen keinen Verdienst mehr erzielen, wodurch sich deren Armut noch vergrössern wird. Dadurch verschärft sich in diesen Gebieten auch die Hungersnot.

In Krisen gehören Menschen mit Behinderungen generell zu den gefährdetsten Gruppen. Häufig werden sie von den üblichen Nothilfemassnahmen vergessen. In der gegenwärtigen Corona-Krise verschärft sich ihre Situation in vielerlei Hinsicht: Der Zugang zu Informationen zu Schutz- oder Nothilfemassnahmen bleibt ihnen vielfach ebenso verwehrt wie der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Zahlreiche Menschen mit Behinderungen sind auf Personen ausserhalb der Familie angewiesen, die sie unterstützen. Dadurch ist das Social Distancing von vornherein nicht möglich. Und Ausgangssperren verhindern, dass persönliche Assistentinnen und Assistenten ihre Klientinnen und Klienten mit Behinderungen überhaupt besuchen können. Zudem leben überdurchschnittlich viele Menschen mit Behinderungen in Armut. 

Die CBM-Länderbüros setzen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus engagiert um:

  • In allen Länderbüros wurden Krisenmanagement-Teams gebildet.
  • Die Mitarbeitenden arbeiten wo immer möglich im Home Office und halten das Social Distancing ein.
  • Die Reisetätigkeit ist stark eingeschränkt oder ganz eingestellt. Die Länderbüros halten mit den Partnern aus der Distanz steten Kontakt.
  • Sie prüfen mit den Partnern laufend, wie die Projektaktivitäten angepasst werden können, um einen zusätzlichen Beitrag zur Sensibilisierung und zum Schutz von Menschen mit Behinderungen in Armutsgebieten leisten zu können. Dazu gehört punktuell auch die Verteilung von Nahrungsmittelpaketen.

Die CBM Schweiz wird zudem in zwei Einsatzländern je ein neues Projekt implementieren, das einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Krise und deren Folgen leistet. Sie prüft gegenwärtig die Lage sowie die Kapazitäten ihrer Partner in ihren Ländern, damit durch das Projekt eine möglichst grosse Wirkung erzielt werden kann. Das Projekt wird folgende Bereiche umfassen:

  • Medizinische Hilfe: Es werden Partnerkliniken umfassend unterstützt, die in der Lage sind, Patientinnen und Patienten mit und ohne Behinderungen, die schwere Coronavirus-Erkrankungen haben, zu behandeln. Damit soll das nationale Gesundheitssystem entlastet werden. 
  • Sensibilisierung der Bevölkerung: Menschen mit Behinderungen, ihre Familien sowie andere gefährdete Bevölkerungsgruppen werden über die Risiken der Corona-Erkrankung sowie über Schutz- und Nothilfemassnahmen informiert. Die Informationen werden barrierefrei und damit für alle zugänglich sein.
  • Interessenvertretung: Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und anderen Nichtregierungsorganisationen werden für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass bei den Schutzmassnahmen, der medizinischen und weiterer lebenswichtiger Hilfe niemand zurückgelassen wird. Zugleich sollen Menschen mit Behinderungen an der Planung, Umsetzung und Evaluation solcher Vorsorge- und Nothilfemassnahmen beteiligt sein.
  • Cash Transfer: Menschen mit Behinderungen und ihre Familien sollen sogenannte Cash Transfers erhalten. Solche Bargeldzahlungen sind eine in der humanitären Hilfe erprobte und wirkungsvolle Massnahme: Sie sind schnell und sicher, wahren die Entscheidungsfreiheit sowie die Würde der Menschen und sie stärken die lokalen Märkte. Mit diesen Geldzahlungen können sich die Familien in Not das besorgen, was sie am dringendsten benötigen.
  • WASH (Wasser, Sanitätsversorgung, Hygiene): Gemeinschaften sollen Zugang zu einer nachhaltigen und barrierefreien Wasser- und Sanitärversorgung haben, damit sie die Hygieneempfehlungen einhalten können.

Zudem wird die von der CBM in Kooperation mit der Swiss NGO DRR Platform entwickelte App i-DRR um Vorsorgemassnahmen rund um die Corona-Pandemie erweitert.

