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Madagaskar

Jahrzehntelange Misswirtschaft und schlechte Regierungsführung haben Madagaskar wirtschaftlich stark geschwächt. Unkontrollierte Abholzung (90 Prozent des ursprünglichen Regenwaldes wurden durch Holzeinschlag, Holzkohleproduktion und Brandrodung zerstört) bedroht zudem die einzigartige Artenvielfalt des Landes. Der Raubbau an der Natur wird durch die Auswirkungen des Klimawandels noch verschärft. Madagaskar ist eines der am stärksten betroffenen Länder Afrikas und erlebt durchschnittlich drei Wirbelstürme pro Jahr. Darüber hinaus zerstören regelmässige Überschwemmungen und Dürren die Lebensgrundlage der Menschen.

Situation von Menschen mit Behinderungen

In Madagaskar gibt es keine aktuellen und verlässlichen Statistiken über die Situation von Menschen mit Behinderungen. Bei der Erstellung des Entwicklungsplans für den Gesundheitssektor im Jahr 2015 ging das Ministerium von einer geschätzten Rate von 15 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, und folgte damit den Daten des Weltbehindertenreports 2011 der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mehr als 80 Prozent der Behinderungen sind erworben (Geburt, Unfall, Krankheit) und ein hoher Prozentsatz wäre bei entsprechender Gesundheitsvorsorge und medizinischer Behandlung vermeidbar.

Madagaskar hat 2015 das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UNO-Behindertenrechtskonvention, UNO-BRK) ratifiziert. Die Umsetzung der UNO-BRK durch ihre Integration in das nationale Rechtssystem ist jedoch noch nicht wirksam. Derzeit ist noch ein mehr als 20 Jahre altes Gesetz über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft. 

In Madagaskar führt ein Dachverband (PFPH) die Verbände von Menschen mit Behinderungen zusammen, die sich aus Basisorganisationen zusammensetzen. Abhängig von den personellen und finanziellen Ressourcen der einzelnen Verbände variiert das geographische Gebiet, das sie mit ihrer Arbeit abdecken können. Die Koordination zwischen Basisverbänden und Dachverbänden ist recht schwach.

Fläche: 587'041 km² 
Bevölkerung: 28,2 Mio. 
BIP pro Kopf: 501 USD (CH: 91'992 USD)
Bevölkerungsanteil unterhalb nationaler Armutsgrenze: 70,7% (CH: 8,7%) 
Lebenserwartung: 68,5 Jahre (CH: 83,2 Jahre) 
Lese- und Schreibfähigkeit: 76,7% der Bevölkerung über 15 Jahren
Ärztedichte: 0,2 pro 1'000 Einwohner (CH: 4,4) 
Entwicklungsindex: 173. Rang von 191 Ländern (CH: 1)

Was die CBM in Madagaskar tut

Die CBM ist seit 1981 mit Augen- und Bildungsprojekten in Madagaskar tätig. Der aktuelle Länderstrategieplan 2021-2024 wird umgesetzt.

Arbeitsfeld: Gemeindenahe inklusive Entwicklung
Die CBM hat viel Erfahrung mit Sonderschulen für Kinder mit Seh- und Hörbehinderungen gesammelt. Darauf aufbauend werden nun mehr öffentliche Schulen für Kinder mit Behinderungen zugänglich gemacht. Im weiteren Verlauf der Schullaufbahn unterstützt die CBM ausserdem den Einbezug von Jugendlichen mit Behinderungen in Berufsausbildungsprogramme. Aus diesen Bildungsprojekten haben sich die inklusiven Gemeindeprojekte entwickelt, die den Zugang von Menschen mit Behinderungen und weiteren vernachlässigten Bevölkerungsgruppen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Arbeit und Katastrophenschutz fördern. Ebenso werden Selbstvertretungsorganisationen gestärkt, damit sie sich selber für ihre Rechte und deren Umsetzung engagieren können.

Arbeitsfeld: Inklusive Augengesundheit 
Die CBM unterstützt den Ausbau der augenmedizinischen Versorgung von Kindern. Zum einen durch die Ausbildung und bessere Infrastruktur an den Universitätskliniken in der Hauptstadt Antananarivo und der Küstenstadt Toamasina, zum anderen durch die Ausbildung von Optikerinnen und Optikern für das ganze Land.

Arbeitsfeld: Inklusive Entwicklung für Menschen mit Behinderungen
Landesweit werden die Kapazitäten von Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen gestärkt. Ihr politisches Engagement und ihre Sensibilisierungsaktivitäten haben zum Ziel, dass Menschen mit Behinderungen in Madagaskar ihre Rechte gemäss der UNO-Behindertenrechtskonvention leben können.

Arbeitsfeld: Humanitäre Hilfe
Madagaskar wird immer wieder von Wirbelstürmen, Dürren und Überschwemmungen heimgesucht. Katastrophenvorbereitung und, im Falle einer Katastrophe, Soforthilfe ermöglichen, viele Menschenleben zu schützen und zu retten. Eine lange Dürreperiode im Süden von Madagaskar hat die Essensvorräte aufgebraucht, und die Felder vertrocknen lassen. Die CBM hat zunächst Überlebenshilfe geleistet und trägt nun in einem weiteren Schritt dazu bei, die Lebensgrundlagen (Zugang zu Wasser, Saatgut, Markt) der ansässigen Bevölkerung zu verbessern.

Mit wem wir unsere Projekte umsetzen

CBM-Landesbüro Madagaskar 
Das CBM-Landesbüro wurde 2010 gegründet und hat derzeit elf Mitarbeitende.  

Die von CBM finanzierten Projekte werden mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Regierungsstellen und Organisationen von Menschen mit Behinderungen durchgeführt.  

Partnerorganisationen 

  • Institut National de Santé Publique Communautaire (INSPC)  
  • Plateforme des Fédérations des Personnes Handicapées de Madagascar (PFPH/MAD)  
  • Union Nationale des Associations des Handicapés de Madagascar (UNHAM) 
  • SAF/FJKM (Sampan’asa Momba Ny Fampandrosoana FJKM), Abteilung für nachhaltige Entwicklung der reformierten Kirchen 
  • FANILO SPAM (Fampandrosoana Anivon’ny Loterana), von der Lutherischen Kirche Madagaskar (FLM) gegründete Organisation für Gemeindeentwicklung  
  • MERCI NGO (Madagascar Education and Resource Center Initiated for all people with disabilities), lokale Selbstvertretungsorganisation
  • SALFA, Abteilung für Gesundheit der Lutherischen Kirche
  • Action Intercooperation Madagascar, in der humanitären Hilfe tätige Nichtregierungsorganisation

Wie Sie helfen können

Unterstützen Sie unser Landesprogramm in Madagaskar und ermöglichen Sie so ganzheitliche Hilfe.

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