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«Die CBM hat uns zu helfen ermöglicht»

Unzähligen Familien brachen mit Beginn des Lockdowns im März die Einnahmen weg. Vier Millionen Menschen in Nepal konnten sich zwei Monate später nicht mehr richtig ernähren, rund eine halbe Million litt Hunger – unter ihnen viele, die mit Behinderungen leben.

«Menschen mit Behinderungen hat der Lockdown hart getroffen», hielt Nila Bam schon anfangs April fest. Die 43-Jährige betreut die Projekte der Nepal Disabled Women Association (Nepals Verband der Frauen mit Behinderungen NDWA). «Sie haben ihre Verdienstmöglichkeiten verloren, denn häufig leben sie von Tageslöhnen. Viele benötigen täglich Medikamente und Hilfsmittel, aber können sie nicht mehr bezahlen. Gleichzeitig werden sie von ihren Angehörigen vernachlässigt. Diese Not ist mindestens so bedrohlich wie das Virus selbst.»

Existenzen im freien Fall

Freundlich in die Kamera blickender Mann an Tisch mit mechanischer Nähmaschine. Im Hintergrund Wellblechwand und Stoffe.
Agni Dahal zeigt seinen Arbeitsplatz; im Lockdown sind alle Aufträge entfallen. Seine dreiköpfige Familie ist dank des CBM-Paketes mit Reis, Linsen, Salz und Sonnenblumenkernen vor Hunger bewahrt worden.

Nach einem Monat Lockdown befragte der CBM-geförderte Verband der Menschen mit Behinderungen Nepals (NFDN) hundert lokale Selbsthilfegruppen und 422 Personen. Unter diesen befanden sich 140 mit körperlicher Behinderung, 131 mit Seh- oder Hörbehinderung sowie 43 mit Lernschwierigkeiten. Insgesamt sechs von zehn verloren ihr Einkommen bereits oder erwarteten, es in allernächster Zeit zu verlieren. Die Hälfte von allen hatte schon im Mai zu wenig oder gar nichts mehr zu essen. Fast so vielen fehlte es an Schutzmaterial, und einem Drittel mangelte es an nötigen Medikamenten und Behandlungen. Die Lage war alarmierend.

Umfassende Nothilfe

Die CBM-geförderten Projekte mussten im dreimonatigen Lockdown ihre Dienste stark reduzieren: Die Kliniken konzentrierten sich auf dringende Eingriffe und die Corona-Nothilfe, Beratungen und Sprechstunden erbrachten sie online. Von der CBM wurden sie mit Hygienematerial wie Masken und Desinfektionsmittel sowie Thermometern ausgerüstet. Eine ohrenmedizinische Klinik wurde ausserdem zu einem offiziellen Covid-19-Spital umfunktioniert. Die CBM-Partner Koshish sowie das Zentrum für psychische Gesundheit und Beratung CMC leisteten psychosoziale Erste Hilfe, da viele Menschen durch Lockdown und Ansteckungsrisiko seelisch schwer belastet waren. Gleichzeitig versorgten die CBM-Partner Menschen mit Behinderungen und deren Familien mit Nahrungsmitteln, Schutz-, Hygiene- und medizinischem Material. Schulkindern mit Behinderungen wurde virtueller Schulunterricht ermöglicht. 800 Haushalte mit besonders gefährdeten Angehörigen erhielten Gutscheine.

Die CBM-geförderten Projekte fuhren im Juli unter strengen Schutzmassnahmen die Operationen, Behandlungen und weiteren Dienste wieder hoch. «Seit 10. August aber», schreibt uns CBM-Landesleiter Suraj Sigdel kurz vor Redaktionsschluss, «hat die Regierung aufgrund steigender Fallzahlen erneut einen Lockdown verhängt. Alle Partner sind jetzt zum Homeoffice gezwungen, die Tätigkeiten im Feld sind eingestellt. Die Lage verschlimmert sich täglich.» Die Arbeitssituation der CBM-Partner gestaltet sich damit unbeständig und äusserst herausfordernd. Die CBM Schweiz unterstützt sie dabei, die Dienste für Menschen mit Behinderungen aufrechtzuerhalten oder anzupassen, etwa durch Online-Beratungen und Hausbesuche von Tür zu Tür in Schutzkleidung.