Jaka Ahmad, Projektleiter für Gemeindenahe inklusive Entwicklung im CBM-Länderbüro Indonesien


Satry Ramaroson, Projektverantwortlicher im CBM-Länderbüro Madagaskar

Forderungen der CBM

Die CBM engagiert sich in der aktuellen Krise auch auf der politischen Ebene für die Gewährleistung der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Auch während der Corona-Krise gilt es die internationalen Menschenrechtsnormen zu achten. Die UNO-Behindertenrechtskonvention hält in Artikel 11 fest, dass in Gefahrensituationen alle erforderlichen Massnahmen zum Schutz und der Sicherheit von Menschen mit Behinderungen ergriffen werden müssen. Das heisst: Sämtliche Programme und Projekte von Regierungen, Entwicklungs- und Nothilfeorganisationen sowie multilateralen Organisationen müssen die Rechte von Menschen mit Behinderungen und ihren gleichberechtigten Zugang sicherstellen, insbesondere auch für Frauen und Mädchen mit Behinderungen. Bei allen Massnahmen müssen desaggregierte Daten – mindestens nach Behinderungsart, Alter und Geschlecht – erfasst werden. Erst dann ist messbar, inwiefern die Massnahmen auch Menschen mit Behinderungen erreichen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Menschen mit Behinderungen nicht zurückgelassen werden. Darüber hinaus fordert die CBM:

  • Partizipation: Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen sollen aktiv einbezogen werden bei der Sensibilisierung von Menschen mit Behinderungen und ihren Familien sowie bei der Planung, Umsetzung und Evaluation von Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. 
  • Zugang zu Informationen: Informationen zum Coronavirus müssen in zugänglichen Formaten verfügbar sein, unter anderem in Gebärdensprache, Leichter Sprache und Braille.
  • Gleichberechtigter Zugang zur Gesundheitsversorgung: Menschen mit Behinderungen, einschliesslich Frauen und Mädchen mit Behinderungen wie auch Menschen mit Behinderungen mit einer nicht-binären Geschlechtsidentität, müssen einen gleichberechtigten Zugang zu medizinischer Versorgung und lebensrettenden Massnahmen erhalten. Dies bedeutet einerseits eine faire und diskriminierungsfreie Behandlung, auch bei knappen Gesundheitsressourcen, andererseits die Sicherstellung einer barrierefreien Kommunikation mit dem Gesundheitspersonal.
  • Gleichberechtigter Zugang zur Grundversorgung wie Einkommen und Bildung: Die Grundbedürfnisse von Menschen mit Behinderungen und insbesondere auch von Frauen und Mädchen mit Behinderungen müssen gleichberechtigt gedeckt und der Zugang zu Einkommen und Bildung sichergestellt werden. Online-Schulungsunterlagen müssen barrierefrei zugänglich sein, damit Mädchen und Jungen mit Behinderungen am Schulunterricht teilnehmen oder Eltern mit Behinderungen ihre Kinder unterstützen können. 
  • Unterstützungsdienste für Menschen mit Behinderungen weiterhin gewährleisten: In Krisenzeiten kommt den Gemeinden eine besondere Rolle zu. Deren Massnahmen müssen auch Menschen mit Behinderungen und ihre Familien einbeziehen und sicherstellen, dass die lokalen Unterstützungsdienste für Menschen mit Behinderungen weiterhin gewährleistet sind (z.B. für die persönliche Hygiene, Essen und Trinken etc.). Menschen mit Behinderungen und diejenigen, die mit ihnen arbeiten, müssen Zugang zu Schutzmaterialien erhalten. 
  • Geschlechtsspezifische Gewalt verhindern: Frauen und Mädchen mit Behinderungen wie auch Menschen mit Behinderungen mit einer nicht-binären Geschlechtsidentität sind aufgrund von angeordneten Isolationsmassnahmen und «Social Distancing» am stärksten von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch bedroht. Aus diesem Grund müssen geeignete Massnahmen zur Verhinderung aller Formen von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch gegenüber Frauen und Mädchen mit Behinderungen sowie Menschen mit Behinderungen mit einer nicht-binären Geschlechtsidentität ergriffen werden. Gerade auch Menschen mit Behinderungen, die in Institutionen leben, sind einem erhöhten Gewaltrisiko ausgesetzt, wenn Besuchende und unabhängige Kontrollinstanzen keinen Zutritt erhalten. Zudem ist der Zugang zur Justiz für Menschen mit Behinderungen oft nicht möglich – eine Situation, die sich in Krisen erfahrungsgemäss verschlimmert.

Wie Sie helfen können

Helfen Sie uns dabei, dass Menschen mit Behinderungen in dieser Krise nicht vergessen werden. Jeder Betrag hilft.



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