Von Spiel und Schule ausgeschlossen
Sogar die laute, deutliche Stimme des Lehrers hörte Doreen nicht mehr. Die Zweitklässlerin konnte dem Unterricht nicht mehr folgen und wurde nach Hause geschickt. Fünf einsame Jahre folgten. Dann aber erfuhr ihre Mutter von der CBM-geförderten Ohrenklinik. Ein Weg aus der Sackgasse öffnete sich.
Einsam sass sie unter einem Baum. Auf dem Platz daneben massen sich Kinder im Hochsprung, spielten Fangen und klatschten Rhythmen. Doreen hörte weder das Klatschen und Rufen noch das Gezwitscher der Vögel über ihr.
Kaum jemand nahm Doreen wahr. Genauso gut, dachte sie, könnte sie unsichtbar sein. Von ihrer Mutter hingegen fühlte sie sich beachtet, bei ihr wusste sie sich aufgehoben. Gerne ging sie Mutter zur Hand, und holte auch alleine Wasser am Zapfhahn des Quartiers. Derweil all die hörenden Kinder dem Schulunterricht folgten...
Hörkraft schubweise geschrumpft
Schon als Kleinkind hörte Doreen nicht gut. Ausserdem überstand sie eine schwere Bronchitis und mehrere Malaria-Schübe. Im jeweils geschwächten Körper war auch das Ohr infektionsanfälliger. Jedes Mal verringerte sich ihr Hörvermögen. Bis zur endlosen Stille...
«Manyana» – grosse Not – heisst das Armenviertel in der Sambischen Hauptstadt Lusaka, wo Doreens Familie wohnt. Mutter Tina hegt einen kleinen Garten, und Vater Michael sammelt auf dem Markt Müll ein. Die Familie lebt am Existenzminimum. Eine Schule für gehörlose Kinder oder ein Spezial- arzt sind unerschwinglich.
Kinderklinik mit HNO-Abteilung
Doreens Mutter Tina schöpfte Hoffnung, als sie von der CBM-geförderten Klinik Beit-Cure hörte. Im 2004 mit CBM-Hilfe eröffnet, verfügt die Klinik seit sechs Jahren über eine HNO-Abteilung (Hals-Nasen-Ohren). Dort praktiziert im Auftrag der CBM Ohrenchirurgin Dr. Ute Fröschl. «Bei Kindern ist unbehandelte Mittelohrentzündung die häufigste Ursache von Hörverlust», weiss Dr. Fröschl. «Herausfordernd ist, die Familien darüber zu informieren, dass wir sie zu erschwinglichen Preisen gut versorgen können.»
Das Team aus Dr. Fröschl, einem Audiologen sowie einem Techniker empfing Mutter Tina und Doreen. Doreen erhielt nach Untersuchung und Hörtest angepasste Hörgeräte. Erstmals seit Jahren vernimmt sie die Stimme ihrer Mutter. Strahlend vor Freude fällt Doreen ihr um den Hals!
Ein neues Leben für Doreen
Endlich wieder hören! Begeistert lauscht Doreen der Stimmen von Mutter und Vater, ihren Geschwistern, dem Lachen und Plaudern der Kinder und dem Gezwitscher der Vögel. Doreen besucht wieder die Schule und kann dem Unterricht folgen – für die 13-Jährige ein kleines Wunder. Und die anderen Kinder lassen sie nun bei den Spielen mit machen!
Mit CBM Ausgrenzung überwinden
Als Spenderin und Spender der CBM Schweiz bringen Sie Menschen in Burkina Faso, Madagaskar, Bolivien und Indien ohrenmedizinische Hilfe. Die Betroffenen werden von Ohrenleiden befreit und mit Hörgeräten ausgerüstet. Parallel dazu fördern Sie die Inklusion gehörloser und schwer hörender Menschen in Schule und Beruf.
Weltweit sind 360 Millionen Menschen stark hörbeeinträchtigt, darunter 32 Millionen Kinder. Die meisten Betroffenen leben in den Entwicklungsgebieten. Bei rund der Hälfte hätte der Hörverlust durch Prävention vermieden werden können.
Ursachen von Hörschwäche:
• Vererbung
• Röteln oder andere Infektionen während der Schwangerschaft
• Sauerstoffmangel bei der Geburt
• Entzündungen wie des Mittelohrs
• Infektionen wie Masern, Mumps oder Hirnhautentzündung
• falsch angewandte Medikamente
• Lärm, Hörtraumata
• Alter
Neun von zehn schwer Hörenden fehlen Hörgeräte. Die Erwachsenen verlieren häufig den Arbeitsplatz und geraten in tiefe Armut. Kinder entwickeln sich durch die Hörbehinderung oft verzögert; ihre Chancen für Bildung und Beruf verschlechtern sich enorm.
Wie Sie helfen können!
Bringen Sie Menschen das Hören zurück. Spenden Sie für Menschen mit Hörbehinderung. Jeder Franken zählt!

Inhalt teilen
Inhalt drucken
Seite drucken