CBM-App hilft Menschen in Not

Die CBM Christoffel Blindenmission hat eine neuartige App für Katastrophensituationen entwickelt. Die Smartphone-Anwendung gibt vor Ort helfenden Personen leicht umsetzbare Anleitungen und Tipps, wie sie Menschen mit Behinderungen Zugang zur Nothilfe ermöglichen können.

Eine Frau mit Gehhilfe aus Haiti und ihre Tochter stehen in den Trümmern eines Hauses.
Gerade in Katastrophensituationen sind Menschen mit Behinderungen besonders gefährdet. Die CBM-App HHoT gibt Helferinnen und Helfern praxisnahe und konkrete Anleitungen, die Bedürfnisse und Anliegen von Menschen mit Behinderungen in ihre Nothilfemassnahmen miteinzubeziehen.

Das «Humanitarian Hands-on Tool» (HHoT), so heisst die von der CBM Christoffel Blindenmission programmierte kostenlose App, wird weltweit in Katastrophengebieten eingesetzt. Die Smartphone-Anwendung leitet dazu an, bei Nothilfemassnahmen nach Erdbeben, Hurrikans, Überschwemmungen und anderen Katastrophen Menschen mit Behinderungen gezielt miteinzuschliessen. Denn auch in Notsituationen sind sie besonders benachteiligt: Hilfsmittel wie Rollstühle, Krücken oder Brillen sind schnell beschädigt oder gehen gar verloren. An welchen Orten Lebensmittel verteilt werden, wird in der Regel bloss mündlich oder schriftlich mitgeteilt – entsprechend erhalten gehörlose oder sehbehinderte Menschen die Informationen nicht. Und Notunterkünfte sind nur selten barrierefrei.

Umfangreich, leicht verständlich und offline verfügbar

«Die App zeigt, wie technische Entwicklungen dazu beitragen, Menschen in Not zu helfen», schildert Hansjörg Baltensperger, Geschäftsleiter der CBM Schweiz. Die CBM-Anwendung gibt Hilfsorganisationen in Krisengebieten praxisnahe und konkrete Anleitungen, wie sie in ihrer Nothilfearbeit den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen, aber auch von älteren Menschen, Kindern und Schwangeren besser gerecht werden können. So beschreibt die App, wie eine gerechte Verteilung von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs aussehen kann. Oder sie gibt Tipps für den Bau von barrierefreien Notunterkünften, sanitären Anlagen und Brunnen. Leicht verständliche Signalisierungen und Beschilderungen finden sich ebenfalls im umfangreichen Informationsangebot der App.

In Katastrophengebieten ist die Internetverbindung oftmals unterbrochen, von schlechter Qualität oder gar nicht vorhanden. Deshalb ist die HHoT-App auch offline nutzbar, nachdem sie über Google Play oder den App Store heruntergeladen worden ist. Sobald dann wieder eine Netzverbindung besteht, erfolgt eine automatische Aktualisierung der Inhalte, damit die Userinnen und User schnellstmöglich wieder auf dem neusten Stand sind. 

Weitere App in Entwicklung

Die CBM arbeitet bereits an der Entwicklung einer weiteren App: Mithilfe dieser App soll die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der Vorsorge von Katastrophen vereinfacht werden. Die App wird verschiedene Katastrophenszenarios abdecken, wobei ihre Informationsfülle diejenige der HHoT-Anwendung noch übersteigen wird. «Mit solchen Tools möchten wir unsere Kenntnisse und Erfahrungen in Katastrophensituationen und der -vorsorge mit anderen Hilfsorganisationen teilen – effizient und kostenlos. Alles mit dem Ziel, das Leid von Menschen mit Behinderungen bei Katastrophen zu lindern», so Baltensperger.

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