Augengesundheit: Vermeidbare Blindheit bekämpfen
Die CBM leistet augenmedizinische Versorgung für blinde und sehbehinderte Menschen in Armutsgebieten. Dort tragen die Personen ein acht Mal höheres Risiko zu erblinden.
Wie viele Menschen leben mit einer Sehbehinderung?
Weltweit leben mindestens 300 Millionen Menschen mit einer starken Sehbehinderung. 90% davon in den Armutsgebieten von Asien, Afrika und Lateinamerika. Rund 43 Millionen Menschen sind ganz erblindet. Viele Menschen erblinden, weil sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Davon leben die meisten in Armutsgebieten.
Weshalb erblinden mehr Menschen in Entwicklungsländern?
Armut und Behinderung sind eng miteinander verknüpft: Armut erhöht das Risiko von Behinderung – und umgekehrt. Betroffene Familien können sich eine medizinische Augenbehandlung nicht leisten. Oft fehlt es auch an Sehhilfen wie Brillen oder Lupen. Hinzu kommt ein grosser Mangel an medizinischem Fachpersonal und vielfach fehlt die benötigte Infrastruktur.
Was ist weltweit die häufigste Ursache für Erblindung?
Rund 17 Millionen Menschen erblinden am Grauen Star, obwohl er korrigierbar wäre. Mit einem einfachen chirurgischen Eingriff kann dieser behandelt werden.
Fehlende augenoptische Korrektur: 617 Mio. Menschen mit Sehschwäche bis Blindheit
Grauer Star: 83 Mio. mit Sehschwächen und 17 Mio. sind blind
Grüner Star: 4,2 Mio. mit Sehschwäche und 3,6 Mio. sind blind
Altersbedingte Makula-Degeneration (Makula ist die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut): 6,2 Mio. mit Sehschwäche und 1,9 Mio. sind blind
Diabetische Retinopathie (Netzhautschäden wegen Zuckerkrankheit): 3,3 Mio. mit Sehschwäche und 1 Mio. sind blind
Weitere 56 Mio. sind blind wegen verschiedener Erkrankungen.
(Quelle: International Agency for the Prevention of Blindness)
Mit der CBM Sehkraft schenken
Dank Spenderinnen und Spendern wie Ihnen konnte die internationale CBM-Föderation im
Jahr 2024:
- 1,4 Millionen Menschen an den Augen untersuchen und behandeln
- 103'000 Operationen am Grauen Star durchführen
- 14'100 Brillen und weitere Sehhilfen abgeben
Die Augengesundheit der CBM Schweiz
1. Prävention mit mobilen Augenteams
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO könnte weltweit 80 Prozent der Blindheit vermieden werden. Deshalb ist bei der CBM auch die Präventionsarbeit zentral. So führen die CBM-geförderten Kliniken regelmässig Reihenuntersuchungen in Dörfern und Schulen durch, um Sehbehinderungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Denn je früher sie erkannt werden, desto grösser sind die Heilungschancen.
2. Inklusive Augengesundheit
Weil weltweit nach wie vor zahlreiche Menschen keinen Zugang zu augenmedizinischen Diensten haben. Deshalb nimmt die inklusive Augengesundheit in der Arbeit der CBM einen wichtigen Platz ein. Augenmedizinische Dienstleistungen sollen für alle Menschen zugänglich sein. Die Inklusion aller Menschen in die Augengesundheitsversorgung kann beispielsweise erreicht werden:
- durch Augenkliniken und Gesundheitsposten
- Sensibilisierung von Fachkräften für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen
- Integration der Augengesundheit in das staatliche Gesundheitssystem, indem vermehrt die Zusammenarbeit mit den Regierungen angestrebt wird
3. Unterstützung für unheilbar erblindete Menschen
Wer unheilbar blind ist, wird in Armutsgebieten oft vom täglichen Leben ausgeschlossen. Fachpersonen von CBM-Projektpartnern unterstützen blinde Menschen im Alltag: etwa Essen zubereiten oder sich selbständig orientieren. Gemeinsam mit Selbstvertretungsorganisationen sensibilisiert die CBM Behörden und Gemeinden und engagiert sich dafür, dass Menschen mit Sehbehinderungen Zugang zu Bildung, Arbeit, medizinischer Versorgung, politischer Teilhabe und staatlicher Finanzierung erhalten. Lehrpersonen aus Schule und Berufsschule werden ausserdem darin geschult, wie sie blinde Kinder unterrichten und fördern können.
Aktivitäten der CBM Schweiz für bessere Augengesundheit
Der Videobeitrag von SRF «mitenand» zeigt eine Augenoperationen in Madagaskar. Der Junge Gracy erkrankte am Grauen Star. Mit nur 180 Franken konnte der Junge operiert werden. Für die Familie, die 90 Franken im Monat verdient, wäre das ein Vermögen gewesen.
Hilfe für sehbehinderte Menschen weltweit.
Im Bereich Augengesundheit helfen wir den Menschen in umfassender Weise mit:
Untersuchungen
Behandlungen von Augenkrankheiten
Operationen
Hilfsmitteln (Brillen, Lupen und Teleskope)
Auf- und Ausbauten von Augenkliniken
Aus- und Weiterbildungen von Augenärztinnen und -ärzten, medizinischem Personal sowie Optikerinnen und Optikern
Sehtrainings für Menschen mit Sehbehinderung sowie Orientierungs- und Mobilitätstraining für blinde Menschen
Lehrmitteln und Materialien für Schulen sowie Kurse für Lehrkräfte
Erfassung von Kindern mit starker Sehbehinderung, Begleitung und Ausrüstung für die schulische Integration

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