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Neue humanitäre Inklusionsstandards für Menschen mit Behinderungen

Ein Mädchen aus Haiti lehnt sich stehend an den Rücken ihres älteren Bruders, der eine Fussprothese hat. Die beiden befinden sich vor einem Zelt.
Das Erdbeben 2010 auf Haiti hatte schwere Folgen für den damals neunjährigen Rodenson und seine vierjährige Schwester Anne: Rodenson verletzte sich so schwer, als er zurück ins Haus rannte, um seine Schwester zu retten, dass sein rechter Fuss amputiert werden musste. Der Vater der beiden starb infolge des Erdbebens.

Für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen wurden Anfang Februar in Genf neue humanitäre Inklusionsstandards offiziell verabschiedet. Die CBM gehörte zu den entscheidenden Wegbereitern der Standards. Die neuen Inklusionsstandards sind ein weiterer wichtiger Schritt, um die weltweite humanitäre Hilfe so zu gestalten, dass sie wirklich allen Menschen zugutekommt. 

Die Entwicklung der humanitären Inklusionsstandards war ein enormes gemeinschaftliches Unterfangen, das bereits 2014 seinen Lauf genommen hatte. Die CBM hat die Standards zusammen mit Handicap International, HelpAge International, der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und weiteren Organisationen entwickelt. Am 7. Februar nun wurden die Inklusionsstandards offiziell in Genf verabschiedet. Dies anlässlich der «Humanitarian Network and Partnership Week», einem Forum für Fachleute im humanitären Bereich. Hilfsorganisationen verpflichten sich gemäss den humanitären Prinzipien, unter Ausschluss jeglicher Form von Diskriminierung, Hilfe entsprechend der Bedürfnisse der Menschen zu leisten. 

Was genau sind die humanitären Inklusionsstandards?

Evidenzen zeigen, dass ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen bei Massnahmen während einer humanitären Notlage regelmässig aussen vor gelassen werden. Dies ist umso alarmierender, weil solche Menschen in Katastrophensituationen von vornherein besonders benachteiligt sind. Hilfsmittel wie Rollstühle, Krücken oder Brillen sind schnell beschädigt oder gehen gar verloren. An welchen Orten Lebensmittel verteilt werden, wird in der Regel bloss mündlich oder schriftlich mitgeteilt – entsprechend erhalten gehörlose oder sehbehinderte Menschen die Informationen nicht. Und Notunterkünfte sind nur selten barrierefrei.

Die Inklusionsstandards für humanitäre Hilfe zeigen deshalb, was alles berücksichtigt werden muss, damit die Nothilfemassnahmen bei humanitären Katastrophen explizit auch ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen miteinbezogen werden. Die Standards sind so konzipiert worden, damit sie mit weiteren internationalen Standards im Bereich der humanitären Hilfe korrespondieren, etwa der «Core Humanitarian Standards», die 2014 von unterschiedlichen humanitären Akteuren entwickelt worden sind. Die neuen Inklusionsstandards sind an sämtliche Organisationen gerichtet, die humanitäre Hilfe leisten und dienen als Richtlinien, um ihre Nothilfemassnahmen inklusiv zu gestalten. Damit bei humanitären Katastrophen niemand zurückgelassen wird. 

Die humanitären Inklusionsstandards bestehen aus neun Hauptstandards, die an die Core Humanitarian Standards angelehnt sind, sowie aus sieben sektorspezifischen Standards, die auf folgende Bereiche Bezug nehmen: Schutz; Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene; Ernährung, Ernährungssicherheit und Lebensgrundlage; Obdach, Lebens- und Wohnräume; Gesundheit; Bildung. 

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