Grauer Star ist häufigste Blindheitsursache weltweit
6. Oktober 2026 (zum Welttag des Sehens vom 8. Oktober 2026)
Mehr als jede dritte Person der 43 Millionen blinden Menschen weltweit leidet am Grauen Star. Dabei könnte dieser korrigiert werden, wenn die notwendigen Mittel bereitstünden.
Schon als Kleinkinder sind Chanas (5) und Buddha (9) aus Nepal fast erblindet. Auch ihre Mutter Goma Bista (27) sieht kaum noch etwas. Die alleinstehende Mutter kämpft mit ihrer Verzweiflung: «Was soll aus meinen Kindern werden? Sie sind rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen.»
Ohne Sehvermögen droht ein Leben in Abhängigkeit und Armut. Auch der Zugang zu Bildung ist erschwert. Buddha hat noch nie am Schulunterricht teilnehmen können. Chanas könnte dasselbe Los ereilen.
80 Prozent der weltweiten Blindheit könnte verhütet werden
Wie Chanas, Buddha und Goma Bista geht es Millionen von Menschen: 80 Prozent der weltweiten Blindheit könnte verhütet werden, wenn die notwendigen Mittel bereitstünden. Wegen des Grauen Stars zum Beispiel haben rund 17 Millionen der insgesamt 43 Millionen blinden Menschen weltweit ihr Augenlicht verloren.
Der Graue Star ist damit die global häufigste Ursache für Blindheit – obwohl er in einer nur 15-minütigen Operation korrigierbar ist. Die erblindeten Personen leben vor allem in den Armutsgebieten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Hauptgründe für die hohe Anzahl an Erblindungen durch den Grauen Star sind die Behandlungskosten, die für viele erkrankte Personen zu hoch sind, sowie der grosse Mangel an Augenchirurginnen und -chirurgen in Armutsregionen. Bisweilen muss eine Ärztin oder ein Arzt ein Gebiet mit einer Bevölkerung von zwei Millionen Menschen abdecken.
Der Graue Star tritt primär im Alter auf. Besonders in Armutsgebieten erkranken jedoch auch Kinder daran. Ursachen können Mangelernährung oder Vererbung sein. Bei Kindern ist eine rechtzeitige Behandlung entscheidend.
Lebensverändernde Hilfe
Auf einen Tipp aus ihrem Umfeld hin reist Goma Bista gemeinsam mit ihren Söhnen Buddha und Chanas sowie ihrem Bruder in die von der CBM unterstützte Augenklinik in Biratnagar. Der Augenarzt diagnostiziert bei allen drei einen beidseitigen Grauen Star. Kurze Zeit später werden sie am ersten Auge operiert, der Eingriff am zweiten folgt einige Wochen später. «Dieser Moment bedeutet mir alles», sagt Goma Bista nach dem Eingriff überwältigt. Für sie alle bedeutet die Operation ein erfülltes Leben – geprägt von Selbstvertrauen, Bildung und der Chance auf eine bessere Zukunft.
In ihren Augenprojekten ermöglicht die CBM Behandlungen für in Armut lebende Familien sowie den Auf- und Ausbau von Augenkliniken. Zudem unterstützt sie Ausseneinsätze, um augenkranke Menschen frühzeitig zu identifizieren, und fördert die Ausbildung lokaler Fachkräfte.
Dank Spendenden der CBM erhielten letztes Jahr 1,47 Millionen Menschen augenmedizinische oder -optische Leistungen. 91'200 Operationen am Grauen Star wurden durchgeführt.
Über die CBM
Die CBM Christoffel Blindenmission ist eine international tätige, christliche Entwicklungsorganisation und fördert Menschen mit Behinderungen in Ländern des Globalen Südens. Sie leistet Entwicklungszusammenarbeit sowie humanitäre Hilfe und ermöglicht, dass Behinderungen vorgebeugt sowie Menschen mit Behinderungen medizinisch betreut und inklusiv gefördert werden. Ihr Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird und Menschen mit Behinderungen eine verbesserte Lebensqualität haben. Die CBM Schweiz führt das Zewo-Gütesiegel und ist Partnerorganisation der Glückskette.
Kontakt
Michael Schlickenrieder
Leiter Kommunikation
Tel. 044 275 21 65 / 079 540 80 20
michael.schlickenrieder@cbmswiss.ch

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