Mit jedem Schultag ein Stück mehr Selbstständigkeit
Die achtjährige Amboarasoa ist lebt mit einer kognitiven und einer körperlichen Behinderung. Sie kann weder stehen noch laufen und hat lange Zeit kein einziges Wort gesprochen. Dank einer inklusiven Schule in Madagaskar, die von der CBM unterstützt wird, blüht das Mädchen heute auf – Schritt für Schritt, Wort für Wort.
Mit Ihrer Spende schenken Sie einem Kind mit Behinderung den Besuch einer inklusiven Schule.
Ein Mädchen, das ständig auf Hilfe angewiesen ist
Amboarasoa hatte von Geburt an epileptische Anfälle. «Wir waren beunruhigt und brachten sie ins Spital. Drei Monate später kamen die Anfälle zurück.», sagt ihre Mutter. Die Krampfanfälle bestimmten lange den Alltag der Familie, sie wohnen etwas mehr als einen Kilometer von der Schule entfernt.
Das Mädchen kann nicht selbstständig stehen oder gehen und sich verbal kaum verständigen. Nur selbst essen und trinken kann sie allein – für alles andere ist sie auf die Hilfe anderer angewiesen. Mit zunehmendem Alter wird Amboarasoa grösser und schwerer, was es der Familie immer schwieriger macht, sie zu tragen und zu bewegen.
Hinzu kommt die finanzielle Last. Die Eltern führen einen kleinen Lebensmittelladen und ziehen 40 bis 50 Masthühner auf, um die Familie zu ernähren. «Die Ausgaben sind hoch. Neben dem Schulgeld für unsere beiden Kinder müssen wir jeden Monat Medikamente für kaufen.» erklärt die Mutter von Amboarasoa.
In einem Land, in dem viele Familien von wenig leben, fallen solche Beträge stark ins Gewicht. Lange schien ein selbständigeres Leben für Amboarasoa kaum vorstellbar.
Eine inklusive Bildung, die kein Kind zurücklässt
Als die täglich einzunehmenden Medikamente endlich die Anfälle eindämmten, fassten die Eltern einen mutigen Entschluss: Sie schickten Amboarasoa zur Schule. Heute besucht sie die inklusive Vorschule des von der CBM und ihren Partnern unterstützten MAHAY-Projekts.
Dort wird Amboarasoa in alle Aktivitäten einbezogen. Ihre Lehrerin begleitet sie mit viel Geduld durch den Schulalltag und nutzt einen Rollstuhl, der ihr von der CBM und ihren Partnern geschenkt wurde, um sie auf dem Schulgelände zu bewegen – etwa zur Toilette oder in die Pause.
Die Mitschülerinnen und Mitschüler begegnen ihr ganz natürlich, sagt die Lehrerin: «Sie verstehen sie intuitiv. Da sie Schwierigkeiten mit den Händen hat, helfen sie ihr spontan, sei es beim Znüni oder bei den Hausaufgaben.»
Auch medizinisch wird das Mädchen begleitet: Alle drei Monate erhält sie über das Projekt eine Untersuchung. Dank regelmässiger Physiotherapie kann sie sich heute leichter aufrichten. Die Familie hat zusätzlich selbst die Initiative ergriffen und lässt Amboarasoa zwei- bis dreimal pro Woche zu Hause behandeln.
Ein ruhigeres und glücklicheres Kind
Seit Amboarasoa zur Schule geht, hat sich ihr Leben spürbar verändert. Sie ist ruhiger und fröhlicher geworden und liebt es, dort zu sein. Am deutlichsten zeigt sich der Fortschritt beim Sprechen, sagt ihr Lehrerin: «Früher sagte sie nur ein einziges Wort, jetzt kann sie bis zu drei Wörter aneinanderreihen. Wenn sie weiterhin von anderen Kindern umgeben ist und man klar mit ihr spricht, wird sie irgendwann zu reden beginnen.»
Die ganze Familie zieht mit. Sie gibt Amboarasoa Gegenstände in die Hand, um ihre Feinmotorik zu fördern, ermutigt sie zu Gehübungen und spricht viel mit ihr, um ihren Wortschatz zu erweitern. Zu Hause schaut das Mädchen am liebsten Bilderbücher an, sagt Kinderreime auf und spielt mit ihrem grossen Bruder «Teeparty».
«Amboarasoa ist eine ruhige Schülerin, sie streitet nie. Ihre Behinderung ist in meiner Klasse kein Problem.» berichtet die Lehrerin. Die Mutter blickt heute vorsichtig optimistisch nach vorn. «Ich mache mir Sorgen um ihre Zukunft, aber ich bin zuversichtlich, dass sie sich durch die Schule mehr öffnet und Neues lernt, das ihr hilft, selbstständiger zu werden.» wünscht sich ihre Mutter.
Mit Unterstützung und Geduld ist jeder noch so kleine Fortschritt ein Sieg – für Amboarasoa und ihre Familie.
Kein Kind soll ausgeschlossen bleiben
In Armutsgebieten sind medizinisch-therapeutische Behandlungen oft mangelhaft, Schulen nicht barrierefrei, und Lehrpersonen wissen häufig nicht, wie sie Kinder mit Behinderungen begleiten können.
- Für ein Kind mit Behinderung finden viele Eltern in Armutsgebieten keinen Schulplatz:
- Gebäude sind nicht barrierefrei – es fehlen z. B. Rampen, breite Türen oder zugängliche Toiletten
- Lehrpersonen sind nicht darin ausgebildet, inklusiv zu unterrichten
- Lehrmittel in Blinden- oder Grossschrift, in einfacher und bildhafter Sprache fehlen
- Es mangelt an Wissen, wie sehr sich die Förderung dieser Kinder lohnt
Noch hat jedes zweite Kind mit Behinderung in Armutsgebieten keinen Zugang zu Bildung. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, das zu ändern. Schenken Sie Schule – sie ist der Schlüssel zu einer guten Zukunft.

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