Dauerhafte Veränderung bewirken
Die Beraterinnen und Berater der CBM bilden schon seit Jahren ein weltweites Netzwerk mit punktuellen, externen Beratungen. Diese bieten sie nun seit 2019 unter einem Dach: Die Inclusion Advisory Group hilft Akteuren der Internationalen Zusammenarbeit, die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen. Ein Gespräch mit Denis Hofer, Programmkoordinator und Berater von der CBM Schweiz.
Was will die Inclusion Advisory Group?
«Inklusion ist wichtig, aber sie umzusetzen schwierig», meinen staatliche wie private Akteure. Wir möchten ihnen helfen – zugeschnitten auf ihre Situation – Veränderungen für und mit Menschen mit Behinderungen umzusetzen, damit alle gleichberechtigt teilnehmen und mit ihren Erfahrungen zu einer guten Programmarbeit beitragen können.
Was zeichnet die Fortbildungen und Beratungen, die die CBM anbietet, aus?
Wir leisten sie gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen und weiteren Fachpersonen. So bringen wir alle Perspektiven ein. Was an Erkenntnissen und Wissen über Inklusion besteht, bieten wir gebündelt an. Vorteile bringen zudem unsere Erfahrungen als CBM aus der projekttechnischen und politischen Arbeit. Wir können belegen, was funktioniert, begleiten die Massnahmen und helfen, ihre Wirkung zu messen.
Weshalb sind diese Beratungen gefragt?
Fehlende Inklusion bremst die Entwicklung des Gemeinwesens stark. In den Armutsgebieten lebt jede fünfte Person mit mindestens einer Behinderung, unter ihnen mehr als 100 Millionen Kinder. Ihnen werden Menschenrechte verwehrt, wie das Recht auf Gesundheit oder Bildung. So entstehen Barrieren, die ihre Entwicklungschancen und ein selbständiges Leben verhindern und die Kräfte der Angehörigen binden. Die UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK) hat der Inklusion einen rechtlichen Rahmen gegeben. Regierungen und Entwicklungsorganisationen sollen «niemanden zurücklassen», wie die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung fordert. Inklusion benötigt aber Kenntnisse, Erfahrung und ein Netzwerk. All dies bietet unsere Inclusion Advisory Group an.
Warum harzt es bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen?
Ihr Nutzen wird ausgeblendet und der Aufwand gescheut. In der eigenen Organisation ans Licht zu bringen, was der Inklusion im Weg steht, ist unangenehm. Ausserdem sind Behinderungen und Menschen unterschiedlich, und entsprechend vielfältig sind die nötigen Massnahmen. Herauszufinden, wann welche Schritte zu gehen sind, fordert viel von den Organisationen. Dafür müssen Menschen mit Behinderungen konsultiert werden, doch Berührungsängste und Unsicherheiten verhindern das.
Welche Erfolge gibt es bereits?
Die Rechte von Menschen mit Behinderungen sind präsent im Entwicklungsdiskurs. Es gibt inklusive Standards, wie in der Humanitären Hilfe oder unter Bildungsakteuren. Auch setzen sich staatliche Entwicklungsagenturen und internationale Organisationen für Inklusion ein. Ein wunderbares Beispiel dafür ist das 2015 gegründete GLAD-Netzwerk (The Global Action on Disability Network), in welchem die Mitglieder voneinander lernen, Erfahrungen austauschen, neue Kontakte knüpfen sowie Wissen über Inklusion bündeln und vermitteln. Die CBM hat an dieser Veränderung grossen Anteil. So hat sie auch die australische und die deutsche Regierung beraten – immer in Zusammenarbeit mit Selbstvertretungsorganisationen. Die CBM Schweiz ihrerseits führt aktuell Workshops für Partner der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA des Bundes sowie der Glückskette durch.
Wer kommt für die Kosten auf?
Nach Möglichkeit die Kundinnen und Kunden selbst, die staatlichen Entwicklungsagenturen oder spezialisierte Stiftungen.
Stärkt Beratung die Hilfe?
Eindeutig. Alleine erreicht die CBM nur einen Teil der notleidenden Menschen mit Behinderungen. Doch die verbleibende Mehrheit muss ebenfalls zu ihren Rechten kommen. An der Seite von Menschen mit Behinderungen und ihren Selbstvertretungsorganisationen befähigen wir private und staatliche Akteure dazu. Gemäss dem Motto der CBM: gemeinsam mehr erreichen!

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