Katastrophenvorsorge für alle

Die Menschen im Süden der pakistanischen Grossregion Punjab sind immerwieder mit schweren Überschwemmungen konfrontiert. Für sie ist es überlebenswichtig, sich auf das Hochwasser vorzubereiten. Die CBM und ihre Partner unterstützen Familien in Pakistan und anderen Hochrisikogebieten in Asien und Afrika dabei, ihr Leben und ihre Lebensgrundlagen vor Naturkatastrophen zu schützen.

Drei Personen aus Pakistan gehen nach einer Überschwemmung im knietiefen Wasser und tragen Säcke über ihren Schultern.
Im südlichen Punjab in Pakistan fliessen die Flüsse Indus und Jhelum zusammen. In der Monsunzeit kommt es immer wieder zu schweren Überschwemmungen – Naturkatastrophen gefährden Leben und zerstören die Lebensgrundlagen der Menschen. Foto: CBM/CHEF

Bei Naturkatastrophen versuchen die Menschen, sich möglichst schnell in Sicherheit zu bringen. Für blinde, hörgeschädigte oder körperbehinderte Personen ist die Lage ungleich bedrohlicher werden häufig übersehen oder vergessen. Hochwasser oder verschüttete Strassen werden für sie zum unüberwindbaren Hindernis. Notunterkünfte sind für sie schwer zu erreichen und für ihre Bedürfnisse nicht vorbereitet.

Das Risiko von Naturkatastrophen ist allgegenwärtig: Taifun Haiyan kostete Ende 2013 auf den Philippinen tausenden Menschen das Leben. Im August und September 2014 haben heftige Regenfälle in Indien und Pakistan ganze Landstriche unter Wasser gesetzt. Im April und Mai 2015 starben Tausende bei Erdbeben in Nepal um. Und der Hurrikan Matthew hat 2016 in Haiti zu unvorstellbaren Verwüstungen und Chaos geführt.

Vorsorge und Zugang zu Hilfe sind überlebenswichtig

Die Arbeit der CBM im Bereich der Katastrophenvorsorge zeigt, dass Menschen mit Behinderungen bei Rettungs- und Hilfsaktionen im Katastrophenfall oft vergessen werden und leer ausgehen. Im Chaos der Katastrophe sind sie zudem einem höheren Risiko von Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Die CBM und ihre Partner nehmen es nicht hin, dass Menschen mit Behinderung auf der Strecke bleiben!

Gemeindenahe inklusive Katastrophenvorsorge heisst für uns:

Eine Frau mit Schwimmweste begleitet eine blinde Frau durch das hüfttiefe Wasser. Die blinde Frau hält einen Holzstock in den Händen. Hinter den beiden Frauen steht ein Mann, der ebenfalls eine Schwimmweste trägt.
Menschen mit Behinderungen sind in Katastrophensituation einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Foto: CDD
  • Das Fachwissen zum barrierefreien Zivilschutz (zum Beispiel Rettungsboote oder Schutzräume) muss auf Gemeindeebene aufgebaut werden. Menschen mit Behinderungen müssen die Katastrophenvorsorge mitgestalten können.
  • Die Schulen einzubinden ist wichtig, damit sich das Wissen um die inklusive Katastrophenvorsorge verbreitet und die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, in den Familien gestärkt wird.
  • Dem Stigma und der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen muss aktiv entgegengewirkt werden – durch Strassentheater, Zivilschutzübungen und andere öffentliche Veranstaltungen.
  • Krisenresistente Lebensgrundlagen (etwa die Fischzucht) sind zentral für die Widerstandskraft der Menschen gegenüber Katastrophen. Menschen mit Behinderungen müssen in resistente Wertschöpfungsketten aktiv miteinbezogen werden.
  • Hilfsorganisationen und staatliche Nothilfeprogramme müssen Menschen mit Behinderungen bewusst miteinbeziehen und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Dazu braucht es Sensibilisierungsarbeit und die Vermittlung von Fachwissen.

Mitglieder von Katastrophenvorsorge-Komitees zeigen Menschen in betroffenen Gemeinden wie sie ihr Leben und ihre Lebensgrundlagen schützen können.

Vorsorge-Komitees

Mehrere Frauen und Kinder sitzen im Kreis, ein Mann mit Krücken auf einem Stuhl. Eine Frau hält ein Infoblatt in die Höhe.
Mitglieder von Katastrophenvorsorge-Komitees zeigen Menschen in betroffenen Gemeinden wie sie ihr Leben und ihre Lebensgrundlagen schützen können. Foto: CDD

Idealerweise sind Menschen mit Behinderung in Katastrophenvorsorge-Komitees in ihren Gemeinden vertreten. Die Mitglieder der Komitees müssen dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderungen bei Nothilfeaktionen berücksichtigt werden – etwa derart: Sie erstellen unter anderem eine Liste der Wohnorte von Menschen mit Behinderungen, alten Menschen sowie schwangeren Frauen und bilden ein Rettungsteam, das regelmässig übt, Menschen mit Behinderungen zu evakuieren. Sie vermitteln Wissen zur Katastrophenvorsorge und verschicken per Handy Katastrophenwarnungen an die Bevölkerung. Im Ernstfall werden sie selber aktiv, um Leben zu retten und allen den Zugang zu Schutz und Hilfe zu ermöglichen.

Menschen mit Behinderung können sich so wieder sicherer fühlen. Sie wissen, dass im Notfall jemand zur Stelle ist, der ihnen hilft und ihre Interessen wahrt!

Modellprogramm

Die CBM möchte, dass dieses Programm Schule macht – nicht nur in Pakistan, das von Fluten und Erdbeben betroffen ist, sondern in allen Schwerpunktländern in Asien, Afrika und Südamerika die als Hochrisikogebiete eingestuft werden. Die Katastrophenvorsorge rettet nicht nur Leben und Existenzgrundlagen, sie hilft auch die Früchte der Entwicklungsarbeit zu schützen und die Resilienz der Gemeinden gegen Verlust und Armut zu stärken.

Die Arbeit der CBM in Pakistan zeigt: Unsere Arbeit im Bereich Katastrophenvorsorge hat sich bewährt. Daher soll sie in allen Schwerpunktländern, die also Hochrisikogebiete eingestuft sind, ausgedehnt werden. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe.

Unterstützen Sie unsere Katastrophenvorsorge!

Mit Ihrer Unterstützung können wir Menschen mit Behinderungen, die immer wieder von schrecklichen Naturgewalten betroffen sind, langfristig helfen.

Wir können noch mehr Dörfer auf den Katastrophenfall vorbereiten und – wenn es ernst wird – schnell Erstversorgung leisten. Zudem stellen wir sicher, dass die verletzlichsten und am stärksten betroffenen Menschen bei Verteilaktionen berücksichtigt werden. So können wir gemeinsam Leben retten.

Wie Sie helfen können

Flutsicheres, barrierefreies Haus: 1000 Franken
Ausbildung von Katastrophen-Management-Teams: 75 Franken pro Gemeinde
Evakuierungsübung: 160 Franken pro Dorf
Rettungsausrüstung (Rettungswesten, Erste-Hilfe-Kits etc.): 1‘100 Franken pro Dorf
Schulkinder einbeziehen (Schülerinnen und Schülern erklären, wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen): 120 Franken pro Lerneinheit

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