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App hilft Menschen mit psychischen Behinderungen

In Armutsgebieten ist die Versorgungslage für Menschen mit psychischen Behinderungen sehr schlecht. Die CBM Schweiz hat die Übersetzung einer WHO-App auf Französisch koordiniert und finanziert, die in Westafrika und anderen Regionen zusätzliche Ressourcen schaffen soll.

Jede vierte Person macht gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) irgendwann im Leben eine psychische Erkrankung durch. Geschätzte zehn Prozent der Menschen leben mit Depressionen, Angstzuständen, Psychosen oder Schizophrenien – Tendenz steigend. Weiteren Schätzungen zu Folge sterben jährlich 800’000 Menschen infolge eines Suizids. Gerade in Armutsgebieten ist die Situation für Menschen mit psychischen Behinderungen alarmierend: 80 Prozent von ihnen erhalten keine Behandlung. Ursache dafür ist der eklatante Mangel an Fachpersonen. Laut der WHO leben mehr als 45 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, in denen auf 100’000 Menschen nicht einmal eine Psychiaterin oder ein Psychiater kommt.

Aktionsprogramm der UNO

Die internationale Gemeinschaft hat in den vergangenen Jahren die Dringlichkeit erkannt und das Thema psychische Gesundheit verstärkt in den Fokus gerückt: Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das 2008 in Kraft getreten ist, bietet eine Grundlage, auf der Menschen mit psychischen Behinderungen ihre Rechte einfordern können. Im selben Jahr lancierte die WHO ihr Mental Health Gap Action Programme (mhGAP). Auch die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung enthält in einigen ihrer Unterziele Hinweise auf die psychische Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen.

Mit ihrem Aktionsprogramm verfolgt die WHO das Ziel, die grosse Lücke zwischen den vorhandenen Ressourcen und den notwendigen Ressourcen für die Förderung der psychischen Gesundheit zu schliessen. Insbesondere in Armutsgebieten sollen die Dienste und Anlaufstellen für Menschen mit psychischen Behinderungen und suchtkranke Personen ausgeweitet werden. 

App mit konkreten Anleitungen

Um den Aktionsplan möglichst weiträumig umzusetzen, entwickelte die WHO eine App, die bisher jedoch nur auf Englisch, Spanisch und Türkisch existiert. Die CBM Schweiz hat deshalb die Übersetzung einer französischen Version der App koordiniert und finanziert. Bislang war der WHO mhGAP Intervention Guide 2.0 auf Französisch lediglich in einer über 170-seitigen Print-Fassung zugänglich. Zudem sind die offiziellen Hard Copies der WHO schwer erhältlich.

«Die französische Übersetzung der mhGAP Intervention Guide 2.0 App wird insbesondere in Westafrika, aber auch darüber hinaus, eine wichtige Ressource werden zur Bestimmung von psychischen Erkrankungen und Betreuung von Menschen mit einer psychischen Behinderung», erklärt Jonathan Baltensperger, Verantwortlicher des App-Projekts bei der CBM Schweiz. Denn die französischsprachigen Länder Westafrikas gehören zu den Ländern mit dem grössten Versorgungsmangel, was die psychische Gesundheit angeht.

Die App ist, analog zum mhGAP Intervention Guide 2.0, entlang von Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie, Epilepsie und Demenz modulartig aufgebaut. Es unterstützt beispielsweise Sozialarbeitende, Gemeindehelferinnen und -helfer sowie Gesundheitsfachpersonen ohne psychologische Ausbildung dabei, diese und weitere Erkrankungen zu erkennen und einzuordnen. Neben den Beschreibungen der Krankheitsbilder führt die App die Nutzerinnen und Nutzer Schritt für Schritt durch die Bestimmung der Krankheitssymptome. Je nach Antwort zeigt die App unterschiedliche handlungsorientierte Anleitungen auf, wie die betroffenen Personen betreut und wohin sie weiterverwiesen werden können.

Die französische Version der App ist kostenlos auf Google Play Store und iTunes verfügbar und kann auf jedes mobile Gerät heruntergeladen werden. Die App kann standardmässig auch offline genutzt werden, was insbesondere für Armutsgebiete mit häufig schlechter oder nicht vorhandener Internetverbindung zentral ist. 

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