Nothilfe für Flüchtlinge mit Behinderungen

Vom Terror Boko Harams vertrieben, haben Flüchtlinge mit Behinderungen in Diffa im Südosten Nigers hungern müssen – diese verletzlichsten Flüchtlinge, ihre Familien sowie die lokale Bevölkerung hat die CBM Schweiz unterstützt. 

Souwéba ist fünfzehn und muss, seit sie sich erinnern kann, auf Knien und Händen gehen. Draussen fährt sie auf einem Dreirad mit Handkurbel. Vor der CBM-Hilfe hat ihre Familie wiederholt gehungert. «Ich danke der CBM vielmals!», unterstreicht Souwéba. «Nun haben wir Reis und andere Lebensmittel kaufen können sowie eine Ziege.»

Hilfe individuell zugeschnitten

Mehr als 600 Familien haben sogenannte Cash Transfers erhalten. Mit diesen Geldzahlungen hat sich jede Familie genau das kaufen können, was sie am dringendsten benötigt. Auf diese Weise sind zudem die lokalen Händler nicht durch Hilfstransporte ausgebootet worden. Ein regionaler Markt funktioniert sogar in einer Hungerkrise wie der jüngsten. Und auch in Niger, dem zweitärmsten Land der Welt. 

Über Karkara, ihren langjährigen Partner in Niger, hat die CBM nicht nur im Flüchtlingslager die ärmsten Familien erreicht. Sondern auch in den wilden Siedlungen und in den einheimischen Dörfern. Jede vierte begünstigte Person lebt mit einer Behinderung, die weiteren sind Schwangere, stillende Mütter und ältere Menschen. Insgesamt kommt die Nothilfe der CBM Schweiz mindestens zweitausend Personen zugute. Die CBM ist die einzige Organisation, die sich im Südosten Nigers um Menschen mit Behinderungen kümmert. 

Ousmane Oumaras ganze Familie freut sich. Der 60-jährige blinde Mann knüpft und verkauft Stricke: «Mit dem Betrag habe ich neue Schnüre gekauft, und für unsere Familie Lebensmittel.» Den Nothilfebetrag ebenfalls klug investiert hat der 20-jährige gehbeeinträchtigte Addo: «Neben Nahrungsmitteln haben wir Tiere und Alltagsdinge gekauft sowie den Schuleintritt für mich bezahlt.»

Starthilfe geben

Die CBM will nicht nur die Hungerperiode überbrücken, sondern auch dazu beitragen, Lebensgrundlagen aufzubauen. Gemeinsam mit den Familien und lokalen Autoritäten analysieren unsere Fachkräfte die Lage. Danach soll jede Familie individuell gestärkt werden, damit sie eigenständig in eine bessere Zukunft gehen kann.

Herzlichen Dank, liebe Freundinnen und Freunde der CBM Schweiz, für Ihre Solidarität und Treue! Der Dank geht auch an die Glückskette, die das Projekt mitfinanziert.

Ein körperlich behindertes Mädchen setzt mit ihrer Mutter auf dem lehmigen Boden eines Flüchtlingslagers. Neben dem Mädchen steht ein Dreirad mit Handkurbel.
Von klein auf ist Souwéba stark gehbeeinträchtigt. Nach vielen Monaten muss sie nun erstmals nicht mehr hungern.




Ein blinder Mann sitzt mit seiner Familie im Zelt eines Flüchtlingslagers und fertigt Stricke an.
Dank Nothilfegeld der CBM kann Ousmane Oumara neue Stricke anfertigen und seine Familie ausreichend ernähren.

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