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Dürre und Hungersnot in Madagaskar – CBM leistet Nothilfe


Im Süden von Madagaskar herrscht eine extreme Hungersnot. Laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sind 1,35 Millionen Menschen dringend auf Hilfe angewiesen. Die CBM leistet Nothilfe.

Drei aufeinanderfolgende Dürrejahre, aber auch Bodenerosionen, Abholzungen sowie starke Sandstürme haben im Süden Madagaskars viele Acker- und Weideflächen unbestellbar gemacht. Die Region ist regelmässig von Dürren betroffen. Seit einigen Jahren wird die Situation durch den Klimawandel jedoch immer gravierender. Die aktuelle Dürre ist die schlimmste seit 40 Jahren. Die Regierung erwartet für dieses Jahr höchstens 40 Prozent der durchschnittlichen Jahresernte. Bereits im letzten Jahr waren die Ernten schlecht und die Vorräte gering.

Die Situation wurde durch die Corona-Pandemie und die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes verschärft und hat sich in den letzten Monaten rapide verschlechtert. Die Personen konnten nicht reisen, um anderswo Geld zu verdienen. In manchen Distrikten ist bereits mehr als ein Viertel der Menschen akut unterernährt. Gemäss dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) brauchen 1,35 Millionen Menschen dringend Hilfe. In ihrer Not essen die Menschen Blätter und Heuschrecken. Durch die sich überlagernden Krisen und die herrschende Not verkehren in der Region zudem vermehrt kriminelle Banden.

Am schlimmsten ist die Situation für Kinder. Laut Angaben des madagassischen Gesundheitsministeriums leidet jedes sechste Kind unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung. Das sind fast doppelt so viele wie noch zu Jahresbeginn. Kinder mit akuter Unterernährung haben ein viermal höheres Risiko zu sterben als gesunde Kinder. Chronische Unterernährung in den ersten Lebensjahren führt zudem zu irreversiblen Entwicklungsstörungen.

Die CBM leistet Nothilfe

Ein Sandsturm zieht in Madagaskar über ein Feld.
Immer wieder ziehen heftige Sandstürme über die Felder.

Die CBM konzentriert ihre Nothilfe auf eine Gemeinde im Distrikt Amboasary der Region Anosy im Süden der Insel. Die CBM ist die einzige Organisation, die diese Gemeinde unterstützt. Umgesetzt wird die Nothilfe durch den langjährigen CBM-Partner SAF/FJKM, der Entwicklungsorganisation der reformierten Kirche Madagaskars sowie durch die Selbstvertretungsorganisation Plateforme des Fédérations des Personnes Handicapées de Madagascar (PFPH).

Von Mai bis September 2021 erhalten 750 Haushalte, die besonders stark von der Nahrungsmittelunsicherheit betroffen sind, sogenannte Cash Transfers. Unter diesen Haushalten sind sowohl Familien mit Angehörigen mit Behinderungen als auch ohne. Dank diesen Bargeldzahlungen können sich die Familien auf dem lokalen Markt, der aus dem Landeszentrum beliefert wird, das besorgen, was sie in ihrer Not am dringendsten benötigen. Cash Transfers sind eine wirkungsvolle und erprobte Massnahme in humanitären Krisen und stützen die lokale Wirtschaft.

Parallel sensibilisiert und schult die Selbstvertretungsorganisation PFPH Regierungsstellen, einheimische und internationale humanitäre Organisationen sowie Gemeinden für inklusive Nothilfemassnahmen, die Menschen mit Behinderungen und andere gefährdete Personen gezielt einbeziehen. Das Projekt soll dank einer umfassenden Dokumentation mittel- und langfristig dazu beitragen, dass gerade auch die Projekte des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen in Zukunft inklusiver werden können. Denn Menschen mit Behinderungen fallen noch immer häufig durch die Maschen der allgemeinen Nothilfe.

An die Soforthilfe schliesst ein zwei Jahre dauerndes Folgeprojekt an, das eine nachhaltige Landwirtschaft und damit auch die Ernährungssicherheit fördern soll.

Wie Sie helfen können

Unterstützen Sie Menschen, die akut von der Hungersnot bedroht sind.


Falls für das Nothilfe-Projekt in Madagaskar mehr Geld eingeht als benötigt, werden wir es für ähnliche Nothilfeprojekte einsetzen.

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