Laos
Laos (Demokratische Volksrepublik Laos) ist ein politisch stabiles Binnenland in Südostasien unter der Einparteienherrschaft der Lao People’s Revolutionary Party (LPRP), gemäss der Ideologie des Demokratischen Zentralismus chinesischer Prägung. Nach schwierigen wirtschaftlichen Jahren geht es seit 2025 wieder aufwärts. Vor allem der Tourismus, der Bergbau und die Landwirtschaft sind wichtige Einnahmequellen. Gleichzeitig hat Laos eine hohe Staatsverschuldung. Preise für Lebensmittel und andere Güter sind stark gestiegen, was für viele Familien, vor allem einkommensschwache, sehr schwierig ist. Beim Human Development Index hat sich Laos seit 2017 gut entwickelt, stagniert jedoch in den letzten Jahren. Insgesamt gehört es zu den am wenigsten entwickelten Ländern. Die vergleichsweise junge Bevölkerung ist ethnisch vielfältig.
Situation von Menschen mit Behinderungen
Genaue Daten zur Situation von Menschen mit Behinderungen in Laos sind spärlich, da es an systematischen Studien mangelt. Die geringe Registrierung von Menschen mit Behinderungen erschwert die Datenerhebung zusätzlich. Laut der Volkszählung von 2015 leben in Laos etwa 175’000 Menschen mit Behinderungen, was 2,4 Prozent der Bevölkerung entspricht. Die tatsächliche Anzahl an Menschen mit Behinderungen dürfte jedoch um ein Vielfaches höher sein.
Behinderung wird häufig nicht aus menschenrechtsbasierter Sicht betrachtet, weshalb die Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderungen hoch ist. Vorurteile wie die Auffassung, Behinderungen seien ansteckend sowie Scham oder Mitleid ihnen gegenüber prägen den Alltag vieler Menschen mit Behinderungen. Die Gesundheitsversorgung ist unzureichend, was sich besonders auf vermeidbare Behinderungen auswirkt. Beispielsweise werden jährlich nur 53 Prozent der notwendigen Grauer-Star-Operationen durchgeführt. Laos gibt lediglich 2,24 Prozent des Nationaleinkommens für Gesundheitskosten aus. Damit ist Laos eines der Länder mit den niedrigsten Gesundheitsausgaben weltweit.
Physische Behinderungen stehen im Fokus, auch aufgrund der Nachwirkungen des Vietnamkriegs. Laos gilt als das am stärksten bombardierte Land der Welt, wobei nicht explodierte Streumunition bis heute schwere Verletzungen verursacht. Trotz der Ratifizierung der UNO-Behindertenrechtskonvention und der Einrichtung des Nationalen Komitees für Menschen mit Behinderungen (NCDP) im Jahr 1995 werden Strategien zur Inklusion nur unzureichend umgesetzt. Das NCDP ist weitgehend inaktiv und übernimmt seine koordinierende Rolle nur bedingt. Fortschritte wurden durch das Gleichstellungsgesetz von 2019 erzielt, das rechtliche Grundlagen für die Förderung von Inklusion schafft.
Die Regierung zeigt Wohlwollen gegenüber dem Thema Behinderung, jedoch fehlt es an Fachwissen und effektiven Umsetzungsstrategien. Organisationen von Menschen mit Behinderungen arbeiten zunehmend mit Regierungsstellen zusammen, um die Inklusion voranzutreiben und die Verpflichtungen aus internationalen Vereinbarungen besser zu erfüllen.
Fläche: 236'800 km²
Bevölkerung: 8,0 Mio.
BIP pro Kopf: 2'124 USD (CH: 103'998 USD)
Bevölkerungsanteil unterhalb nationaler Armutsgrenze: 18,3% (CH: 8,1%)
Lebenserwartung: 69 Jahre (CH: 83,9 Jahre)
Lese- und Schreibfähigkeit: 75,6% der Bevölkerung über 15 Jahren
Ärztedichte: 0,33 pro 1'000 Einwohner (CH: 4,48)
Entwicklungsindex: 147. Rang von 193 Ländern (CH: 2)
Was die CBM in Laos tut
Die internationale CBM-Föderation ist in Laos bereits seit den 1980er-Jahren tätig. Die CBM Schweiz ist seit 2009 aktiv am Laos-Programm beteiligt und hat innerhalb der Föderation seit 2018 die Federführung für dieses Landesprogramm. Das Landesprogramm Laos legt heute einen starken Fokus auf die gemeindenahe inklusive Entwicklung, die Augengesundheit sowie auf die inklusive Entwicklung für Menschen mit Behinderungen durch die Stärkung von lokalen Akteuren, die sich für die Umsetzung der Rechte der Menschen mit Behinderungen einsetzen.
Arbeitsfeld: Inklusive Augengesundheit
Die CBM verbessert im Süden des Landes die augenmedizinische Versorgung von Kindern. Dies erreicht sie durch die Ausbildung von medizinischem und Pflegepersonal, die Durchführung von Behandlungen in Spitälern und von Ausseneinsätzen durch mobile Klinikteams, mithilfe derer Kinder mit Sehbehinderungen auch in entlegenen Gebieten frühzeitig identifiziert und weiterverwiesen werden können.
Arbeitsfeld: Gemeindenahe inklusive Entwicklung
Aufbauend auf einer früheren Projektphase unterstützt die CBM in der Provinz Luang Prabang Frauen mit Behinderungen dabei, ihre Lebens- und Einkommensgrundlagen zu verbessern, ihre Rechte wahrzunehmen und aktiv an Entscheidungen in ihren Gemeinden mitzuwirken.
- Projekt: Wirtschaftliche Stärkung und Selbstvertretung von Frauen mit Behinderungen, Provinz Luang Prabang
Arbeitsfeld: Inklusive Entwicklung für Menschen mit Behinderungen
Gehörlose Menschen werden in hohem Masse von Bildung und Beruf ausgeschlossen. Die CBM beteiligt sich deshalb an der Weiterentwicklung der laotischen Gebärdensprache und fördert Organisationen, die sich für die Rechte von gehörlosen Menschen engagieren.
Mit wem wir unsere Projekte umsetzen
CBM-Landesbüro Laos
Die CBM betreut das Programm vor Ort mit einem Team von vier Mitarbeitenden.
Die von der CBM finanzierten Projekte werden mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Regierungsstellen und Organisationen von Menschen mit Behinderungen durchgeführt.
Partnerorganisationen
- National Ophthalmology Center (NOC), nationales, dem Gesundheitsministerium angehörendes Referenzzentrum für Augenmedizin; augenmedizinische Abteilung im Regionalspital Champasak.
- Women with Disabilities Association (WWDA), eine von Frauen mit Behinderungen geführte Organisation in Laos, die sich für die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen mit Behinderungen einsetzt.
- Association for the Deaf (AFD), eine gemeinnützige Organisation, die sich für die Rechte von gehörlosen und schwerhörigen Menschen einsetzt.
Wie Sie helfen können
Unterstützen Sie unser Landesprogramm in Laos und ermöglichen Sie so ganzheitliche Hilfe.

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