Wegweiser für inklusive internationale Zusammenarbeit: Die DEZA nimmt Stellung

Damit in der internationalen Zusammenarbeit niemand zurückgelassen wird, braucht es klare Schritte zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Der aktualisierte Fahrplan des Swiss Disability and Development Consortium weist den Weg. Die DEZA signalisiert Unterstützung. Doch gerade bei verbindlichen Richtlinien bleibt die Schweiz weiterhin zögerlich.

Am Global Disability Summit vor einem Jahr hat sich die Schweiz erneut zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der internationalen Zusammenarbeit bekannt. Als Mitglied des Swiss Disability and Development Consortium (SDDC) setzt sich die CBM dafür ein, dass die Schweiz diese Verpflichtungen auch einhält. Dazu hat das SDDC der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) einen aktualisierten Fahrplan für 2025 und 2026 vorgelegt. Das SDDC zeigt darin auf, welche konkreten Schritte nötig sind für eine Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, die niemanden zurücklässt. Nun hat die DEZA dazu Stellung bezogen und zeigt: Vieles ist möglich, aber nicht alles wird umgesetzt.

Ein weiter Weg zur Inklusion

Der Fahrplan umfasst zehn Empfehlungen, darunter das politische Bekenntnis zur Inklusion in der internationalen Zusammenarbeit, Kooperationen mit Organisationen von Menschen mit Behinderungen und Richtlinien für die Inklusion in der internationalen Zusammenarbeit. Neun von zehn Empfehlungen kann die DEZA laut eigenen Angaben ganz oder teilweise umsetzen. Das ist einerseits erfreulich, gehören doch dazu die Erhöhung der Anzahl Projekte mit einem Fokus auf Behinderung, die Weiterbildung des DEZA-Personals in Inklusion oder das erwähnte politische Engagement.

Andererseits ist zu bedauern, dass die DEZA die Einführung der besonders wichtigen Richtlinien für eine inklusive internationale Zusammenarbeit weiterhin als nicht machbar einschätzt. Dadurch setzt sie die Empfehlung des UNO-Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen immer noch nicht um. Ohne die Verankerung von inklusiven Grundsätzen in entsprechenden DEZA-Richtlinien besteht die Gefahr, dass Projekte der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe nicht einheitlich umgesetzt und Menschen mit Behinderungen weiterhin ausgeschlossen bleiben.

Abbau von Barrieren in schwierigen Zeiten besonders wichtig

Die CBM schätzt den Einsatz der DEZA und die gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen. Sie anerkennt, dass das schwierige finanzielle Umfeld mit Kürzungen in der bilateralen und multilateralen Zusammenarbeit deren Arbeit erschwert. Nichtsdestotrotz ist es notwendig, staatliche Akteure an ihre Verpflichtungen zu erinnern, Barrieren in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe kontinuierlich abzubauen und Rechenschaft abzulegen. Die CBM ist gerne bereit, gemeinsam mit der DEZA nach pragmatischen Lösungen zu suchen, um die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Armutsgebieten weiter voranzubringen.

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