Einbeziehen statt übersehen

Blinde junge Frau mit Sonnenbrille und Holzstock neben gefüllten Säcken mit Lebensmitteln.
Harikala Rawal, die ohne Sehkraft lebt, freut sich über die erhaltenen Lebensmittel. Hundert Menschen mit Behinderungen hatte der CBM-Partner International Nepal Followship bereits Mitte Mai versorgt.

«Bei den behördlichen Abgaben von Nothilfematerial sind die Menschen mit Behinderungen überall aussen vor geblieben», beobachtete Anita Dhungana, «daher haben wir uns für sie bei den verantwortlichen Stellen eingesetzt.» Die 40-jährige Distriktleiterin von NDWA mobilisiert und stärkt Frauen mit Behinderungen.

Die CBM und ihre Partner engagieren sich bei Behörden und Organisationen dafür, dass deren Nothilfe die Menschen mit Behinderungen einbezieht. Zudem hat der CBM-Partner NFDN für den nationalen TV-Sender Aufklärungsvideos in Gebärden- und in leichter Sprache produziert, die zu besten Sendezeiten ausgestrahlt werden. Die CBM arbeitet auch mit dem Wasser- und Hygieneprogramm der Unicef zusammen, wodurch Menschen mit Behinderungen Seife und weiteres Hygienematerial erhalten.

Grosse Hilfe

Allein von Anfang April bis Ende Juli haben die CBM-Partner in Nepal 3500 Menschen mit Behinderungen mit Nahrungsmitteln und 2500 mit Hygienematerial versorgt. Zusätzliche 800 Menschen mit Behinderungen sind bei der Bewältigung des Covid-19-Alltags unterstützt worden, unter anderem durch den Zugang zu medizinischer Hilfe. 2000 Personen haben psychosoziale Erste Hilfe empfangen.

«Wir danken NDWA und der CBM sehr. Eure Nahrungsmittel geben uns Luft für die nächsten Wochen», freute sich Agni Dahal. Der 32-Jährige und seine Frau haben eine Gehbehinderung und wohnen mit ihrem Kind sowie drei weiteren Familien in einem Schneiderei-Zentrum von Menschen mit Behinderungen. «Alle Bestellungen sind storniert worden. Und aus Indien haben wir keine Kleider für Abänderungen mehr bekommen. Eure Unterstützung ist entscheidend.»

Sehr belastend spitzte sich die Lage von Menschen mit Querschnittlähmung zu, da ihnen das Pflege- und Hygienematerial ausging. Von der Hüfte abwärts oder oberhalb dieser gelähmt, müssen sie den Tag sitzend oder gar liegend verbringen. Viele von ihnen können die Blase nicht kontrollieren, weswegen sie unter anderem Katheter und Windeln benötigen. Wenn sie länger nicht gewechselt werden können, entwickeln sich schmerzhafte und gefährliche Blaseninfektionen. Solches Material und Medikamente konnten sich die Familien nicht mehr selbst beschaffen. Damit versorgt wurden sie nun vom CBM-Partner NDWA. «Über dieses wichtige Material bin ich unbeschreiblich froh», bedankte sich die 28-jährige Nirmala Jagri.

Nila Bam von NDWA dankt den Spenderinnen und Spendern der CBM ebenfalls herzlich: «Dank Ihnen haben wir Nahrungsmittel, Hygiene-, Schutz- und medizinisches Material abgeben können. Ohne diese grosszügige Unterstützung hätten wir all die notleidenden Menschen mit Behinderungen in den Dörfern nicht erreichen können.»

Mutter Tochter aus Nepal zeigen die erhaltenen Utensilien wie Zahnbürsten, Waschmittel, Nagelclipper und Damenbinden.
Muna Shakya, mit Kleinwuchs und Gehbehinderung, sowie ihre Mutter freuen sich über das erhaltene Hygienematerial.

Wie Sie helfen können

Dank Ihrem Beitrag werden Menschen mit Behinderungen in dieser Krise nicht zurückgelassen. Jeder Betrag hilft.


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